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| Phönizien? Tyros? Zunächst war ich sehr skeptisch, als ich das Buch dieses
in Deutschland noch unbekannten Autors in den Händen hielt, und rechnete mit einem der
typischen, im Moment so beliebten amerikanischen Historienschinken. Aber ich wurde eines
Besseren belehrt. Eiserne Dämmerung ist waschechte Sword & Sorcery im Stile
von Robert E. Howard mit ein wenig Abenteuer-Rollenspiel-Dramaturgie. Einige Jahre nach dem Trojanischen Krieg: Barra die Piktin besucht in Tyros einen Schiffseigner und seine Frau, die ihr zu zweiten Eltern geworden sind. Zusammen mit Leucas dem Achäer und Kheperu dem Ägypter hat sie eine erfolgreiche Abenteuerreise hinter sich gebracht und will sich ein wenig ausruhen. Aber dazu kommt es nicht, als vor den Augen der drei Gefährten plötzlich mehrere Menschen eines unnatürlichen Todes sterben, sie von Attentätern angegriffen werden und einige Gastwirte unter Giftanschlägen leiden müssen. Nun wird es für Barra, Leucas und Kheperu zur Pflicht herauszufinden, wer Tyros auf diese grausame Art und Weise bedroht, zumal noch ein Kaufherr, der ebenfalls zum Opfer wurde, mit einer großzügigen Belohnung winkt. Auf ihre direkte und konsequente Art beginnen sie die Verdächtigen zu provozieren, vor allem einen ägyptischen Prinzen und sein Gefolge. Doch der erweist sich als heimtückischer, als sie denken, denn er gebietet über die Toten. Matthew Woodring Stover ist weitaus geschwätziger als Robert E. Howard, aber er benutzt viele Elemente aus dessen Geschichten die bis zu einem gewissen Grad gebildete Barbarin, Kämpfe, in denen gnadenlos zugeschlagen wird, typische Protagonisten: aufrechte, stolze und ehrenhafte Achäer, hinterlistige und über düstere Magie gebietende Ägypter. Dazu kommt die wie wir es seit einigen Jahren aus Rollenspiel-Romanen gewohnt sind übliche Vorgehensweise, die Verbrechen und Intrigen in Tyros aufzuklären. Was herauskommt, ist ein schmackhafter Cocktail zum Genießen, dem das gelingt, was der Autor beabsichtigt hat: ohne jeglichen Hintersinn zu unterhalten und zu amüsieren, also das Richtige, um sich abzulenken und zu entspannen, auch wenn einige Beschreibungen für manche Leser etwas zu blutrünstig sein dürften. Christel Scheja ALIEN CONTACT |
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