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Die
Lichtjahr-Almanache gelten als »Visitenkarten« der DDR-Science-Fiction vor
allem der 80er Jahre. Mit dem Ende der DDR kam auch das Aus für diese Almanache des
traditionsreichen Verlagshauses Das Neue Berlin, das sich nur als Kleinverlag in die neue
Zeit retten konnte. Die Leipziger SF-Freunde haben das Projekt nun wieder vom Abstellgleis
geholt, wo nach fast zehn Jahren schon Gras darüber zu wachsen drohte. Zum Glück hat der
alte und neue Herausgeber Erik Simon einen großen Teil des Original-Materials des nicht
mehr realisierten Lichtjahr 7 über die Zeit gerettet, der nun zusammen mit neuen
Beiträgen die FKSFL-Ausgabe bildet.Der Almanach ist sehr solide gemacht und braucht den Vergleich mit seinen sechs Vorgängern nicht zu scheuen. Zu einer schönen Optik kommt die inhaltliche Vielfalt, die Lichtjahr von jeher auszeichnete. Sämtliche Graphiken und Farbillustrationen sind neu, da die ursprünglich vorgesehenen nicht mehr verfügbar waren. Auch - ein Novum - ist es diesmal ein rein deutsches Lichtjahr, die Stories und Essays von ausländischen Autoren konnten gleichfalls nicht verwendet werden. Das stellt aber kein Minus dar, da die deutschen Beiträge den Verlust mehr als wettmachen. Neben Prosa von Wolfram Kober, Detlef Budde, Peter Schünemann, Andreas Melzer, Günther Krupkat, Johanna & Günter Braun, Angela & Karlheinz Steinmüller, Alexander Kröger, Alfred Leman, Jörg Mosch, Karsten Kruschel und Rolf Krohn sind es vor allem die »Hundert Zeilen zur SF«, an denen sich insgesamt sechszehn Autoren, Publizisten und Herausgeber aus Neufünfland, den Alten Bundesländern und Österreich beteiligten. In Lichtjahr 3 gab es 1984 bereits eine ähnliche Aktion, und es ist interessant, wie sich der Blickwinkel in den letzten fünfzehn Jahren gewandelt hat. Egal, ob der Blick nun zurück, voraus, rundum geht oder neugierig von nebenan kommt, die Meinungen sind so verschieden wie die Lebenserfahrungen und Zukunftssichten der Schreibenden. Den bibliographischen Part hat diesmal Hans-Peter Neumann übernommen, der seine Bibliographie der DDR-Science Fiction (Edition Avalon, 1996) für Lichtjahr 7 auf den Zeitraum 1990/91 bis 1999 erweiterte. In der Auswahl der Illustrationen spiegelt sich das Science-Fiction-Fandom von heute wieder, es finden sich Graphiken und Farbtafeln u. a. von Thomas Hofmann, Jörg Kleudgen, Dirk Berger, Mario Franke (der auch den Schutzumschlag gestaltete), Klaus Brandt, Leonore und Gundula Sell, Gregor Beckmann, Gerd Frey und dem jung verstorbenen Stefan Hecking, daneben aber auch der Altmeister Herbert W. Franke. Erik Simon hat sein bewährtes Lichtjahr-Konzept nicht verwässert, sondern konsequent umgesetzt und ein bibliophiles Kleinod geschaffen, das man immer wieder mit Genuß zur Hand nehmen kann und - trotz des opulenten Preises - wirklich jede Mark wert ist. Fred Siebert ALIEN CONTACT |
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| Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis Beste Graphik 1999 (Titelbild von Mario Franke) Sonderpreis 1999 (Erik Simon und der Freundeskreis Science Fiction Leipzig e.V.) |
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