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Conan, der Barbar

Conan the Barbarian • USA 1982


Die graue Vorzeit, kurz nach dem Untergang von Atlantis. Auf der Suche nach Metall gelangt der dämonische Thulsa Doom mit seinen Recken in das eiskalte, vom Schnee verwehte Nordland Cimmeria. Seine Leute töten gnadenlos die Bewohner eines kleinen Dorfes. Einige Kinder, die das Gemetzel überleben, werden nach Süden verschleppt. Unter ihnen befindet sich auch der Knabe Conan, dessen Mutter Thulsa Doom eigenhändig geköpft hat. Die entführten Kinder sterben bei der Fronarbeit, nur Conan überlebt. Durch lange Jahre selbständigen Mühlendrehens zum muskulösen Mann gereift, behauptet er sich in einigen tödlichen Schaukämpfen und wird schließlich in die Freiheit entlassen. Sogleich zieht er aus, sich an Thulsa Doom zu rächen. Nachdem er sich ein Schwert besorgt, eine Hexe entkörperlicht und in dem Mongolen Subotai einen Gefährten gewonnen hat, will er sein Glück im Reiche König Osrics von Zamora versuchen. Dort tut er sich mit Valeria, der Königin der Diebe, zusammen und startet einen großen Fischzug. Osric läßt Conan und seine Gefährten festnehmen, verspricht ihnen jedoch die Freiheit, wenn sie seine Tochter Yasimina aus den Klauen Thulsa Dooms befreien. Dieser ist inzwischen zum Führer des gefürchteten Schlangenkultes aufgestiegen. Nachdem Conan in der Maske eines Priesters in Dooms Tempel eingeschlichen ist, wird er entlarvt und an einen Baum gekettet: ein Fressen für die Geier. Valeria und Subotai retten ihn, lassen den Halbtoten von einem Magier wieder zum Leben erwecken und setzen zum Sturm auf Thulsa Dooms Tempel an. Es kommt zu einem fürchterlichen Blutbad. Die Entführung Yasiminas gelingt, doch Valeria stirbt an einem Schlangenpfeil. Nach der siegreichen Schlacht gegen Dooms Armee dringt Conan erneut in dessen Marmorpyramide ein, köpft den Sektenführer und steckt hernach den Tempel in Brand.

Conan, der Prototyp aller Barbaren, ist das geistige Kind Robert E. Howards (1906-1936), eines literarisch eher unterentwickelten Schreiberlings, der als Kind stets verprügelt wurde, sich hernach per Bodybuilding zum wahren Muskelprotz entwickelte und sich mit 30 eine Kugel durch den Kopf schoß, als er vom Tod seiner Mutter erfuhr. Zwischen 1932 und 1936 publizierte Howard 17 Conan-Storys in dem Pulp-Magazin WEIRD TALES, vier weitere erschienen posthum in anderen Magazinen. Der eigentliche Siegeszug Conans begann jedoch erst knapp zwei Jahrzehnte später, als L. Sprague de Camp, Lin Carter und andere Autoren Howards Storys und diverse Fragmente zusammenfaßten, ergänzten und in Buchform herausbrachten.

»Conan«, so ärgerte sich Hans Joachim Alpers in der SCIENCE FICTION TIMES über den in diesen »Sword & Sorcery«-Geschichten verzapften Schmarren, »spaltet mit Vorliebe Schädel, rammt seinen Gegnern das Schwert in den Bauch, hackt ihnen Glieder ab, stößt sein Schwert tief in den Leib, bohrt den Speer in den Körper, schlägt Schädel ein oder läßt sie bersten... Zivilisation ist für Conan Degeneration, Weichheit, Feigheit, Verschlagenheit, Falschheit. Die Bewohner der Städte parfümieren sich und laufen in geckenhafter Kleidung herum, sie treiben Zauberkünste (oder Wissenschaft, was genauso schlecht ist) und ihre Städte sind Höhlen des Verbrechens und des Lasters... Conan ist natürlich ein Weißer, aber es kommen auch Farbige in den Geschichten vor, etwa kannibalische Neger, wollüstige Negerhäuptlinge. Leute mit lautlosem Schritt und gekrümmter Nase (!) und häßliche gelbe Menschen; alles Schurken. heimtückisch und verräterisch.«

