![]() |
| ALIEN CONTACT 66 |
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| Der Albino Ulric Graf von Beck ist der Letzte eines Geschlechts, das schon
seit Generationen magische Artefakte hütet. Als sich die Nazis für diese Besitztümer
interessieren, verweigert Ulric die Herausgabe, wird inhaftiert und gefoltert. Das Schwert
Rabenbrand scheint damit verloren, doch unerwartet erhält Ulric Hilfe: Die mysteriöse
Oona steht ihm ebenso bei wie ein geheimnisvoller Krieger, der zunächst eine Figur aus
Ulrics Träumen zu sein scheint, dann jedoch zunehmend real wird und mit ihm verschmilzt.
Seine Flucht vor den Nazis führt Ulric in bizarre Welten und überall wütet der
ewige Kampf, den die Mächte des Chaos und der Ordnung gegeneinander führen. Elric von Melniboné ist zweifellos dir schillerndste Romanfigur des britischen Autors Michael Moorcock. Keine der nachfolgenden Serien um die anderen Reinkarnationen des tragischen Ewigen Helden (Corum, Erekosë usw.) konnte so viele Fans an sich binden. Von daher lag es nahe, sich Elric nach dem Ende der sechsbändigen Original-Reihe und zwei später erschienenen Romanen erneut zu widmen und ihn Abenteuer erleben zu lassen, die zeitlich zwischen den anderen Büchern einzuordnen sind bzw. ihn in einer neuen Serie einzubinden. Die Hauptfigur in Tochter der Traumdiebe ist Ulric Graf von Beck, eine weitere Reinkarnation Elrics, doch taucht dieser später ebenfalls auf und greift aktiv in das Geschehen ein. Thematisiert wird wieder einmal der Kampf der Ordnung gegen das Chaos, wobei sich die Festlegung auf Gut und Böse nicht auf die beiden antagonistischen Mächte anwenden lässt. Tatsächlich verfolgen die Lords oft eigene Pläne, und auch die Ritter dieser mächtigen Wesen unterwerfen sich nicht gänzlich deren Befehlen, sondern handeln, wie es ihnen richtig erscheint. Die Handlung spielt in Nazi-Deutschland. Die Nazis wollen der Welt ihre Ordnung aufzwingen, die von einer wirren, verdreht-mythologischen Ideologie bestimmt wird. Als nützliche Werkzeuge dienen hierbei magische Artefakte: Ulrics Schwert und die Schwesterklinge spielen eine bedeutende Rolle. In Folge sind es die Mächte des Chaos, in deren Dienste Elric steht, die quasi als das Gute die Helden in ihrem verzweifelten Kampf unterstützen. Schon bald verlagern sich die Ereignisse in andere Welten, die dem Leser aus den älteren Büchern bestens bekannt sind. Man trifft auf die Begleiter Elrics und andere vertraute Figuren. Ein Aha-Erlebnis folgt auf das andere. Die Geschichte selbst ist nicht unbedingt neu, da das Thema des Ewigen Kampfes alle Serien wie ein roter Faden durchzieht und die gewollten Überschneidungen alle Titel miteinander verknüpfen. Unterschiede findet man in den Orten und Zeitaltern; die Gefahren und Schlachten unterliegen Variationen. Sicher ist nicht uninteressant zu wissen, dass der vorliegende Band 2002 bereits bei Heyne als Paperback erschien. Auch die Figur Ulric Graf von Beck wird einigen vertraut sein. Die Kriegsmeute, ebenfalls Heyne (1985), die in Deutschland zur Zeit des dreißigjährigen Kriegs angesiedelt ist, schildert die Abenteuer von Hauptmann Ulrich von Bek, der Luzifer beisteht, welcher sich mit dem Himmel aussöhnen will. Zu den Teufeln, die das zu verhindern versuchen, zählen beispielsweise Arioch und Xiombarg, zu ihren Helfern der Hexenmeister Klosterheim. Das Universum Moorcocks ist einzigartig in seiner Komplexität. Wer Fantasy schätzt, darf sich freuen, mit diesem Band etwas vorzufinden, das alles bietet, was das Genre Sword & Scorcery ausmacht: phantastische Welten voller bizarrer Lebensformen, einen ungewöhnlichen Heroen und seine Gegenspieler, die alle in ihren traditionellen Rollen, die ihnen das Schicksal auferlegt hat, gefangen sind. Nach all den eintönigen Endlos-(Rollenspiel-)Serien, den eintönigen Werken von Absolventen US-amerikanischer Schreibworkshops und der langweiligen Hausfrauen-Fantasy, bei der mit etwas Hokuspokus ein Liebesroman ins phantastische Regal gezaubert wird, freut sich jeder Leser, wenn sich ein Verlag endlich wieder an einen der Altmeister erinnert, die dazu beitrugen, dass Fantasy-Romane zu einer beliebten Lektüre wurden. Irene Salzmann ALIEN CONTACT |
![]()
|
| ALIEN CONTACT 66 |