Eine große Liebesgeschichte voller Leidenschaft, die in der südindischen Metropole
Madras spielt: Der Computerspezialist Khartik sieht im vorbeifahrenden Zug die schöne
Shakthi und verliebt sich unsterblich in die junge Frau. Die Medizinstudentin ziert sich
anfangs, obwohl sie nicht verhehlen kann, wie sehr sie von Khartik angetan ist.
Schließlich lernen sich auch die Eltern der Verliebten kennen, doch das Gespräch
scheitert am unterschiedlichen sozialen Niveau der Familien. Doch dann setzen sich Khartik
und Shakthi über die Traditionen der Eheanbahnung hinweg und lassen sich heimlich im
Tempel trauen - eine registrierte Ehe, von der die Eltern nichts erfahren. Als Shakthis
ältere Schwester verheiratet werden soll, schlägt der Vater des Bräutigams vor, auch
gleich seinen jüngeren Sohn mit Shakthi zusammenzutun. Nun muß sie mit der Wahrheit
herausrücken: daß sie längst verheiratet ist. Shakthi wird von ihrem erzürnten Vater
verstoßen und bezieht mit Khartik eine gemeinsame Wohnung.
Das Glück der »wilden Ehe« wird getrübt, als die beiden immer häufiger über Kleinigkeiten streiten. Als obendrein Shakthis Vater stirbt, gibt sie sich und Khartik die Schuld an der Tragödie. Dann beobachtet Shakthi ihren Mann zufällig im vertrauten Gespräch mit ihrer Schwester und wird furchtbar eifersüchtig. Doch einige Zeit später erfährt sie, daß Khartik sich lediglich bemüht hat, ihre Schwester endlich unter die Haube zu bringen, um die zerstörte Familienharmonie wiederherzustellen. Als Shakthi losrennt, um sich mit Khartik zu versöhnen - wird sie plötzlich von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Khartik irrt derweilen kreuz und quer durch Madras und sucht nach seiner Frau. Nachdem er sie endlich im Krankenhaus aufgespürt hat und die Bewußtslos tränenreich um Verzeihung bittet, erwacht Shakthi aus dem Koma. Nun steht der glücklichen Liebe nichts mehr im Wege.

Alai Payuthey - zu deutsch in etwa »wankende Herzen« - ist ein bewegender Liebesfilm aus Indien, dem größten Filmproduktionsland der Welt. Der Tamile Mani Ratnam, einer der bedeutendsten zeitgenössischen indischen Regisseure, inszenierte das Werk in Madras. Der Film hat alles, was einen guten indischen Film auszeichnet: eine anrührende Liebesgeschichte, mitreißende Musik- und Tanzeinlagen, wunderschön fotografierte Bilder - und eine Gefühlstiefe, die manchen Kinogänger aus der westlichen Welt abschrecken mag. Es fällt leicht, dergleichen als »Kitsch« zu diffamieren, aber wer bereit ist, sich auf dieses Kino der großen Gefühle einzulassen, wer keine Angst vor Tränen oder herzhaftem Gelächter hat, wird von einem Film wie Alai Payuthey bestens unterhalten werden. Zumal indische Filme stets mit einem gehörigen Schuß Ironie daherkommen. Gleichzeitig hat Alai Payuthey einen durchaus sozialkritischen Touch und stellt das Glück des modernen Individuums über starre Familientraditionen, indem die jungen Rebellen am Ende eben nicht scheitern.
Alai Payuthey wurde am 12. und 13.2.2001 im Forum der 51. Internationalen Filmfestspiele Berlin gezeigt. Die Chancen einer weiteren deutschen Kinoauswertung stehen schlecht, doch wenn derartige Filme hierzulande häufiger aufgeführt würden, könnten sie durchaus ein begeistertes Publikum finden.
| Originaltitel: | Alai Payuthey |
| Land und Jahr: | Indien 2000 |
| Regie: | Mani Ratnam |
| Buch: | Mani Ratnam |
| Story: | R. Selvaraj Mani Ratnam |
| Kamera: | P. C. Sreeram |
| Schnitt: | Sreekar Prasad |
| Musik: | A. R. Rahman |
| Produktion: | Madras Talkies G. Srinivasan |
| Kinostart Indien: | 14.4.2000 |
| Länge: | 135 min. |
| Karthik: | Madhavan |
| Shakthi: | Shalini |
| Shakthis Mutter: | Jayasudha |
| Shakthis Schwester: | Swarnamalya Vivek KPAC Lalitha V. Natarajan Sukumari |
| Autofahrerin: | Kushboo |
| Mann der Autofahrerin: | Arvind Swamy |