Mitte der Siebziger war es dann endlich soweit: Weil sich Millionen Fan-Fliegen nun mal nicht irren können, witterte der italienische Produzent Dino de Laurentiis Morgenluft und machte sich daran, mit dem Mr. Ex-Universum Arnold Schwarzenegger in der Titelrolle einen Conan-Film zu produzieren. Jedoch: Als die »stupide Psvchopathen-Fassung des Krieg der Sterne« (TIME) nach einigem Hin und Her 1982 endlich anlief, war das Entsetzen groß. Statt eines fröhlichen Schlagetotstreifens mit viel Blut hatte es Regisseur John Milius doch glatt gewagt. den Fans ein existentialistisch verbrämtes Passionsspiel zu servieren, das mit ihrem Lieblingsraufbold nicht mehr viel zu tun hatte: Dieser Conan enthielt denkbar wenig phantastische Elemente, fing dafür mit einem Nietzsche-Zitat (»Was uns nicht umbringt. macht uns nur noch stärker«) als Einleitung an und entpuppte sich recht bald als »Mischmasch aus griechischer und nordischer Mythologie, fernöstlichen Epen und Wagner-Opern, aktuellen Anspielungen (Blumenkinder und Mun-Sekte) und Anleihen beim Fantasy-Zeichner Frank Frazetta« mit der »Grazie und dem Grips eines Brontosaurus« (Helmut W. Banz. DIE ZEIT).

»Das Problem von Conan ist«, pflichtete auch das MONTHLY FILM BULLETIN bei, »daß die antiliberale Haltung trotz reichlicher Gegenwartsbezüge doch reichlich beschränkt ist. Und als normale Sword and Sorcery ist der Film ein tödlicher Langweiler. Die Dialoge sind weniger anachronistisch denn funktionell, für dumpfe Gemüter geschrieben; die spektakulären Elemente wiederum - die spanischen Drehorte und der pompöse Soundtrack Basil Poledouris' - gehen zurück auf die Epen der Sechziger (als Essay über Heldentum bleibt der Film genauso in der Startbox stehen wie seinerzeit El Cid). Trotz aller mythologischen Vorwände sind die Figuren aus plattestem Comic-Material geschnitten, und weder die christusgleichen Leiden... noch die ödipale Natur seiner Rache verleihen Schwarzeneggers Conan irgendeine Tiefe.«

Doch als die Fans das merkten, war der Barbar bereits in den Brunnen gefallen. Dino de Laurentiis nämlich, gewiefter Geschäftsmann, der er war, hatte so viele Kopien von Conan ziehen lassen, daß jedermann den Film sehen konnte, bevor die schlechte Mundpropaganda ihre Wirkung tat. »Fazit: Ein Film wie ein Hamburger - fade und ohne Nährwert. aber trotzdem erfolgreich.« (SCIENCE FICTION TIMES)

Ronald M. Hahn/Volker Jansen/Norbert Stresau © 1986
Lexikon des Fantasy-Films


Siehe auch
Robert E. Howard: Conan (Complete Conan of Cimmeria 1 • 2002)
Conan, der Zerstörer (Conan the Destroyer • USA 1984)
Leser-Service
Video: Conan, der Barbar
DVD: Conan, der Barbar
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Conan
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Credits

Originaltitel:Conan the Barbarian
deutscher Titel:Conan, der Barbar
Land und Jahr:USA 1982
Regie:John Milius
Buch:John Milius
Oliver Stone
Vorlage:Robert E. Howard
Kamera:Duke Callaghan
Schnitt:Carroll Timothy O'Meara
Musik:Basil Poledouris
Szenenbild:Ron Cobb
Ausstattung:Giorgio Postiglione
Bauten:Pier Luigi Basile
Veljko Despotovic
Benjamín Fernández
Kostüme:John Bloomfield
Maske:Carlo de Marchis
Effekte:Nick Allder
Produktion:Dino De Laurentiis (ausführend)
Raffaella De Laurentiis
Buzz Feitshans
Edward R. Pressman
Edward Summer
deutscher Kinostart:25.8.1982 (Neue Constantin)
Länge:126 min.
FSK:ab 16 Jahre

Darsteller

Conan:Arnold Schwarzenegger
Thulsa Doom:James Earl Jones
König Osric:Max von Sydow
Valeria:Sandahl Bergman
Rexor:Ben Davidson
Hexe:Cassandra Gaviola
Subotai:Gerry Lopez
Zauberer:Mako
Yasimina:Valerie Quinnessen
Conans Vater:William Smith
Rothaar:Luis Barboo
Scout:Franco Columbo
Opfer bei der Schlangenzeremonie:Leslie Foldvary
Osrics Leibwächter:Gary Herman
Kriegsoffizier:Erick Holmey
mongolischer General:Akio Mitamura
Conans Mutter:Nadiuska
Conan als Junge:Jorge Sanz
Priester:Jack Taylor
Thorgrim:Sven Ole Thorsen
Schwertmeister:Kiyoshi Yamasaki
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