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Stewart O'Nan

Halloween

The Night Country • 2003

Science Fiction > Alien Contact
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Ein schrecklicher Unfall hat sich an Halloween ereignet: Fünf Jugendliche prallten mit dem Auto in voller Fahrt gegen einen Baum, drei starben dabei, und einer wurde so schwer verletzt, dass er seitdem geistig behindert und körperlich verunstaltet ist. Der einzige, der scheinbar unverletzt geblieben ist, fühlt sich innerlich wie tot. Ein Jahr später, pünktlich zum nächsten Halloween-Fest, kommen die Geister der drei Gestorbenen zurück, um den Überlebenden nahe zu sein und die sich anbahnende tragische Entwicklung zu verhindern. Tim, der seinerzeit als einziger davongekommen zu sein scheint, will und kann so nicht mehr weiterleben und beschließt, ebenfalls zu sterben. Aber nicht nur die drei Geister versuchen, dies zu verhindern, sondern auch der Polizist, der vor einem Jahr die Jugendlichen verfolgt hat und sich seitdem mitschuldig an dem Unfall fühlt. Doch ihnen allen scheinen die Hände gebunden zu sein: Denn Geister können kaum Einfluss auf die Lebenden nehmen, und der Polizist wird selbst viel zu sehr von seiner vermeintlichen Schuld und seinem dadurch zerstörten Leben gequält, als dass er rationell handeln könnte. Und so ist die Katastrophe geradezu vorprogrammiert ...

Das wahre Grauen in diesem Roman liegt in der völligen Auswegslosigkeit der Situation. Obwohl alle Beteiligten im Grunde ganz genau wissen, auf welches schreckliches Ereignis die Handlung zusteuert, ist niemand fähig, etwas daran zu ändern. Der Leser wird dadurch regelrecht gezwungen, sich Gedanken über das Schicksal, das Leben und die eine oder andere Sinnfrage zu machen. Nicht nur die Tiefe der Handlung unterscheidet Halloween von vielen eher oberflächlichen Büchern, sondern auch der außergewöhnliche Stil. Die Beschreibung der typischen amerikanischen Kleinstadt, ihrer Bewohner und deren Lebensumstände, die oft genug einiges an realem oder eingebildeten Horror in sich tragen, erinnert an Stephen King. Die zurückhaltende, kunstvolle Sprache gemahnt dagegen an Ray Bradbury, dem das Buch auch gewidmet ist.

Besonders interessant an Halloween ist jedoch die ungewöhnliche Erzählperspektive aus der Sicht der Geister, welche die lebenden Protagonisten unbemerkt aufsuchen und deren Tun kommentieren.

Damit ist Halloween einerseits eine durchaus gelungene Mischung der Stilmittel der beiden genannten, recht unterschiedlichen Meister der Phantastischen Literatur. Andererseits ist Stewart O`Nan originell genug, so dass sein Roman als absolut eigenständig bezeichnet werden kann - ein Autor also, den man unbedingt im Auge behalten sollte!

Christian HoffmannALIEN CONTACT

Originalausgabe
Stewart O'Nan, The Night Country Bestellen
Deutsche Erstausgabe
Stewart O'Nan, Halloween
(Reinbek: Rowohlt, 2004) Bestellen
Deutsch von Thomas Gunkel, Titelbild von Walter Hellmann, Hardcover, 256 Seiten
Leser-Service
Lieferbare Titel von Stewart O'Nan
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