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Alien Contact Buch-Tips |
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| Die
Zukunft verheißt nichts Gutes, auch Ulrike Nolte ist mit ihrem Debütroman auf diesen Zug
aufgesprungen. Die Ursache für ihre düstere Vision ist wieder einmal (nicht
unrealistisch) der Treibhauseffekt. Der Meeresspiegel ist weltweit gestiegen, ganze
Küstenlinien sind im Meer versunken, umgekehrt schreitet auch die Wüstenbildung auf dem
verbliebenen Festland voran. In der einsetzenden neuen Völkerwanderung sind alle
nationalen Grenzen zusammengebrochen, die von einem Weltkonzern dominierte Weltregierung
verwaltet mehr schlecht als recht das Chaos, und die UNO-Friedenstruppen sind nur noch
eine Farce, keine Blauhelm-Force. Merkwürdigerweise aber haben Strukturen wie der
US-Geheimdienst FBI und Greenpeace das Desaster überdauert, und obwohl die Ressourcen
denkbar knapp sein dürften, verschwendet man immer noch wertvolle Rohstoffe für
Papiertaschentücher! Es ist im wesentlichen die heutige Realität, die einfach ins 22.
Jahrhundert gebeamt wurde, natürlich durch die Klimakatastrophe und deren Folgen etwas
derangiert. Die Autorin siedelt die Handlung von Jägerwelten im Großraum Prag-Dresden an, der zur Agglomeration Pradres zusammengewachsen ist und von vielen lokalen Banden-»Baronen« beherrscht wird. Außerhalb der Wohnsiedlungen der privilegierten Hights herrscht das Faustrecht, den Underdogs (Nomaden genannt) pressen die juvenilen Krieger der Barone Schutzgeld ab. Das ist die Welt, in der sich die christlich-inspirierte Sekte der Jerusalemiten eine Nische eingerichtet hat, eine von hunderten Glaubensgemeinschaften in einer demoralisierten und desillusionierten Multikulti-Gesellschaft, die tagtäglich ums Überleben kämpft. Eine Welt der Jäger, der kaum gezähmten Bestie im Menschen. Die Schilderung dieses Existenzkampfes nimmt weite Strecken des Romans ein, wobei es einen triftigen Grund gibt, gerade die Jerusalemiten (Jetis) in den Fokus der Handlung zu setzen. Diese beherrschen nämlich die Technologie des zielgerichteten Raumsprungs und können ferne Welten erreichen. Der Weltkonzern will natürlich nicht untätig zusehen und setzt alle geheimdienstlichen und militärischen Mittel ein, um in dem Besitz dieses Wissens zu gelangen und die Sekte zu zersprengen. Auf der Seite der »Guten« mischt aber ein freundliches Alien mit, der intelligente Flugsaurier Schatten, den zwei der Jetis als Souvenir von einer Forschungsexpedition mitgebracht haben. Er bringt ihnen die Telepathie bei und verschmilzt die Jerusalemiten-Kommune zu einem mentalen Über-Ich. Das und weitere phantastische neue Fähigkeiten führen letztlich zu einem Happy End für die Jetis, nicht aber auch nur ansatzweise zur Lösung der grundlegenden sozialen Probleme auf der Erde. Das Science-Fiction-Element in Jägerwelten birgt ohne Frage ein kreatives Potential. Leider kleistert die Autorin dieses zunehmend mit einer esoterisch-obskuren Soße zu, die der Dune-Verfilmung alle Ehre gemacht hätte (der Planet, von dem das Alien stammt, heißt übrigens Wüstenplanet ...). Auch wenn es abgedroschen klingt, manchmal ist weniger wirklich mehr, zumal dann, wenn sich die Handlung in ausufernden Dialogen verliert, die selten der Story guttun. Jägerwelten geriert sich unverkennbar als Kind der Fun-Generation. Rollerskater und Skateboarder beherrschen die Endzeit-Szenerie, die Umgangssprache Comp ist ein anglizistischer Slang, der irgendwann mächtig nervt, und alles ist eben voll cool. Zum Glück hat Ulrike Nolte den Roman um das Jahr 2170 angesetzt, der Schrecken trifft uns also nicht mehr. Wir versauen derweil fröhlich weiter unsere Umwelt, damit die Katastrophe dereinst so richtig arg wird. Fred Siebert ALIEN CONTACT
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