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Perdido
Street Station, im englischen Original ein Buch, wurde für die deutsche
Taschenbuchausgabe auf zwei Bände aufgeteilt. Darüber hinaus wurde der erste Band mit
einem Titelbild versehen, das zwar zu gefallen weiß, aber eher gänzlich unzutreffende Asimov-Assoziationen weckt.
Unpassend ist es deshalb, weil die Bewohner des Stadtmolochs New Crobruzon, Schauplatz der
gesamten Romanhandlung, durch und durch phantastisch sind: Die käferköpfigen Khepri, die
vogelartigen Garuda und die pflanzlichen Kaktusleute bilden einen - allerdings
außergewöhnlichen - Fantasy-Hintergrund,
und auch an Magie fehlt es nicht.Allerdings hat man es hier keinesfalls mit »reinblütiger« Fantasy zu tun: U-Bahnen, dampfgetriebene Cyborgs, Lochkarten-Roboter und künstliche Intelligenzen machen Perdido Street Station zur Vision einer überdrehten, von den Flüchen der Industrialisierung heimgesuchten Spätrenaissance. Miéville bedient sich in Themen und Stil freizügig aus den Genres Fantasy, Cyberpunk und Horror, ohne jemals das Gleichgewicht zu verlieren. Dabei schreibt er einen bildreichen, besonders in den horrornahen Sequenzen fast schon surrealistischen Stil. Kurz gesagt: Perdido Street Station ist im besten Sinne ein Roman zwischen den Stühlen, ein Montagekunstwerk. Entsprechend liegt seine Stärke auch weniger in den ganz und gar neuen Ideen, sondern eher in ihrer ungewohnten Kombination - einige Szenen mit den titelgebenden Faltern zum Beispiel wecken sicher nicht zufällig Erinnerungen an die Alien-Filme. Vom Cyberpunk borgt Miéville sich den politischen Impetus, der manchmal etwas moralisch daherkommt - doch auch das ist im Vergleich zur »herkömmlichen« Fantasy eher eine positive Überraschung. Aus derselben Tradition entlehnt sind die Protagonisten, bei denen es sich durch die Bank um Außenseiter handelt, die mehr oder weniger unfreiwillig oder aufgrund ihres sozialen Gewissens in die Handlung hineingezogen werden. Besonders zum Ende hin mutet Miéville diesen Figuren und damit auch dem Leser überraschend viel zu. Der Hintergrund der unentrinnbaren Metropole tut ein übriges, um den Leser zuweilen beinahe mitverzweifeln zu lassen. Doch Miéville gelingt das Kunststück, daraus Spannung zu beziehen und letztlich den Wunsch nach mehr zu wecken. Dieser Wunsch muss nicht unerfüllt bleiben: Mit Die Narbe & Leviathan ist ein weiterer Roman erschienen, der vor dem gleichen Hintergrund spielt. Jakob Schmidt ALIEN CONTACT
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| Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis in der
Kategorie »Bestes
ausländisches Werk 2002« Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis in der Kategorie »Beste Übersetzung 2002« |
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