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| Käpt'n Blaubär ist im
Laufe der Jahre zu einer regelrechten Kultfigur geworden. Walter Moers, der Schöpfer der
Figur, fühlte sich jedoch vom Merchandising-Rummel um den blauen Bären genervt und
beschloß, höchstselbst die Biographie seines Helden zu schreiben. Zumindest die erste
Hälfte, denn bekanntlich haben Blaubären 27 Leben. Das Feuerwerk an Ideen, das Moers
verschwenderisch verschießt, ist nicht in wenigen Zeilen wiederzugeben. Die Geschichte
beginnt, als Klein-Blaubär in einer Walnußschale ausgesetzt mitten auf dem Meer auf den
tödlichen Malmstrom zuschwimmt. Er wird von den Zwergpiraten gerettet, doch als er ihnen
zu groß wird, setzen sie ihn auf der Insel der Klabautergeister aus. Von den
Tratschwellen lernt er das Sprechen, von einer fleischfressenden Feinschmeckerinsel wird
er fast verschluckt, als ihn ein kurzsichtiger Flugsaurier in letzter Sekunde rettet. Bei
Prof. Dr. Abdul Nachtigaller in den Finsterbergen geht er zur Schule. Schließlich reist
er durch den Großen Wald, ein Dimensionsloch, die Süße Wüste, wohnt eine Zeitlang in
der Tornadostadt, durchquert den Kopf eines Riesen und erreicht Atlantis. Man könnte Moers mit Michael Ende oder Tolkien vergleichen, doch er ist unterhaltsamer, ideenreicher und spritziger als beide zusammen. Zudem ist das Buch einfach zauberhaft vom Autor selbst illustriert und typographisch sehr liebevoll gestaltet. Ein ideales Geschenk, und das nicht nur für Kinder. Aber Vorsicht: Wenn Sie es verschenken wollen, kaufen Sie es rechtzeitig, denn wenn Sie sich festlesen, dauert es seine Zeit, bis Sie das Buch wieder zuschlagen. Übrigens brach Moers mit diesem Roman einen deutschen Rekord. Die Taschenbuchrechte wurden laut FOCUS für über 1,5 Mill. DM an Goldmann verkauft. |
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