| Montague Rhodes James (1862 - 1936) ist der wichtigste Autor englischer
Geistergeschichten. Seine Kurzgeschichten erschienen Anfang des 20. Jahrhunderts und
liegen in Sammelbänden zu großen Teilen bereits auf Deutsch vor. Er begründete eine
eigene Erzähltradition und wählte Protagonisten, die seiner eigenen Gesellschaftsschicht
nahe stehen, also meist Männer der gebildeten, gehobenen Mittelschicht. Die Geschichten
ranken sich meist um uralte Flüche, in alten Büchern verborgenes Wissen, seltsame
Erbschaften und Ähnliches. James Tradition folgten eine Reihe anderer Autoren,
die das Schreiben nicht zum Hauptberuf erkoren haben, sondern nebenbei und ausschließlich
zur - typisch britischen - Erbauung ihre Texte verfassten. Daher ist deren Werk auch recht
schmal und in Deutschland so gut wie unbekannt. Die Herausgeber der Antholgie haben
jeweils zwei typische Erzählungen der Autoren ausgewählt und um eine aussagekräftige
Biographie ergänzt. Es handelt sich dabei um M. R. James höchstpersönlich, A. C.
Benson, Arthur Gray, E. G. Swain, W. C. Dickinson, Frederick Cowles, R. H. Malden, A. N.
L. Munby, Elanor Scott, Basil A. Smith, Margaret Irwin und L. T. C. Rolt.
Ein zwanzigseitiges bebildertes Vorwort gibt einen umfassenden Einblick in die
Traditionen der englischen Geistergeschichte. Drei Aufsätze von M. R. James
(»Geschichten, die ich schreiben wollte«, »Einige Bemerkungen über
Gespenstergeschichten« und »Seid gut zu euren Gespenstern!«) sowie »Die
Geistergeschichte - ein Nachruf« von L. T. C. Rolt runden das Buch ab.
Diese mustergültige Anthologie sollte nicht nur von Freunden der phantastischen
Literatur gelesen werden, sondern auch in jeder Bibliothek verfügbar sein!
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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