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Duell

Duel • USA 1972


Handlung

David Mann, ein Handelsvertreter, ist unterwegs. Während er auf dem Landstraße dem eher stumpfsinnigen Rundfunkprogramm zuhört, holt er einen ziemlich schmutzigen Tankwagen ein, dessen Auspuffgase seinen Schleimhäuten nicht gerade zuträglich sind. David überholt. Kurz darauf jagt der Tankwagen mit schrillem Gehupe an ihm vorbei und setzt sich wieder vom ihn. David will erneut überholen. Der Trucker winkt ihn vorbei. Aber auf der Gegenfahrbahn rast ein Auto heran, dem David gerade noch ausweichen kann. Von nun an hat dem Spaß für ihn ein Ende. Er trickst den Tankwagenfahrer aus, aber das hätte er besser nicht tun sollen, denn dem Mann ist äußerst nachtragend. Von nun an jagt er David mit einem halsbrecherischen Tempo eine nicht eben verkehrssicher ausgebaute Straße hinab. David zweifelt zuerst am Verstand seines »Gegners«, dann an seinem eigenen. Als er beinahe einen schweren Unfall baut und in eine Raststätte geht, um sich zu beruhigen, hält man ihn für nicht ganz normal. Dann steht der Tankwagen plötzlich vor der Tür. Einer der Gäste muß der geheimnisvolle Fahrer sein. David spricht einen Unbekannten an und bezieht, als er sich hysterisch aufführt, Prügel. Er fährt weiter. Der Tanker ist weg. Aber er lauert ihm auf, in einem Tunnel. David gerät immer mehr in Panik: Der Fremde will ihn umbringen, daran zweifelt er nicht. Aber warum? Hat er es mit einem Irren zu tun? Andere Autofahrer, denen cr sich anvertraut, zeigen keinerlei Verständnis für seine Probleme. Als David telefonisch Hilfe rufen will, walzt der Tanken die Telefonzelle nieder. Dann versucht er, Davids Fahrzeug in einen vorbeirasenden Eisenbahnzug zu schieben. Davids Bemühen, sich dem unheimlichen Duellanten durch Flucht zu entziehen, bleiben in jeder Beziehung fruchtlos. Der Fahrer, der sich niemals zeigt, hat es tatsächlich auf ihn abgesehen. David bleibt keine ändere Wahl, als sich zum Kampf zu stellen. Er lockt seinen Verfolgen in eine tödliche Falle ...

Kritik

Ein Film über zwei Autofahrer? Horror? Und ob! Obwohl dieser erste größere Film (eine Produktion für das amerikanische Fernsehen) Steven Spielbergs gänzlich ohne Vampire, Werwölfe und Untote auskommt, ist er ein Horrorstreifen reinsten Wassers, in dem ein schmutziger Tankwagen das Monster symbolisiert: den brüllenden und fauchenden Moloch, der mit urwelthaften Geräuschen einem kleinen Menschlein folgt, um es zu vernichten. Ungewöhnlich ist nicht nur die »Heldengestalt.« David Mann, ein Durchschnittsbürger, der offen zugibt, daß er zu Hause wenig zu sagen hat, und von dessen Gattin wir erfahren, daß er nicht eben zu den Leuten gehört, die im Leben gern Stellung beziehen, sondern auch die Szenerie, vor der die dramatischen Ereignisse ablaufen: Eine staubige Landstraße, auf der ein Duell um Leben und Tod ausgefochten wird, ohne daß der Protagonist je erfährt, warum es ihm an den Kragen gehen soll, Was hat er verbrochen? Ist es vorstellbar, daß der Unbekannte ihn deswegen aus dem Wege räumen will, weil er es gewagt hat, einen »König der Landstraße« zu überholen? Die Bedrohlichkeit der Situation wird noch erhöht durch das feige und verständnislose Verhalten jener Leute, die David um Hilfe bittet: Alle schalten ab, möchten in nichts hineingezogen werden, haben ihre eigenen Probleme. Umso erleichterter reagiert man nach der Schlußszene: als es David gelungen ist, sich seines Widersachers zu entledigen, springt er hysterisch lachend von einem Bein aufs andere: Endlich frei! Endlich wieder frei!

Ronald M. Hahn/Volker Jansen © 1985/89
Lexikon des Horrorfilms

Meinungen

Georg Herzberg, FILMECHO/FILMWOCHE:
»Der Film ist auf mannigfache Art zu verstehen, etwa als die Ohnmacht des Einzelnen gegen die Bedrohung durch eine feindliche Umwelt oder als Furcht vor einer Gefahr, vor der man davonzulaufen versucht.«
Wilfried Günther, MEDIUM:
»Für den Vertreter, der sich auf einer normalen Geschäftsreise befindet, ist der Lastzug eine anonyme, metahumane Bedrohung, die unvermutet und grundlos über ihn hereinbricht ... der Lkw selbst ist sozusagen die Gefahr, die daher auch in ihrem Wesen und ihren Motivation unverständlich bleibt.«
John Gillett, FOCUS ON FILM:
»Spielberg ... hat gewiß genau gewußt, wie er den Film haben wollte ... undurchsichtig. Abgesehen davon, daß er es eilig hat und am Abend zuvor eine noch nicht beigelegte Auseinandersetzung mit seinem Frau hatte, erfahren wir wenig über Weaver. Steht er als Symbol für die amerikanische Mittelschicht, die von einem anonymen Feind einer Prüfung unterzogen wird, die sie nur mit Glück und Wagemut bestehen kann? Der spielerische Hinweis einer amerikanischen Zeitung, daß Nixon der Tanker und McGovern den Pkw sei, kann, glaube ich, rasch außer acht gelassen werden; dennoch ist der Film so voller Obertöne und Echos (die geistlosen Sprecher im Radio, der Unwillen der Menschen, in das hineingezogen zu werden, was Weaver widerfährt), daß man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, wir sollten ihn - zumindest streckenweise - als Allegorie auf die Selbstzufriedenen und Schwachen ansehen, die von den Starken angegriffen werden.«
Siehe auch:
Steven Spielberg (*1946) Amerikanischer Regisseur und Produzent
Leser-Service:
Video: Duell
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Steven Spielberg

Credits

Originaltitel:Duel
deutscher Titel:Duell
Land und Jahr:USA 1972
Regie:Steven Spielberg
Buch:Richard Matheson
Vorlage:Richard Matheson
Kamera:Jack A. Marta
Schnitt:Frank Morriss
Musik:Billy Goldenberg
Produktion:George Eckstein
Universal TV
Länge:90 Minuten
(Duell ist in den USA als TV-Film konzipiert worden, seine ursprüngliche Länge betrug 73 Minuten.)
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

David Mann:Dennis Weaver
Mrs. Mann:Jacqueline Scott
Chuck:Eddie Firestone
Busfahrer:Lou Frizzell
Mann im Café:Gene Dynarski
Schlangenzüchterin:Lucille Benson
Tankwart:Tim Herbert
Alter Mann:Charles Seel
Kellnerin:Shirley O'Hara
Ehepaar im Auto:Alexander Lockwood
Amy Douglas
Tankwagenfahrer:Cary Loftin
Autofahrer:Dale van Sickel
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