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Horst MüllerPeter dreht durch oder was wäre wenn... ?Originalausgabe 1998 |
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Horst Müller beweist in seiner liebenswerten Huldigung an die DDR-SF der
fünfziger und sechziger Jahre, daß nicht alle Aliens ihren Burger mit Humanprotein
nehmen und es auch freundliche und wohlgesinnte Erdbesucher gibt. Passend zu dieser
Hommage ist der Band auch in der Art der legendären »Gelben Reihe« des Verlags Das Neue
Berlin gestaltet, in der damals viele Autoren der ersten DDR-SF-Generation
veröffentlichten. Hier kann man einmal positiv anmerken, daß sich Inhalt und Äußeres
ergänzen. Den Leser erwartet also nicht die erste Invasion der Centaurimenschen, sondern
ein phantastisches Jugendbuch um zwei Freunde, die einem jungen Raumfahrer aus der Patsche
helfen. Peter und Kalle sind zwei ganz normale Jungs und immer auf der Suche nach einem
Abenteuer - aber wo gibt es das schon in einem abgelegenen Nest wie Weißbach! Weißbach, das ist eine Idylle, ein Ort, wo die Welt noch in Ordnung ist und die Menschen noch edel, hilfreich und gut. Eine Welt, die wie eine Zeitnische wirkt. Und das prägt auch das Bild, das Horst Müller von seinen jungen Protagonisten zeichnet. Diese romantischen Vorstellungen decken sich nicht immer mit den Realitäten der neunziger Jahre, was zu leicht skurrilen Situationen führt, die aber auch den Charme des Buches ausmachen. Hal, der Außerirdische, ist natürlich auch eine Symbolgestalt. Er ist etwa im gleichen Alter wie seine irdischen Freunde, also um die 17 Jahre, aber als Nichtirdischer kann er Dinge hinterfragen, die wir mittlerweile als selbstverständlich akzeptieren, obwohl sie nicht in Ordnung sind. Dabei kommt er manchmal wie der junge Winnetou daher, der seine weißen Brüder oft nicht versteht. Vor allem Peter nicht, denn der hat zu allem Unglück auch noch ein Auge auf die schöne Carla geworfen und sieht daher vorzugsweise in jedem einen potentiellen Rivalen, sogar in Hal. Ein Jugendbuch eben, da darf die Liebe nicht zu kurz kommen. Und der Spaß! Den wollen die Vier haben, aber Hal hat nur einen heimlichen Abstecher auf die Erde gemacht, das Mutterschiff mit seinen besorgten Eltern wird ihn bald abholen. Kids von heute würden vielleicht New York oder L.A. ansteuern, um sich ins pralle Leben zu stürzen - unsere Helden aber wählen L.E., das gute alte Leipzig. Sonst wäre es ja auch keine DDR-SF-Hommage mehr. In Leipzig kollidiert die Welt der 60er Jahre mit den unheimlichen Erscheinungsformen der 90er. Und dort kommt es auch nach weiteren Irrungen und Wirrungen zum symbolträchtigen Showdown. Der offenbart mehr noch als jede andere Szene Horst Müllers ungebrochenen Optimismus. Das ganze Buch ist ein Plädoyer für eine menschliche Zukunft, in der es sich zu leben lohnt. [fs ALIEN CONTACT 32]
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