Ein US-Navy-Commander führt gemeinsam mit seiner japanischen Gattin auf einer entlegenen Insel chemische Experimente durch, um Salz- in Trinkwasser umzuwandeln. Des Soldaten Forschungslust erweckt ein Riesenreptil namens Baran, das nach der Zerstörung des Eilandes sofort Kurs auf Tokio nimmt und dort die üblichen Verwüstungen anrichtet. Zum Schluß segnet Baran das Zeitliche, als er von chemischen Waffen in den Unterleib getroffen wird.
Mit Baran schuf die japanische Filmfirma Toho 1958 bereits ihr viertes Monstrum, das im Gegensatz zu seinen Kollegen in keinem weiteren Monsterfilm auftrat. Das lag vielleicht daran, daß die Physiognomie von Baran eine ganz erhebliche Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger Godzilla aufweist. Änderungen wurden nur bei Schwanz und Kopf vorgenommen. Spätestens hier hatten Inoshiro Honda und Eiji Tsuburaya jene Routine gewonnen, die ihnen in den Nachfolgewerken zugute kommen sollte. Die Geschichte hatte sich Hajime Koizumi, Hondas ständiger Kameramann, einfallen lassen, wonach Shinichi Sekizawa das Skript verfaßte, der von da an zum Vordenker des Kaiju Eiga wurde.
Ursprünglich war Daikaiju Baran (J 1958) eine Auftragsarbeit für das amerikanische Fernsehen, weshalb die Toho diesen Film nach Rodan / Die fliegenden Monster von Osaka (Radon J 1956) auch wieder in Schwarzweiß drehen ließ. Trotzdem hatten die Amerikaner wieder einmal nichts Besseres zu tun, als den Film unter dem Titel Varan the Unbelievable grausam zu verstümmeln. In der absoluten Originalfassung soll sogar überhaupt kein Amerikaner vorgekommen sein, sondern japanische Wissenschaftler sind hier angeblich einem kleinen Jungen auf die Insel gefolgt, der dort einen ungewöhnlichen Schmetterling gefangen hat. In deutschen Kinos war dieses Werk nie zu sehen.
Thomas Deist
| Originaltitel: | Daikaiju Baran |
| Übersetzung: | »Großes Monster Baran« |
| US-Titel: | Varan the Unbelievable (1962) |
| Land und Jahr: | J 1958 |
| Technik: | Schwarzweiß, Mono |
| Regie: | Inoshiro Honda |
| Drehbuch: | Shinichi Sekizawa |
| Vorlage: | Hajime Koizumi (Idee) Ken Kuronuma (Story) |
| Kamera: | Hajime Koizumi |
| Schnitt: | Kazuji Taira |
| Effekte: | Eiji Tsuburaya (Effektregie) Akira Watanabe (Spezialeffekte) Teizo Toshimitsu (Entwurf des Monsterkostüms) Hiroshi Mukoyama (optische Effekte) Teisho Arikawa (Effektkamera) |
| Musik: | Akira Ifukube |
| Ausstattung: | Kiyoshi Shimizu |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka |
| Uraufführung: | 14.10.1958 |
| Länge: | 87 Minuten (japanische Fassung) 70 Minuten (US-Fassung) |
| Kenji Uozaki: | Kozo Nomura |
| Yuriko: | Ayumi Sonoda |
| Sugimoto: | Koreya Senda |
| Fuhimura: | Akihiko Hirata |
| Umajima: | Fuyuki Murakami |
| Katsumoto: | Yoshio Tsuchiya |
| Verteidigungsminister: | Minosuke Yamada |
| Ichiro Shinjo: | Hisaya Ito |
| Captain: | Yoshifumi Tajima |
| Yutaka Wada: | Nadao Kirino |
| Priester: | Akira Sera |
| Mutter: | Fumiko Honma |
| Ken: | Takashi Ito |
| Motohiko Horiguchi: | Fumito Matsuo |
| Sankichi: | Yasuhiro Kasanobu |
| Jiro: | Yoshikazu Kawamata |
| Kusama: | Akio Kusama |
| Baran: | Haruo Nakajima Katsumi Tezuka |