![]() |
| ALIEN CONTACT 63 |
| Science Fiction >
Alien Contact Buch-Tips |
|
| Eine junge Ärztin namens Marisa Kapelson tritt ihren Dienst in der
Eidolon-Stiftung an, einer speziellen psychiatrischen Einrichtung. Die Stiftung ist in
einem mittelalterlichen Schloss etwas außerhalb der Stadt Linz untergebracht. Zunächst
will sich Marisa mit den Patienten vertraut machen und erfährt mancherlei
Verrücktheiten, die ihr unglaublich erscheinen. Einer erzählt ihr, dass er bereits seit
Jahrtausenden lebt, drei andere behaupten, atlantische Magier zu verkörpern und wieder
ein anderer glaubt, Hagen von Tronje zu sein. Dr. Syntax, der Leiter der Einrichtung,
untersagt Marisa jedoch, mit dem Patienten zu sprechen. Nach und nach erfährt die junge Ärztin trotzdem allerlei interessante Details über Richard Wagner und andere Persönlichkeiten aus dessen Umfeld. Doch da erreicht die Umkehrung, deren verwirrende Auswirkungen der Leser bereits aus den früheren Mythenwelt-Bänden kennt, auch die Klinik. Jegliche Technik versagt, auch die Heizung und das elektrische Licht. Gleichzeitig beginnt in der Klinik eine Mordserie, und draußen, in den kalten Winternächten, streunen seltsame Gestalten herum. So bleibt Dr. Syntax und Marisa nichts anderes übrig, als sich im Turm der Anstalt zu verschanzen und abzuwarten. Mit den wenigen Patienten, die im Turm untergebracht waren, vertreiben sie sich die Zeit mit Gesprächen. Und was dabei zu Tage kommt, ist mehr als haarsträubend. Niemand ist das, was er zu sein vorgibt. Marisa muss nach und nach erkennen, dass ihre Patienten wohl doch nicht verrückt sind, sondern tatsächlich seit Jahrhunderten leben und geheime Ziele verfolgen. Und Juda, den man bereits aus dem ersten Band kennt, hat gar die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen ... Während sich in den ersten drei Büchern die Ereignisse fast überstürzten, passiert im vierten Band eher wenig. Stattdessen reden die Protagonisten ununterbrochen. Dabei sind diese Dialoge zum großen Teil sehr interessant und man erfährt Details über Richard Wagner, Franz Schubert, Franz Liszt und Anton Bruckner und natürlich auch einiges Neues über die Erlkönige. Trotzdem hat man den Eindruck, dass James A. Owen sich in der Mythenwelt etwas festgefahren hat oder ihm langsam die Puste ausgeht. Im letzten Teil dieses Romans überstürzen sich die Enthüllungen, wobei einige Ideen zwar gewohnt skurril, jedoch von zweifelhafter Logik sind. So tauchen im Laufe des Buches immer wieder blaue Hühner auf, teils ohne Kopf. Die blaue Verfärbung des Gefieders wird mit dem »Dopplereffekt bei Zeitreisen« erklärt, wobei der Autor völlig außer Acht lässt, dass der Dopplereffekt ein rein optisches Phänomen ist, das mit relativen Geschwindigkeiten zweier Objekte und keineswegs mit der Zeit zu tun hat. Nach solchem Unfug fällt es schwer, anderen Erklärungen des Autors Glauben zu schenken. Dennoch ist das Buch höchst unterhaltsam. Der erste Teil beginnt mit dem Satz: »Die Welt ist voller Wunder.« Für Owens Romane trifft das auf jeden Fall zu. |
![]() |
| ALIEN CONTACT 63 |