Die ehrgeizige Journalistin Vera Pukall arbeitet an einer Story über einen großen Gen-Konzern. Als Dr. de Vries, einer der führenden Genforscher der Firma, Kontakt mit ihr aufnehmen will, findet sie am Treffpunkt nur noch seine Leiche. Schließlich wird auch Baalbeck, der ihr wichtige Informationen zukommen lassen wollte, vor ihren Augen erschossen. Als man sie mit Erpressungsversuchen und Morddrohungen einschüchtern will, läßt sie nicht locker. Sie entdeckt, daß sich die Kinder von Baalbeck und de Vries, die als Retortenbabys zur Welt kamen, wie ein Ei dem anderen gleichen. Allmählich gerät sie zwischen zwei Fronten, denn allem Anschein nach versuchen sich die amerikanische Mutter- und die deutsche Tochtergesellschaft gegenseitig auszuspielen. Dann taucht der mysteriöse Dr. Winter auf, niemand anderer als der Naziwissenschaftler Dr. Wagner, der schon in deutschen Konzentrationslagern genetische Versuche unternommen hat, und schließlich erfährt Vera die schreckliche Wahrheit ...
Der achte Tag ist der zweite Film des deutschen Regisseurs Reinhard Münster, ein engagierter Thriller über eine Zukunft, die heute schon Gegenwart ist, ein Science-Fiction-Film, der gar keiner mehr ist. Das einzig Phantastische daran ist die Anwendung dieser Techniken auf den Menschen - oder, wenn man pessimistisch sein will, das Ausmaß, in dem diese Praktiken öffentlich bekannt werden. Katharina Thalbach führt den Zuschauer überzeugend durch eine Geschichte, die das aktuelle Thema der Genmanipulation mit einem Rückblick in die deutsche Vergangenheit verknüpft. Obwohl der Film gelegentlich auf das Niveau eines Tatort-Krimis absinkt und einige unmotivierte Schockeffekte enthält (als der blutüberströmte Bösewicht plötzlich wieder aufsteht und partout nicht totzukriegen ist), bleibt es unter dem Strich ein spannender Film, der das brisante Thema auf intelligente Weise verarbeitet.
| Originaltitel: | Der achte Tag |
| deutscher Titel: | Der achte Tag |
| Land und Jahr: | D 1990 |
| Regie: | Reinhard Münster |
| Drehbuch: | Reinhard Münster |
| Kamera: | Axel Block |
| Schnitt: | Raimund Barthelmes |
| Musik: | Günther Fischer |
| Produktion: | WDR Von Vietinghoff Filmproduktion Joachim von Vietinghoff |
| Uraufführung: | 1990 (Filmfest München) |
| deutscher Kinostart: | 27.9.1990 (Impuls) |
| Länge: | 99 Minuten |
| FSK: | ab 16 |
| Vera Pukall: | Katharina Thalbach |
| Dr. Richard Svoboda: | Hans-Christian Blech |
| Frau de Vries: | Hannelore Elsner |
| Dittmann: | Ulrich Pleitgen |
| de Vries: | Peter Simonischek |
| Holger: | Heinz Hoenig |
| Hamacher: | Heinz Werner Kraehkamp |
| Professor Wagner: | Lukas Ammann |
| Unbekannter: | Fritz Schediwy |
| Carola Stein: | Rosalinde Renn |
| Brauneck: | Klaus Pohl |