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| ALIEN CONTACT 64 |
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Alien Contact Buch-Tips |
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| Mit diesem Roman beweist Moorcock, dass er nicht nur ein Meister
der heroischen Fantasy und der avantgardistischen New Wave ist. Im Stil der alten
Abenteuerromane der Jahrhundertwende entwickelt der Autor eine haarsträubende Geschichte
um Captain Oswald Bastable. Der Text auf der Rückseite der Heyne-Ausgabe fasst die Handlung sehr treffend zusammen:
Auch andere bekannte Personen tauchen auf. So trifft Bastable zum Beispiel einen biederen Luftoffizier namens Michael Jagger. Als Bastable aus den britischen Luftstreitkräften entlassen wird und auf einem Zeppelin-Frachter anheuert, weil ihm der polnische Kapitän Korzeniowski vertrauenswürdig erscheint, muss er feststellen, dass dieser doch tatsächlich mit Terroristen sympathisiert, ja sogar einen aus England herausschmuggelt, nämlich den deutschen Star-Anarchisten Graf Rudi von Dutschke. Zunächst will Bastable als loyaler Brite den Kapitän und seine Mannschaft auffliegen lassen, doch da wird das Schiff von Luftpiraten gekapert und in eine geheime Stadt in China gebracht. Während die ersten beiden Teile des Romans ein wildes Abenteuergarn sind, gewinnt das Buch im dritten Teil eine ungeahnte politische Dimension. Die »Stadt des Sonnenaufgangs« in China ist nämlich von kommunistischen Intellektuellen aus der ganzen Welt bevölkert. Während Bastable anfangs seine kapitalistischen Ideale vertritt, überzeugen ihn Gespräche mit Dutschke und dem greisen Wladimir Iljitsch Uljanow, den alle Onkelchen Wladimir nennen, davon, dass vieles in der Welt nicht so eingerichtet ist, dass die Menschen ein freies und glückliches Leben führen können. Schließlich wird die Stadt von einer Alliierten Luftflotte angegriffen, kann sich jedoch durch ihre wissenschaftlichen Errungenschaften verteidigen und den Feind sogar schlagen. Schließlich gilt es, die Hauptbasis der Imperialisten im nicht weit entfernten Hiroshima mittels einer neuen Waffe, die noch nie erprobt wurde, zu vernichten. Bastable erklärt sich bereit, das Schiff zu fliegen, das die Bombe transportiert, denn er ist einer der erfahrensten Luftschiffer in der Stadt des Sonnenaufgangs. Doch die Bombe ist fataler, als alle angenommen hatten. Sie hatte irgendetwas mit Atomkräften zu tun, erfuhr Bastable. Durch die Explosion wird er wieder in der Zeit zurückgeschleudert, doch das Jahr 1902, in dem er eintrifft, ist ein anderes als das, welches er vor langer Zeit in Teku Benga verlassen hat. Was diesen Roman von einer reinen Abenteuergeschichte abhebt, sind die politischen Diskussionen, die die Figuren führen. Als Bastable schließlich seine Meinung ändert und vom reaktionären Kapitalisten zum Revolutionär wird, relativiert Moorcock die kommunistische Begeisterung durch den Einsatz der Atombombe. Auch zeigt der Autor auf, dass der Verlauf der Geschichte nicht nur von einzelnen Menschen abhängt, sondern welchen Einfluss wissenschaftliche und technische Errungenschaften auf unser Jahrhundert ausübten. Es ist erschreckend, wenn man erkennt, auf welch wackligen Füßen das politische Gleichgewicht unserer Welt steht und wie leicht die Geschichte einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Durch das Auftauchen von Una Persson, die bereits in den Cornelius-Chroniken eine Rolle spielte, ist das Buch lose mit den anderen Werken Moorcocks verbunden. |
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