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Ian
McDonalds Roman ist eigentlich keine Science
Fiction, sondern ein Spiegelbild der religiös motivierten Auseinandersetzungen
zwischen den Protestanten und Katholiken Irlands. So sind jene Außerirdischen, welche zu
Hunderttausenden auf die Erde kommen, um hier eine neue Heimat zu finden, nur eine weitere
fremdartige Kultur, welche Verständnis und Toleranz fordert, die aber auch bereit sein
muß, dasselbe zu geben. Ian McDonald bietet keine Lösungen für diese Probleme an, er
versucht vielmehr, an das gegenseitige Verständnis zu appellieren.Gillespie, der Hauptprotagonist in Narrenopfer, hat es mit seiner kriminellen Vergangenheit schwer. Dennoch wurde ihm gerade im Gefängnis von einem Outsider (so werden die Außerirdischen genannt) ein außergewöhnliches Geschenk zuteil. Auf einzigartige und ungewöhnliche Weise erlernte er das Narha, die Sprache der Outsider. Selbst ein Außenseiter in der Gesellschaft, suchte er unter den Fremden eine neue emotionale und geistige Heimat und fand einen Hold (wichtigster Teil der sozialen Struktur der Außerirdischen), der für ihn zur Familie wurde. Als durch ein Attentat dieser Hold zerstört wird und er als Hauptverdächtiger ins Blickfeld gerät, bricht für ihn eine Welt zusammen. Gillespie beginnt selbst mit der Suche nach dem Täter und muß schnell begreifen, daß sein Wissen über die Outsider nur bruchstückhaft ist. Im Laufe seiner Untersuchungen gerät er an das Schlüsselwort Narrenopfer, welches im Zusammenhang mit uralten Aufzeichnungen der Outsider steht. In ihm liegt auch das Geheimnis der grausamen Morde verborgen. Ian McDonalds beweist mit Narrenopfer, daß er als einer der wenigen zeitgenössischen Science-Fiction-Schriftsteller in der Lage ist, engagierte, aber dennoch anspruchsvolle und unterhaltsame Bücher zu schreiben. |
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