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| Wenn
Michael Siefener von Phantastik spricht, reduziert er das Thema auf die Unheimliche
Literatur. Das bleibt ihm zwar unbenommen, aber genausogut könnte er von Bergen sprechen
und damit allein die Vulkaneifel meinen. So verwundert es nicht, daß sich Nonnen
ebenfalls als Grusel-Story geriert. Es ist ein Buch, das von Stimmungen lebt. Siefener
versteht es, eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen, die den Leser durchaus
gefangennehmen könnte. Leider befindet sich in der gelungenen Verpackung wenig greifbarer
Inhalt. Nach einer endlos langen Einleitungsphase quält sich die Handlung dahin, hier und
dort einen Haken schlagend, um schließlich ein absehbares und fast erlösendes Ende zu
finden. Dazwischen gibt es unheimliche Nonnen und Ich-Erzähler, die einander abwechseln,
sich in der Schilderung des Unfaßbaren überschneiden und doch nur blasse Statisten
bleiben. Gut, daß (wohl, um den Band auf Taschenbuchdicke zu bringen) fünf Grusel-Miniaturen unter dem Titel Die Farben der Nacht an den Roman angehängt sind. In ihrer unausschweifigen Kürze vermögen sie den Thrill des Siefenerschen Horrors viel prägnanter und intensiver zu transportieren. Sie sind das eigentliche Plus des Buches und das Sahnehäubchen auf einem eher kalorienreduzierten Dessert. W. Pankow ALIEN CONTACT |