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Asterix in Amerika

D 1994


Handlung

Dem römischen Feldherrn Cäsar ist das kleine gallische Dorf bekanntlich schon seit langem ein Dorn im Auge, weil es sich bislang erfolgreich einer Eroberung widersetzt hat. Daher beschließt Cäsar, endlich das Übel an der Wurzel zu packen. Er läßt den Druiden Miraculix entführen, dessen Zaubertrank letztlich für die Überlegenheit der Gallier verantwortlich ist. Um ihn loszuwerden, wird Miraculix mit einer Galeere auf den Atlantik hinausgebracht und mit einem Katapult über den Rand der Erdscheibe geschleudert. Doch Asterix und Obelix, die seine Spur mit ihrem kleinen Fischerboot verfolgen, stoßen im fernen Westen bald auf unbekanntes Land. Nachdem Obelix seinen Hunger in Ermangelung von Wildschweinen an Truthähnen gestillt hat, treffen sie bald auf die ersten Rothäute und wundersamerweise auch auf Miraculix. Nachdem sich die Helden mit den Indianern verbünden - und Obelix sich in eine vollbusige Indianerschönheit namens Ha-Tschi verliebt - droht Unheil. Denn der Medizinmann des Stammes ist eifersüchtig auf Miraculix, der nicht nur Taschenspielertricks beherrscht, sondern bekanntlich über richtige Zauberkräfte verfügt. Nach einer Befreiungsaktion und einigen Abschiedstränen treffen Asterix, Obelix und Miraculix schließlich gerade noch rechtzeitig in Gallien ein, um die heranrückenden Legionen Cäsars durch neuen Nachschub an Zaubertrank zurückschlagen zu können.

Kritik

Asterix in Amerika ist bereits die siebte Verfilmung der Abenteuer des tapferen kleinen Galliers Asterix und seines dicken Freundes Obelix. Für den neuesten Film wurde die Handlung des 22. Asterix-Albums Die große Überfahrt (La Grande Traversée, 1975) zugrundegelegt. Während Asterix und Obelix in der gedruckten Fassung beim Fischfang durch einen Sturm abtreiben und ganz zufällig bei den Indianern landen (und vom Wikinger Erik nach Europa zurückgebracht werden), liefert die Verfilmung durch einen weiteren Handlungsstrang um Cäsars Rachepläne eine bessere Motivation für die »Entdeckung« Amerikas.

Für die Realisation von Asterix in Amerika, einer gänzlich deutschen Produktion, gründete der inzwischen verstorbene Berliner Ex-Politiker und Filmverleiher Jürgen Wohlrabe eigens eine neue Filmproduktionsfirma, die Extrafilm und trieb dazu ein Budget von 19 Millionen DM auf. Die Regie über die 200 Zeichner und Animationsspezialisten übernahm Gerhard Hahn, und das Drehbuch schrieb Thomas Platt. Hahn und Platt verdienten gemeinsam ihre ersten Sporen an der Trickserie Benjamin Blümchen, bis sie 1990 mit der Brösel-Adaption Werner - Beinhart auf der großen Leinwand debütierten. Der zweite Drehbuchautor Ralph Rooster sowie Animations-Chef Bill Speers und Hintergrundzeichner Michel Guerin können dagegen Erfahrungen mit früheren Asterix-Kinofilmen aufweisen. Die Musik steuerte Instrumental-Popstar Harold Faltermeyer bei, der allerdings schon bessere Soundtracks abgeliefert hat.

Ein großer Teil der nicht unerheblichen Produktionskosten floß in die Computeranimation, die bei einigen Szenen eingesetzt wurde, vor allem während des Sturms auf dem Atlantik. Realisiert wurden sie von mental images, einer Berliner Tochter der Computerfirma Hewlett Packard. Die Computertricks sorgten für einige recht eindrucksvolle Bilder, die zwischen den normalen Trickszenen jedoch ein wenig wie Fremdkörper wirken.

Das von den Produzenten gesteckte Ziel, Disney von Europa aus Konkurrenz zu machen, wurde leider nicht erreicht. Da man wieder einmal auf die Zwischenphasen verzichete - das heißt, nicht für jedes der 24 Aufnahmen pro Sekunde wurde ein neues Bild gezeichnet - huschen lediglich Einzelbilder über die Leinwand. Gerade in den schnelleren Szenen entstehen somit keine fließenden Bewegungen, wie sie heute noch das Markenzeichen aller Disney-Produktionen sind.

Insgesamt ist Asterix in Amerika ein netter, unterhaltsamer und amüsanter Zeichentrickfilm, an den man jedoch keine allzu hohen Maßstäbe anlegen sollte. Der Humor bleibt in der Regel auf Klamauk-Niveau.

Bernhard Kempen

Vorlage:
Albert Uderzo und René Goscinny: Die große Überfahrt (La Grande Traversée, 1975 [Asterix-Band 22]) Bestellen
Filmbuch:
Asterix in Amerika - Das Buch zum Film (Ehapa, 1994)
Siehe auch:
Lexikon: Asterix
www.asterix-fan.de
Leser-Service
Video: Asterix in Amerika
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Credits

deutscher Titel: Asterix in Amerika
Originaltitel: Asterix in Amerika
Land und Jahr: D 1994
Technik: Zeichentrickfilm
Regie: Gerhard Hahn
Drehbuch: Thomas Platt
Ralph Rooster
Vorlage: Albert Uderzo und René Goscinny:
Die große Überfahrt

[Asterix-Band 22]
Schnitt: Ulrich Steinvorth
Effekte: Mental Images (Computeranimation)
Robert Byrne
Michael Ekbladh
Musik: Harold Faltermeyer
Ausstattung: William Sandell
Kostüme: Rosanna Norton
Produktion: Extrafilm
deutscher Kinostart: 29.9.1994 (Jugendfilm)
deutscher Videostart: 4/1995 (Starlight)
deutsche Fernsehpremiere: 1.1.1998 (Sat 1)
Länge: 85 Minuten
FSK 6 Jahre

Sprecher

Erzähler: Harald Juhnke
Asterix: Peer Augustinski
Obelix: Ottfried Fischer
Troubadix: Jochen Busse
Miraculix: Ralf Wolter
Ha-Tschi: Kristiane Backer
und: Andreas Mannkopf
Thomas Reiner
Michael Habeck
Jürgen Scheller
Tommy Piper

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