ALIEN CONTACT
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Erik Simon

Sternbilder

Originalausgabe • 2002

Science Fiction > Alien Contact
Buch-Tips
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Erik Simon gehört zu den besten und doch weitgehend unbekannten deutschen Science-Fiction-Autoren, was nicht nur mit seiner Herkunft aus den »Neuen Ländern« zusammenhängt, sondern vor allem mit der Tatsache, dass er als Autor von Kurzgeschichten, als Übersetzter, Lektor und Herausgeber eher im Hintergrund agiert. Simons Name prangt selten in großen Lettern auf dem Buchtitel, sein letzter Erzählungsband mit eigenen Storys, Mondphantome, Erdbesucher, liegt bereits fünfzehn Jahre zurück. Seine Collection Fremde Sterne (1979 im Verlag Das Neue Berlin erschienen) bildet nun den Grundstock der auf mindestens drei Bände angelegten Werkausgabe, die von Sara Schade und Hans-Peter Neumann herausgegeben wird.

Erik Simon war von jeher ein sehr produktiver Schriftsteller, der auch zu Beginn seiner Karriere nicht nur »Mist in die Scheune gefahren« hat, sondern auch manches Kleinod der kurzen Prosa. So finden sich in Sternbilder neben den bekannten und genreprägenden Kurzgeschichten aus Fremde Sterne auch einzeln in Anthologien und Fanzines veröffentlichte bzw. gänzlich unveröffentlichte Storys sowie seine genialen Gedichte und Balladen, die wieder eine ganz eigene Kategorie des Simon‘schen Schaffens darstellen.

Einzelne Geschichten aus dem Band herauszugreifen und explizit zu rezensieren wäre sicher möglich und doch Beckmesserei. Erik Simon schildert teilweise skurrile Geschehnisse mit dem ihm eigenen hintergründigen Humor, sendet Botschaften, ist ernsthaft und zugleich satirisch. »Schubladen« sind ihm zu sperrig, und egal, ob man einer Lesung Simons beiwohnt oder sich in seine Geschichten vertieft, man wird immer zu neuen Einsichten gelangen und scheinbar Gewöhnliches mit neuen Augen sehen.

Bislang war es nicht leicht, sich einen Überblick auf das derzeitige Gesamtwerk Erik Simons zu verschaffen (erst recht nicht, wenn man seine Artikel, Vor- und Nachworte und Essays hinzurechnet). Die Streubreite der einzelnen Texte ist beachtlich: Die zu DDR-Zeiten publizierten Storys finden sich zwangsläufig in wenigen Anthologien, aber wer besitzt schon all die nach der Wende erschienenen Heyne-Anthologien, die Zeitschriftenbeiträge und kennt seine Pseudonyme, unter denen er allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Autoren veröffentlicht hat? Die Herausgeber, der Autor und der Shayol-Verlag haben sich eine Sisyphusarbeit vorgenommen, um die sie nicht zu beneiden sind. Doch das Ergebnis dieses ersten Bandes kann sich nicht nur einfach sehen lassen, es überzeugt durch die Fülle und Zusammenstellung der Geschichten und die ausführlichen und kompetenten Einleitungen zu den einzelnen Abschnitten. Die Benennung der Abschnitte verrät überdies einiges vom Spaß, den alle an der Arbeit hatten, denn sie sind mit »Ausgrabungen. Frühe Versuche« oder »Märchen vom Gebruder Simon« originell überschrieben.

Wie so oft hat das Backcover das letzte Wort, denn es wartet mit einer netten Stilblüte auf: »Sternbilder ist von den Herausgebern mit Einleitungen versehen und vom Autor mit Anmerkungen ergänzt worden.« Der Rezensent kann versichern, dass der Band vom Autor überdies auch mit Kurzgeschichten und Lyrik versehen wurde. Und das reichlich!

• W. Pankow • ALIEN CONTACT

• Ausgezeichnet mit dem Kurd Laßwitz Preis in der Kategorie »Beste Kurzgeschichte 2002« Kurd Laßwitz Preis
Originalausgabe
Erik Simon, Sternbilder
(Berlin: Shayol, 2002) [1003] Bestellen
Herausgegeben von Hans-Peter Neumann und Sara Schade
Titelbild von Franz Miklis, großformatiger Paperback, 281 Seiten
Siehe auch
»Spiel beendet, sagte der Sumpf« [Story]
Leser-Service:
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