| Dieser Roman ist ein Klassiker
der modernen Science Fiction, und
William Gibson bezeichnet ihn nicht umsonst in seinem Vorwort als »protoplasmische Mutter
aller Cyberpunkromane«. Nachdem die ursprüngliche Fassung des Buches bereits 1980
erschien (1982 als Rebellion der Stadt bei Knaur), hat der Autor den Roman in den
Neunzigern überarbeitet. Anlaß genug, dieses wichtige Werk noch einmal neu zu
übersetzen. - San Francisco ist fest in der Hand der Mafia, nicht nur die Politiker,
sondern auch ein großer Teil der Polizei sind gekauft. Stu Cole besitzt einen Club, in
dem gelegentlich die Rocksängerin Catz auftritt. Eines Nachts taucht ein unbekannter Mann
auf. Während er durch die Menge geht, ändert sich sein Aussehen, nur eines nicht: die
undurchsichtige Spiegelbrille, die ihm direkt aus den Schläfen wächst. Anfangs hat Stu
Probleme zu akzeptieren, daß der Mann die fleischgewordene Persönlichkeit der Stadt ist
und sich City nennt. Er kann nicht nur gelegentlich in menschlicher Form erscheinen, wenn
er ein geeignetes »Gefäß« findet, sondern mit bestimmten Leuten über Fernseher,
Radios und Telefone kommunizieren. City will sich gegen die Mafia wehren, und Stu soll ihm
dabei helfen. Der schon etwas in die Jahre gekommene Clubbesitzer startet einen
Ein-Mann-Feldzug gegen die Korruption, und dabei geht es nicht zimperlich zu. Erst nach
und nach werden Cole die tatsächlichen Motive von City klar, doch da kann er nicht mehr
zurück. Das Große Saubermachen hat begonnen. Auch wenn die Punk-Mentalität, die
dieser Roman auf jeder Seite verströmt, vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist, so
schießt Shirley dennoch ein atemloses Feuerwerk ab, dessen Faszination man sich kaum
entziehen kann. Einziger Wermutstropfen ist vielleicht der etwas esoterisch geratene
Schluß, der jedoch in gewisser Weise mit der Idee einer personifizierten Stadt
harmoniert. Der Roman hat einen ebenso stampfenden Beat wie ein harter Rocksong.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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