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| Kalter Frühling spielt in einem Berlin der nahen Zukunft. Nach dem
Hauptstadtaufschwung fällt die Stadt schnell in einen Zustand sozialer und baulicher
Verwahrlosung. Einen sogenannten Mittelstand gibt es nicht mehr, die Kluft zwischen Arm
und Reich wird immer weiter, und je schlechter es den Menschen geht, um so beliebter wird
das Abtauchen in virtuelle Realitäten. Diana Bucovinsky, Psychologin und Spezialistin für cybertraumatische Erkrankungen, kommt von einem Paris-Aufenthalt nach Berlin zurück und wird unvermittelt in eine seltsame Mordserie verstrickt, welche ihren Auslöser in Cyberspace-Erfahrungen haben könnte. Eine gefährliche Suche nach Hintergründen und dem Täter beginnt. Florian Nelle baut seine Geschichte behutsam auf. Er reflektiert über ein Umfeld, welches er kennt, leider nicht ohne hin und wieder in Klischees abzugleiten. Einige originelle Einfälle über ein mögliches Berlin der Zukunft (z.B. fungiert das ehemalige KaDeWe als Polizeipräsidium) machen Kalter Frühling besonders für Berliner interessant. Vereinzelte, mit Belanglosigkeiten gefüllte Abschnitte des Romans bringen den Lesefluß jedoch immer wieder ins Stocken und machen die Lektüre dieses sozial engagierten Titels an manchen Stellen zur Geduldsprobe. |
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