SF Personality Cordwainer Smith eBook

Cordwainer Smith

The Dead Lady of Clown Town

1964 • Die tote Lady von Clowntown
[Instrumentalität der Menschheit • 14.000 A.D.]

Science Fiction > SF Personality > Cordwainer Smith
Biographie | Instrumentalität der Menschheit
Dieser Text ist überdurchschnittlich lang, mit mehr als 100 Seiten beinahe von Romanlänge, was Smith die Möglichkeit gab, viel weiter als in seinen anderen Erzählungen auszuholen. Andererseits sind seine Formulierungen aus dem selben Grund auch etwas weniger präzise. Besonders der Anfang der Geschichte ergeht sich etwas in pathetischen Andeutungen.

Erzählt wird zunächst, wie durch einen Zufall ein Mädchen namens Elaine gezeugt und mit eigentlich überflüssigen Eigenschaften ausgestattet wird. Bei diesen Eigenschaften handelt es sich um einen »Laientherapeut, weiblich, mit intuitiven Fähigkeiten zur Korrektur menschlicher Physiologie mit lokal vorhandenen Mitteln«, oder kurz: eine Hexe. Allerdings sind diese Eigenschaften normalerweise nur erforderlich, wenn Menschen von den Mitteln der Zivilisation abgeschnitten werden, also zum Beispiel auf frisch besiedelten Planeten, denn sonst gibt es überall genug Ärzte und ausgereifte Wissenschaft, um eventuelle Krankheiten zu behandeln. Demzufolge ist Elaine überflüssig.

Sie begibt sich auf die Reise und trifft sehr bald auf das Hundemädchen H'jeanne. Und hier lernen wir zum ersten Mal die »Untermenschen« kennen, nämlich die vernunftbegabten Tiere in Menschengestalt, die geschaffen wurden, um den wahren Menschen zu dienen.

Im Verlauf der Erzählung bringt sie den Untermenschen bei, daß sie keine minderwertigen Lebensformen sind, daß die Menschen nicht das Recht haben, die Untermenschen einfach zu vernichten, wie es ihnen gerade gefällt. Aber vor allem macht sie ihnen klar, daß nicht Gewalt die Kraft ist, mit der man Macht ausübt, sondern die Liebe. Und sie lehrt die Untermenschen, alle anderen zu lieben, auch ihre ärgsten Feinde.

Als schließlich das Versteck der Untermenschen entdeckt wird, werden alle gefangengenommen und vor ein Gericht aus Lords der Instrumentalität gestellt. Ihnen drohen schreckliche Strafen, doch die Untermenschen, angeführt von H'jeanne, setzen sich nicht zur Wehr. Nach dem christlich anmutenden Prinzip erklären sie ihren Peinigern, daß sie sie lieben würden. Damit zeigt sich, daß diese Untermenschen im Grunde viel menschlicher als die eigentlichen Menschen sind und es verdienen, in die Geschichte einzugehen.

Smith erzählt diese Novelle wie eine sehr pathetische Legende aus grauer Vorzeit. Nebenbei wird immer wieder erwähnt, daß im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Theaterstücke und Dramen aufgeführt werden, in denen das Leben von H'jeanne und Elaine nacherzählt wird. Aber diese Geschichte, die Smith uns berichtet, ist tatsächlich aus historischen Dokumenten restauriert worden. Durch diese pseudohistorische Enthüllung erklärt sich natürlich auch das sonst aufgesetzt wirkende Pathos in der Erzählung.

Smith betonte selbst in seinem Vorwort zu der Ausgabe Space Lords, daß es sich bei diesem Text um eine Bearbeitung des Jeanne d'Arc-Themas handelt.

Hardy Kettlitz

Golden the Ship Was - Oh! Oh! Oh! (Golden war das Schiff - Oh! Oh! Oh!)
Under Old Earth (Unter der alten Erde)
pf_home.gif (839 Byte) Inhalt: Cordwainer Smith SFP
Cordwainer Smith
»The Dead Lady of Clown Town« (August 1964 in GALAXY)
»Die tote Lady von Clowntown« in Cordwainer Smith, Herren im All (Frankfurt: Insel, 1973)
»Die tote Lady von Clowntown« in Die besten Stories von Cordwainer Smith (Rastatt: Moewig, 1980) [PSF 6708]
»Die tote Lady von Clowntown« in Cordwainer Smith, Herren im All (Frankfurt: Suhrkamp, 1983) [ST 888]
Siehe auch
Cordwainer Smith Homepage
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SF Personality 11: Cordwainer Smith als eBook
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