ALIEN CONTACT
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Jack Vance

Jenseits der Leere

Ports of Call • 1998

Science Fiction > Alien Contact
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Myron Tany will unbedingt zu den Sternen reisen und Abenteuer erleben. Und obwohl der junge Mann sogar sein Studium darauf ausgerichtet hat, sieht es zunächst nicht so aus, als würde er seinen Heimatplaneten jemals verlassen können. Als jedoch seine äußerst exzentrische Großtante Hester Lajoie durch einen merkwürdigen Umstand in den Besitz einer Raumyacht gelangt, wird Myrons Wunsch wieder greifbarer. Dame Hester, die zunächst weiteren Reisen abgeneigt ist, erfährt von einer Verjüngungskur auf einem fernen Planeten und fliegt gemeinsam mit Myron kurzerhand los.

Auf einem fernen Planeten lässt sich Dame Hester von einem charmanten Fremden blenden, der es offensichtlich nur auf die Yacht abgesehen hat. Als Myron seine Großtante warnt, glaubt sie ihm nicht, und statt des Fremden lässt sie ihren Neffen auf dem Planeten zurück. Und so muss sich Myron allein durchschlagen, heuert auf einem Handelsschiff an und erlebt allerlei Abenteuer, hauptsächlich in Gasthäusern auf immer wieder neuen Planeten.

Die Handlung spielt, wie schon so viele Romane von Jack Vance, im Gäanischen Reich, das in der neuen Übersetzung reichlich unübersetzt »Gaean Reach« heißt. Das Buch besteht aus zwölf Teilen, und jedes davon erzählt ein neues Abenteuer. Allerdings fehlt der große Bogen eines Romans, und die einzelnen Geschichtchen, die jedes Mal neue Figuren einführen, wirken zusammenhanglos und lassen sich noch nicht einmal einzeln als Erzählung gut lesen. Der Roman wirkt planlos, was unter Umständen auf Vance' Alter oder seine Blindheit zurückzuführen ist.

War die Unmoral der Helden in früheren Vance-Büchern - wie zum Beispiel Cugel der Schlaue - noch höchst unterhaltsam und amüsant, so wirkt die egozentrische Verhaltensweise der neuen Helden meist abstoßend. Zu bemängeln ist auch der deutsche Titel, denn Jenseits der Leere ist so nichtssagend, dass man sich kaum einen unpassenderen Titel vorstellen kann. Besser war da schon der Titel der deutschen Erstausgabe im Verlag Andreas Irle: Kaleidoskop der Welten. Der Buchaufdruck »Deutsche Erstveröffentlichung« auf der Bastei-Ausgabe ist also auch nicht korrekt.

Hohe Erwartungen konnte Vance also nicht erfüllen. Dabei soll Ports of Call der erste Band einer neuen Trilogie werden - leider ein reichlich überflüssiger erster Band. Schade, denn dass Vance sehr lesenswerte Bücher schreiben kann, hat er bereits oft genug bewiesen.

Hardy KettlitzALIEN CONTACT

Originalausgabe
Jack Vance, Ports of Call (1998)
dt. Erstausgabe
Jack Vance, Kaleidoskop der Welten
(Bergneustadt: Edition Andreas Irle, 1999) Bestellen
Neuausgabe
Jack Vance, Jenseits der Leere
(Bergisch-Gladbach: Bastei-Lübbe, 2003) [23268] Bestellen
dt. von Rainer Schumacher, Titelbild von Fred Gambino, Taschenbuch, 446 Seiten
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