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Armageddon - Das jüngste Gericht

Armageddon • USA 1998


»Morgen schon was vor? Vergiß es.«

Handlung

Als das Space Shuttle Atlantis von Meteoriten zertrümmert wird und weitere Felsbrocken aus dem All an der Ostküste der USA einschlagen, handelt es sich nur um das Vorspiel zu einer weitaus größeren Bedrohung. Denn kurz darauf entdeckt ein Hobby-Astronom einen Asteroiden, der die Ausdehnung von Texas besitzt und in nur 18 Tagen sämtliches Leben auf der Erde auslöschen wird. Das amerikanische Militär und die Spezialisten von der NASA unter der Leitung von Dan Truman suchen fieberhaft nach einer Abwehrmaßnahme. Den Asteroiden einfach mit Atomraketen zu beschießen, würde ihn kaum von seiner gefährlichen Bahn ablenken. Die einzige Chance besteht darin, ihn von innen zu sprengen, so daß die Trümmer an der Erde vorbeischießen. Doch dazu müßte man ein Loch in den kosmischen Brocken bohren, und für diese Aufgabe ist niemand besser geeignet als der Ölbohrspezialist Harry Stamper. Der jedoch will die Arbeit nicht den braven Jungs von der NASA überlassen, sondern seine eigenen Leute mit an Bord der zwei Space Shuttles nehmen, die für diesen Flug ausgerüstet werden. Widerstrebend lädt er auch A. J. Frost ein, seinen besten Mitarbeiter, der jedoch den Fehler beging, sich mit Harrys Tochter Grace im Bett erwischen zu lassen.

Nachdem die undisziplinierten Gesellen im Schnellkurs zu Astronauten ausgebildet wurden, geht es an den Start. An der russischen Raumstation Mir soll Zwischenstation gemacht werden, um neuen Treibstoff zu tanken. Doch dabei fliegt der altersschwache Außenposten auseinander, und in letzter Sekunde können sich die Astronauten und der russische Kosmonaut Lev Andropov retten. Die Shuttles nehmen hinter dem Mond Anlauf und stoßen dann mitten durch den Trümmerschweif des Asteroiden zu dessen Kern vor. Nur Harry Stampers Shuttle übersteht das Bombardement, und das Team beginnt mit der Bohrung. Doch es gibt immer wieder Probleme mit den Bohrköpfen und dem Gestänge, bis überraschend A. J. und Andropov mit dem Landevehikel aus dem anderen Shuttle zu ihnen stoßen und die Arbeit fortgesetzt werden kann.

Da der Fernzünder des nuklearen Sprengkopfes seinen Geist aufgibt, muß jemand auf dem Asteroiden zurückbleiben. Diese Aufgabe übernimmt Harry Stamper, der A. J. zum Abschied ermahnt, sich gut um seine Tochter zu kümmern. Der Asteroid wird gesprengt, das Shuttle landet wohlbehalten auf der Erde, und A. J. kann seine geliebte Grace in die Arme schließen.


Foto: Touchstone Picture and Jerry Bruckheimer Inc.

Produktion

Die Idee zu diesem Katastrophenthriller wurde gemeinsam vom Regisseur Michael Bay und dem Produzenten Jonathan Hensleigh entwickelt, die bereits für den Kinohit The Rock - Fels der Entscheidung (The Rock • USA 1996) zusammengearbeitet hatten. Kurz nach Weihnachten 1996 lag die erste Fassung vor, die von Joe Roth, dem Chef der Walt Disney Studios, abgesegnet wurde. Letzlich waren am Drehbuch nicht nur die in den Credits genannten Autoren Jonathan Hensleigh, J. J. Abrams, Tony Gilroy und Shane Salerno beteiligt, sondern außerdem bekannte Namen wie Scott Rosenberg, Ann Biderman, Robert Towne und Paul Attanasio. Nach acht Wochen stand das Drehbuch, wurde jedoch noch einmal von Salerno überarbeitet. Es folgten gründliche Recherchen bei der NASA, die sich als sehr kooperationsbereit erwies und den Projektspezialisten Ivan Bekey zur Verfügung stellte. Außerdem stand der erfahrene Astronaut Joe Allen den Schauspielern als Berater zur Seite.

Die Dreharbeiten begannen am 27. August 1997 in den Badlands von Kadoka in South Dakota. Zuvor wurden die Starts zweier Space Shuttles gefilmt - im April 1997 die Columbia und Mitte Mai ein Nachtstart der Atlantis. Für die Spezialeffekte wurden insgesamt 13 verschiedene Firmen engagiert. Die Koordination übernahm Pat McClung, der zuvor für Digital Domain und ILM gearbeitet und seine eigene Firma Vfx gegründet hatte. Die Entwürfe der computergenerierten visuellen Effekte stammen vom DreamQuest-Mitarbeiter Richard Hoover. John Frazier konstruierte das Landevehikel, das sich durch die Asteroidenlandschaft bewegte, die unter der Leitung des Ausstatters Michael White von 150 Arbeitern auf der Bühne Nummer 2 der Walt Disney Studios aufgebaut wurde. Weitere Dreharbeiten fanden im Oktober 1997 im Johnson Space Center in Texas statt, außerdem im Kennedy Space Center in Florida, auf der Edwards Air Force Base, bei Ölfirmen in Kalifornien und auf einer Bohrinsel vor Texas. Die letzte Klappe fiel am 18. Februar 1998 in der St. Brendan's Church in Los Angeles.


Foto: Touchstone Picture and Jerry Bruckheimer Inc.

