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| Science Fiction > SF Personality > Cordwainer Smith Biographie | Instrumentalität der Menschheit |
| Dieser Text ist
überdurchschnittlich lang, mit mehr als 100 Seiten beinahe von Romanlänge, was Smith die
Möglichkeit gab, viel weiter als in seinen anderen Erzählungen auszuholen. Andererseits
sind seine Formulierungen aus dem selben Grund auch etwas weniger präzise. Besonders der
Anfang der Geschichte ergeht sich etwas in pathetischen Andeutungen. Erzählt wird zunächst, wie durch einen Zufall ein Mädchen namens Elaine gezeugt und mit eigentlich überflüssigen Eigenschaften ausgestattet wird. Bei diesen Eigenschaften handelt es sich um einen »Laientherapeut, weiblich, mit intuitiven Fähigkeiten zur Korrektur menschlicher Physiologie mit lokal vorhandenen Mitteln«, oder kurz: eine Hexe. Allerdings sind diese Eigenschaften normalerweise nur erforderlich, wenn Menschen von den Mitteln der Zivilisation abgeschnitten werden, also zum Beispiel auf frisch besiedelten Planeten, denn sonst gibt es überall genug Ärzte und ausgereifte Wissenschaft, um eventuelle Krankheiten zu behandeln. Demzufolge ist Elaine überflüssig. Sie begibt sich auf die Reise und trifft sehr bald auf das Hundemädchen H'jeanne. Und hier lernen wir zum ersten Mal die »Untermenschen« kennen, nämlich die vernunftbegabten Tiere in Menschengestalt, die geschaffen wurden, um den wahren Menschen zu dienen. Im Verlauf der Erzählung bringt sie den Untermenschen bei, daß sie keine minderwertigen Lebensformen sind, daß die Menschen nicht das Recht haben, die Untermenschen einfach zu vernichten, wie es ihnen gerade gefällt. Aber vor allem macht sie ihnen klar, daß nicht Gewalt die Kraft ist, mit der man Macht ausübt, sondern die Liebe. Und sie lehrt die Untermenschen, alle anderen zu lieben, auch ihre ärgsten Feinde. Als schließlich das Versteck der Untermenschen entdeckt wird, werden alle gefangengenommen und vor ein Gericht aus Lords der Instrumentalität gestellt. Ihnen drohen schreckliche Strafen, doch die Untermenschen, angeführt von H'jeanne, setzen sich nicht zur Wehr. Nach dem christlich anmutenden Prinzip erklären sie ihren Peinigern, daß sie sie lieben würden. Damit zeigt sich, daß diese Untermenschen im Grunde viel menschlicher als die eigentlichen Menschen sind und es verdienen, in die Geschichte einzugehen. Smith erzählt diese Novelle wie eine sehr pathetische Legende aus grauer Vorzeit. Nebenbei wird immer wieder erwähnt, daß im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Theaterstücke und Dramen aufgeführt werden, in denen das Leben von H'jeanne und Elaine nacherzählt wird. Aber diese Geschichte, die Smith uns berichtet, ist tatsächlich aus historischen Dokumenten restauriert worden. Durch diese pseudohistorische Enthüllung erklärt sich natürlich auch das sonst aufgesetzt wirkende Pathos in der Erzählung. Smith betonte selbst in seinem Vorwort zu der Ausgabe Space Lords, daß es sich bei diesem Text um eine Bearbeitung des Jeanne d'Arc-Themas handelt. |
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