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James A. Owen

Kai Meyers Mythenwelt 2: Der unsichtbare Mond

Originalausgabe • 2003

Science Fiction > Alien Contact
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Im ersten Band der Mythenwelt-Serie, Die ewige Bibliothek, erfuhren die Leser, dass ein neues Zeitalter anbricht, das die Realität verändert. Das zweite Buch spielt nicht in Europa, sondern in Nordamerika in der verschlafenen Kleinstadt Silvertown; noch genauer: im Café Soame's, das dem exzentrischen Ehepaar Kawaminami gehört. Protagonisten des Romans sind Shingo, der Sohn der Café-Besitzer, seine Freundin Meredith und ein reichlich durchgedrehter Sensationsreporter. Das verwandtschaftliche Verhältnis, in dem Meredith zu einer der Hauptfiguren aus dem ersten Roman steht, wird erst im Laufe der Handlung geklärt.

In Silvertown verschwinden nach und nach Menschen und Tiere, wobei sich einige »verwandeln«. Selbst unbelebte Dinge wie Flugzeuge, Lokomotiven oder Busse verwandeln sich in Fabelwesen, die die wenigen Überlebenden verfolgen. Shingo, Meredith und die anderen versuchen herauszubekommen, was die Ursache für all diese Merkwürdigkeiten sein mag, und eine Spur führt tatsächlich zu Michael Langbein, der während der Bayreuther Festspiele ermordet wurde. Tragischerweise sind alle Beteiligten selbst Bestandteil der Realitätsveränderung, so dass sie noch nicht einmal ihre eigene Verwandlung wahrnehmen. »Heute Morgen habe ich den Zeitungsjungen getötet«, lautet der erste Satz des Buches, der mit einer Selbstverständlichkeit vorgetragen wird, als ginge es nur darum, eine Zeitung gekauft zu haben.

Während im ersten Band Schauplätze auf mehreren Erdkontinenten einer ganzen Reihe von Figuren als Bühne dienten, ist der zweite Band eher ein Kammerspiel mit einer Hand voll Akteure auf kleinstem Raum. Wirklich interessant wird der Roman nicht nur durch die absurden Situationen und skurrilen Figuren, sondern vor allem durch zahlreiche tragische Verstrickungen der Schicksale der Protagonisten.

Vor dem Ende dieser Serie sollte man vorsichtshalber noch nicht behaupten, dass James A. Owen zu den großen neuen Autoren der phantastischen Literatur gehört. Aber dass er ein visionärer Erzähler ist, steht bereits jetzt fest.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
James A. Owen, Kai Meyers Mythenwelt 2: Der unsichtbare Mond
(Almersbach: Festa, 2003) [1202] Bestellen
dt. von Sara Schade, Titelbild von Dieter Rottermund, Hardcover, 206 Seiten
Siehe auch
James A. Owen, Kai Meyers Mythenwelt 1: Die ewige Bibliothek (2002)
James A. Owen, Kai Meyers Mythenwelt 3: Der zeitlose Winter (2004)
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