| Zu Anfang der vierten Sequenz von
Fantasia verdichtet sich der Urnebel zur
Erde, dann speien Vulkane Feuer im Rhythmus der Musik von Igor Strawinskys Das
Frühlingsopfer. Im Meer entstehen erste Zellen, das Leben erobert das Land, und die
Zeit der Dinosaurier beginnt.
Zunächst sind Plesiosaurier, Mosasaurier und Pteranodonten zu sehen. Das ist insofern
interessant, als es sich bei den schwimmenden und fliegenden Echsen nicht um
Dinosaurier im eigentlichen Sinne handelt. Diese finden sich ausschließlich an Land: die
dreigehörnten Triceratopse mit Babys, Brachiosaurier, die im Sumpf mit ihren
Schlangenhälsen nach pflanzlicher Nahrung suchen, der Stegosaurus mit den
hahnenkammartigen Rückenplatten und viele andere. Dann setzt ein Gewitter ein, und der furchtbare Räuber Tyrannosaurus betritt die Szene. Alle Tiere fliehen vor ihm, bis er sich einen Stegosaurus als Opfer wählt. Es folgt der Kampf auf Leben und Tod zwischen den beiden Giganten. Obwohl der Stegosaurus dem Raubtier mit seinem stachelbewehrten Schwanz tiefe Wunden reißt, unterliegt er zum Schluß. Danach wird es immer heißer und trockener, während die Sonne gnadenlos auf die sich ausbreitende Wüste herunterbrennt. Die Saurier verdursten und sterben. Im spektakulären Finale bebt die Erde zur Sonnenfinsternis, Berge türmen sich auf, und ein riesiger Spalt klafft auf, in den das Meer einbricht. Der Urkontinent Gondwana ist auseinandergebrochen, und der Meeresarm wird sich zum Atlantischen Ozean weiten. Diese Szenen haben die populäre Vorstellung des Erdmittelalters als wolkenverhangenes, düsteres Urweltszenario auf Jahrzehnte geprägt und sind sogar für heutige Zuschauer von beeindruckender Eindringlichkeit. Insgesamt ist diese Episode durchaus, wie es einleitend heißt, »eine genaue Wiedergabe dessen, was nach Meinung der Wissenschaft in der ersten Milliarde Jahren auf diesem Planeten geschah« - zumindest nach dem damaligen Stand der Wissenschaft. Immerhin wurde diese Sequenz unter dem Titel A World Is Born für den Verleih an amerikanische Schulen ausgekoppelt und sogar in wissenschaftlichen Fernsehbeiträgen gezeigt. |
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| Regie: | Bill Roberts Paul Satterfield |
| Drehbuch: | William Martin John Fraser McLeish Robert Sterner Leo Thiele |
| Spezialeffekte: | Gail Papineau (Kameraeffekte) Leonard Pickley (Kameraeffekte) |
| Art Director: | John Hubley Dick Kelsey McLaren Steward |
| Überwachung der Animation: | Joshua Meador Wolfgang Reitherman |
| Animation: | Edwin Aardal Paul Busch Philip Duncan Paul B. Kossoff John McManus Art Palmer Don Tobin |
| Hintergründe: | Edward Levitt Brice Mack Ed Starr |
| Musik: | Igor Strawinsky, Das Frühlingsopfer (Le Sacre du Printemps 1912) |