Kritik

Kurz nach der Steven-Spielberg-Produktion Deep Impact (Deep Impact • USA 1997) beschwört Armageddon - Das jüngste Gericht (Armageddon USA 1998) ein fast identisches Weltuntergangsszenario herauf. Doch von der biblischen Tragweite des Begriffs blieb lediglich ein spektakulärer Katastrophenknüller übrig. Der Film hat alles, was gutes Unterhaltungskino ausmacht - eine spannende, kurzweilige Geschichte, mit beeindruckenden Spezialeffekten garniert, in der auch der Humor und das Menschliche nicht zu kurz kommen. Mit dem Familiendrama zwischen Vater Harry Stamper, seiner Tochter Grace und ihrem Lover A. J. wird sogar mächtig auf die Tränendrüsen gedrückt. Und die Schauspieler Bruce Willis (der wieder einmal die Erde retten muß), Billy Bob Thornton, Steve Buscemi und Peter Stormare wurden erstklassig besetzt, während die hübsche Liv Tyler offensichtlich als ästhetischer Lichtblick zur männlich dominierten Darstellerriege engagiert wurde.

Die Handlung jedoch wirkt insgesamt sehr unwahrscheinlich und reichlich an den Haaren herbeigezogen. Die Zerstörungsszenen mit der Atlantis und der Mir und die Meteoriteneinschläge, die ausschließlich Großstädte treffen, haben wenig mit Realismus zu tun, sondern dienen nur der Effekthascherei. Auch bei der Gestaltung des Asteroiden haben die Tricktechniker alle Register ihres Könnens gezogen, so daß der Brocken viel unheimlicher und bedrohlicher als ein »normaler« Asteroid wirkt, dessen Aussehen eher dem einer unscheinbaren runzligen Kartoffel entspricht. Wer diesen Film nicht als pures Unterhaltungsspektakel genießen kann, sollte daher lieber auf den Kinobesuch verzichten.

Medieninfo

Kurz vor dem Jahrtausendwechsel häufen sich die filmischen Darstellungen einer globalen Katastraphe aus dem All. Nachdem die TV-Produktion Asteroid - Tod aus dem All (Asteroid • USA 1997) den Anstoß gab, wurden die Thriller Deep Impact (Deep Impact USA 1997) und Armageddon - Das jüngste Gericht (Armageddon USA 1998) fast gleichzeitig im Sommer 1997 produziert und kamen unmittelbar nacheinander in die Kinos. Mit Ball of Fire kündigt sich bereits der nächste Meteor am Filmhimmel ab. Einen kleinen Seitenhieb auf Roland Emmerichs Godzilla (Godzilla • USA 1998) konnten sich die Produzenten von Armageddon nicht verkneifen, wenn ein kleiner Hund wütend über die Monsterpuppen am Straßenrand herfällt, kurz bevor der erste Brocken in New York einschlägt - wobei mit dem Einsturz des Chrysler Building gleichzeitig auf die Zerstörung des Empire State Building in Emmerichs Independence Day (Independence Day USA 1996) angespielt wird.

Bernhard Kempen

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Credits

Originaltitel: Armageddon
deutscher Titel: Armageddon - Das jüngste Gericht
Land und Jahr: USA 1998
Technik: Technicolor DTS / Dolby Digital / SDDS Dolby Digital
Regie: Michael Bay
Drehbuch: Jonathan Hensleigh
J. J. Abrams
Adaption: Tony Gilroy
Shane Salerno
Idee: Robert Roy Pool
Jonathan Hensleigh
Kamera: John Schwartzman
Schnitt: Chris Lebenzon
Mark Goldblatt
Glen Scantlebury
Effekte: Pat McClung
Richard Hoover
Ausstattung: Michael White
Kostüme: Michael Kaplan
Magali Guidasci
Musik: Trevor Rabin
Produktion: Touchstone Pictures
Jerry Bruckheimer
Gale Anne Hurd
Michael Bay
Jonathan Hensleigh
(ausführend)
Jim van Wyck (ausführend)
Chad Oman (ausführend)
Uraufführung:
deutscher Kinostart: 16.7.1998 (Buena Vista)
Länge: 144 Minuten

Darsteller


Foto: Touchstone Picture and Jerry Bruckheimer Inc.

Harry Stamper: Bruce Willis
Truman: Billy Bob Thornton
Grace: Liv Tyler
A. J. Frost: Ben Affleck
Charles »Chick« Chapple: Will Patton
Rockhound: Steve Buscemi
Oscar Choi: Owen Wilson
Lev Andropov: Peter Stormare
General Kimsey: Keith David
Jennifer Watts: Jessica Steen
Colonel William Sharp: William Fichtner
Walter Clark: Chris Ellis
Ronald Quincy: Jason Isaacs
Tucker: Anthony Guidera
Freddy Noonan: Clark Brolly
Jayotis »Bear« Kurleen: Michael Duncan
NBT-Techniker: Andy Milder
Max Lennert: Ken Hudson Campbell
Gruber: Grayson McCouch
Colonel Davis: Marshall R. Teague
Lieutenant Halsey: Greg Collins
CBS-Reporter: Gary Rogers
General Boffer: J. Patrick McCormack
Pete Shelby: Ian Quinn
Karl: John Mahon
Dottie: Grace Zabriskie
Molly Mountains: Layla Roberts
Präsident: Stanley Anderson
Admiral Kelso: James Harper
Psychologe: Udo Kier
Chicks Ex-Frau: Judith Hoag
Erzähler: Charlton Heston

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