Aktion Mutante
Acción Mutante Spanien 1993
Die einzigen, die im Jahre 2012
noch zählen, sind schöne, sportliche und modisch gestylte Menschen, die sich dem Diktat
von Diäten und Design unterwerfen. Alle anderen sind an den Rand der Gesellschaft
gedrängt. So auch die Angehörigen der »Aktion Mutante«, einer militanten Organisation
aus Missgebildeten und Behinderten, die sich gegen die Upper Class der Schönen und
Reichen auflehnt. Als ihr Anführer Ramón aus seiner Haft entlassen wird, kidnappen sie
die Industriellentochter Patricia und machen sich zur Lösegeldübergabe mit ihrem
abgewrackten Raumschiff auf zu dem frauenlosen Rohstoff-Planeten Axturias. Aus Unbill
über seine tumben Mitstreiter, die eine Teilhaberschaft am Lösegeld fordern, killt
Ramón kurzerhand seine Mutantenkollegen. Auf Axturias angekommen, stehen Ramón nur noch
der siamesische Zwilling Alex und die schöne Patricia zur Seite, die bald von den
lüsternen Planetenbewohnern entdeckt wird. Bevor es zur Geldübergabe mit Patricias
faschistischem Vater kommt, müssen die drei noch so manches Gemetzel bestreiten...
Die
wilden Splatter-, Slasher- und Gore-Orgien der »Aktion Mutante« - deren Logo übrigens
ein Rollstuhlfahrer mit hochgereckter Kalaschnikow ist, eingerahmt vom fünfzackigen
Anarcho-Stern - sind so herrlich geschmacklos, so wunderschön makaber und so angenehm
politically uncorrect, dass es ein wahres rabenschwarzes Vergnügen ist. Schon nach den
ersten Film-Minuten in der durchgeknallten Science-Fiction-Welt
glaubt sich der Zuschauer auf einer Fiesta Infernale, wo sich Barbarella mit Mad
Max im Land der Raketen-Würmer vereint. Dies ist ganz nach dem Geschmack
des aus Bilbao stammenden Regie-Shootingstars Alex de la Iglesia, dessen abgedrehter Humor
auch Spaniens Großmeister Pedro Almodóvar begeisterte. Als der nämlich de la Iglesias
Kurzfilm Mirindas Asesinas sah, bot er dem bärtigen Newcomer sofort an, dessen
ersten Langfilm zu produzieren. Aktion Mutante wurde mit der ersten Garde
spanischer Jungschauspieler verfilmt und prompt mit internationalen Preisen überhäuft,
u. a. als bestes Drehbuch auf dem Fantasy-Filmfestival Montréa.
Quelle: Sat.1
Meinungen
- VARIETY
- »Der Film hat einen Almodóvar-Look, und sogar seine Gewalt ist lustig... Regiearbeit
und Spezialeffekte sind gut, genauso wie Musik und Design... Sehr viel versprechend!«
- FILM-DIENST
- »Erstlingsspielfilm, der geschickt Science-Fiction-Elemente mit Genre-Parodie,
Fernseh-Karikatur, Comic-Strip-Fantasien und harter, blutiger Splatter-Action verbindet...
skurrile, witzige und auch reichlich makabre Einfälle...«
- EPD FILM
- »Rabenschwarze Geschichte um schrille Typen...«
Regie: Alex de la Iglesia | Buch:
Alex de la Iglesia, Jorge Guerricaechevarria | Kamera: Carlos Gusi | Schnitt: Pablo Blanco
| Musik: Juan Carlos Cuello
Darsteller: Antonio Resines | Frédérique Feder | Alex
Angulo | Juan Viadas | Saturnino Garcia | Fernando Guillén-Cuervo