ALIEN CONTACT

Matthias Robold

Hundert Tage auf Stardawn oder: der Status des Menschen

Originalausgabe • 1999

Science Fiction > Alien Contact
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Irgendwann im zweiten Jahrhundert einer neuen Zeitrechnung: Die Menschheit expandiert scheinbar unaufhaltsam in den Weltraum. Mit Unterstützung und Förderung der Erdregierung erkunden und erschließen interstellare Konzerne ein Planetensystem nach dem anderen. Ausgangspunkt sind gigantische Raumstationen, die als Relais für den Hyperraumverkehr fungieren. Die Planeten des jeweiligen Systems werden entweder per Terraforming erdähnlich umgestaltet oder dienen dem jeweiligen Konzern als Rohstoffquelle. Auf höhere Lebensformen ist man bisher nicht gestoßen - die These von der Einmaligkeit der menschlichen Entwicklung im Weltraum setzt sich mangels Gegenbeweisen langsam, aber sicher durch.

Die Handlung dieses Romans setzt mit der Inbetriebnahme von Stardawn ein - der jüngsten Raumstation der Menschheit. Besitzer ist der Overman-Konzern, der sie als Basis für die Erschließung des Katanoisis-Systems benutzt. Angelinus Corros wird als Seelentherapeut auf die neue Station berufen. Seine Aufgabe ist die psychische Betreuung von »transferierten« Personen - unheilbar Erkrankten, deren Bewußtsein auf einen genetisch duplizierten, gesunden Körper übertragen wurde. Einer seiner ersten Fälle ist der bekannte Physiker Natal, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Antimaterieforschung, der sich jedoch mit Haut und Haaren an den Overmann-Konzern verkauft hat. Bei der Transferierung von Natal war es zu einem nicht erklärbaren Defekt gekommen. Zur allgemeinen Verwunderung bestreitet Natal, daß er dadurch irgendwelche Schäden davongetragen hat.

Kurz darauf wird von einem Erzfrachter eine Rettungskapsel mit drei Leichen gefunden. Gerüchte kursieren, der Overmann Konzern habe sich das Katanoisis-System widerrechtlich angeeignet und die tatsächlichen Entdecker beseitigt. Es kommt zu weiteren Morden, denen führende Politiker der Erdregierung und Manager des Overmann-Konzerns zum Opfer fallen. Angelinus Corros versucht all diese Ereignisse miteinander in Verbindung zu bringen, doch die ganze, schreckliche Wahrheit erfährt er erst, als es schon zu spät ist...

Gesellschaftskritik ist in der deutschsprachigen Science Fiction selten geworden. Matthias Robold hat es dagegen in seinem Erstlingswerk verstanden, nicht nur die Konsequenzen einer sich abzeichnenden Entwicklung warnend aufzuzeigen, sondern dies auch mit grundlegenden philosophischen Überlegungen, technischer Detailtreue und einer äußerst spannenden Romanhandlung zu verknüpfen.

Auf die weiteren Werke des Autors darf man gespannt sein.

• Gerd Bedszent • ALIEN CONTACT 37

Matthias Robold
Hundert Tage auf Stardawn oder: der Status des Menschen (Frankfurt/M: Suhrkamp, 1999) [TB3016] Bestellen
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