| Drei Jugendliche - Jana, Alexander und Mark - sind nach einer unerfreulichen
Begebenheit in einer Disco auf dem Heimweg. Als sie an einem stillgelegten
Militärgelände vorbeikommen, werden sie neugierig und verschaffen sich Zugang. In einem
der Labors entdecken sie einen Hochleistungscomputer, der an die »CybernetCity« eines
japanischen Elektronikkonzerns angeschlossen ist, eine Art virtuelle Welt, in der
zahlungskräftige Kunden ihren Vergnügungen nachgehen können. Doch der Militärrechner
ist kein gewöhnlicher Zugang, sondern stellt Mark die Aufgabe, den »Cyco« zu suchen und
zu eliminieren - sonst hat er keine Möglichkeit, die virtuelle Welt wieder zu verlassen.
Diese Jagd wird lebensgefährlich, zumal die Sicherheitsleute von CybernetCity Mark als
unerlaubten, gefährlichen Eindringling ansehen und ebenfalls zu eliminieren versuchen. Wenn
man diesen Roman als Cyber-Märchen liest, so ist er stellenweise interessant. Allerdings
leidet die Handlung stark unter der Phantasielosigkeit des Autors. Zwar mag Frank Stieper
einiges von der Cyber-Technologie verstehen, nicht zuletzt, weil er eine eigene
Softwarefirma besitzt, aber die Handlungsführung liegt ihm offensichtlich weniger. Es ist
mehr als unglaubwürdig, daß ein paar gelangweilte Jugendliche ohne weiteres in ein -
wenn auch stillgelegtes - Militärgelände eindringen können, dort auf Anhieb ein
geheimes Labor betreten und obendrein einen voll funktionstüchtigen, geheimen
Versuchsrechner vorfinden, der natürlich nicht paßwortgeschützt ist und sich spielend
von 17jährigen Schülern bedienen läßt. Selbst bei einer angenommenen Nachlässigkeit
des deutschen Militärs im Jahre 2089 ist das mehr als unwahrscheinlich. Hinzu kommt, daß
die CybernetCity der Idee der Virtuellen Welt nichts Neues hinzufügt; Ähnliches kennt
man bereits aus zu vielen anderen Romanen oder Filmen wie Matrix. CybernetCity gleicht
allzu sehr der Realität, so daß man sich kaum vorstellen kann, warum sich viele User -
genannt werden weltweit etwa eine Million Nutzer - mittels Avataren dort einloggen
sollten. Etwas mehr Phantasie bei der Gestaltung der CybernetCity hätte dem Buch
gutgetan. Die Motivationen der Protagonisten bleiben sehr oberflächlich, und einige
Figuren wurden nur deshalb eingeführt, damit ihnen die Technik zur Erzeugung der
virtuellen Welt ausführlich erläutert werden kann.
Das ist selbst für ein Jugendbuch etwas wenig.
Hardy
Kettlitz ALIEN CONTACT
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