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| Die außergewöhnliche
Horrorserie, von der nun der erste Roman (in zwei Bänden) auf deutsch vorliegt, entstand
bereits Mitte der 80er Jahre. Lumley genießt im englischsprachigen Raum bereits seit
längerem den Ruf eines außergewöhnlichen Horror-Autors, hierzulande kennt man ihn
jedoch kaum. Das sollte sich ändern. Der Roman verfolgt zwei Erzählstränge. Eine Handlung spielt in der Sowjetunion und berichtet von Dragosani, dem Totenhorcher. Er hat die Fähigkeit, auf äußerst unappetitliche Weise die Geheimnisse von Verstorbenen aus der Leiche zu erlauschen, und arbeitet für einen russischen Geheimdienst, der sich mit allerlei Übersinnlichem beschäftigt. Dragosani versucht, die Herkunft seiner ungewöhnlichen Fähigkeiten ausfindig zu machen, und besucht in den Karpaten seinen Geburtsort und die Grabstätte eines uralten Vampirs, mit dem er sich telepathisch unterhalten kann. Gleichzeitig lebt in England Harry Keogh, der ebenfalls über eine außergewöhnliche Fähigkeit verfügt: Er kann die Gedanken von längst Verstorbenen hören. Und zuweilen helfen ihm die Toten, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Doch es dauert nicht lange, bis der englische Geheimdienst, der sich ebenfalls mit ESP beschäftigt, auf ihn aufmerksam wird und ihn anheuern will. Über einen gemeinsam verhaßten Bekannten stoßen Dragosani, der inzwischen selbst zu einem Vampir geworden ist, und Harry Keogh aufeinander, und es kommt zu einem unglaublichen Showdown. Obwohl Lumley zahlreiche Klischees der Trash- und Pulpliteratur verarbeitet, beherrscht er sein Handwerk hervorragend. Seine Charaktere sind trotz ihrer haarsträubenden Fähigkeiten überzeugend und glaubhaft. Doch den ganz besonderen Reiz bekommt die Geschichte durch die Verbindung der ESPer mit den Geheimdiensten der beiden Seiten. Juri Andropow, ehemaliger Chef des KGB, taucht als handelnde Figur auf, der KGB und der MI5 mischen sich ständig ein. Wie von einem englischen Roman aus den 80er Jahren kaum anders zu erwarten, sind es natürlich die Russen, die einen ESP-Krieg gegen England anzetteln. Der Roman hat ein höchst dramatisches Ende. Da es sich bei Necroscope jedoch um eine ganze Romanserie handelt, kann man gespannt sein, wie der Autor an den ersten Band anknüpfen wird. Wer sich spannend unterhalten lassen will und keinen allzu nervösen Magen hat, ist mit diesem Horror-Roman bestens bedient. |
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