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die S-Bahn:

Die Frauen von Stepford

The Stepford Wives • USA 2004


Handlung

Die Fernsehproduzentin Joanna Eberhart erzielt mit billigen, reißerischen TV-Formaten schwindelerregende Einschaltquoten für ihren Sender. Nachdem während einer Show für die Investoren ein durchgeknallter Kandidat auftaucht und mit einer Pistole persönliche Rache an ihr nehmen will, trennt sich der Sender von ihr. Sie erleidet einen Nervenzusammenbruch, dessen Spätfolgen an einem Ort fernab von Manhattan auskuriert werden sollen. Die Familie beschließt, nach Stepford zu ziehen - einem idyllischen Flecken Erde, irgendwo in Connecticut. Dort werden sie von der Immobilienmaklerin Claire Wellington empfangen, die sich sofort daranmacht, Joanna in die Gemeinde einzuführen.

Doch schon nach dem ersten Kennenlernen der umwerfenden, aber unterwürfigen Weiblichkeit von Stepford ist Joanna dem Städtchen nicht mehr zugeneigt. Zu sehr widerspricht das hier gelebte Frauenbild ihren eigenen Vorstellungen. Sie würde am liebsten ihre Koffer packen und nach Manhattan zurückkehren. Dass sich ihr Ehemann Walther in dieser Umgebung pudelwohl fühlt, ist ihr herzlich egal. Unterstützung findet sie erst in der Autorin Bobby Markowitz und dem schwulen Architekten Roger Bannister.

Den ersten greifbaren Beweis für die seltsamen Eigenschaften der Frauen von Stepford liefert der Squaredance beim Picknick anlässlich des Nationalfeiertages. Eine der Damen bricht funkenstiebend zusammen, was aber dank des souveränen Eingreifens des Gemeindevorstandes Mike Wellington niemand zu bemerken scheint.

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Gatten beschließt Joanna, das Beste aus der Situation zu machen, und bemüht sich nach Kräften, zum Heimchen am Herd zu werden, das sich Walther zu wünschen scheint. Bobby und Roger stehen diesem Aktionismus skeptisch gegenüber, lassen sie aber gewähren. Erst als sich die chaotische Bobby über Nacht in eine perfekte Stepford-Frau verwandelt und selbst Roger der Gemeinde als neuer, vorbildlicher Politiker präsentiert wird, erkennt Joanna, dass hier Dinge geschehen, die nicht mehr normal sind. Aufmerksam geworden, stellt sie Nachforschungen an. Dabei findet sie heraus, dass jede wandelnde Barbiepuppe früher eine bedeutende Machtposition in Wirtschaft, Wissenschaft und im Rechtssystem besetzt hatte.

In der gleichen Nacht wird Walther von Mike in das Geheimnis von Stepford eingeweiht.

Kommen Joannas Erkenntnisse zu spät? Kann sie sich noch retten? Und was hat es mit der neuen, verbesserten Joanna auf sich, die am nächsten Morgen durch den Supermarkt schwebt?


Foto: UIP

Kritik

Schon die Besetzungsliste verspricht ein Kinoerlebnis der besonderen Art - und so zeigt auch jeder der Stars sein ganz besonderes Können. Allen voran Glenn Close, die hier wieder einmal herrlich exaltiert eine Frau darstellt, vor der es einem nur gruseln kann. Bette Midler brilliert in der Rolle der chaotischen Plaudertasche, und Matthew Broderick ist am stärksten, wenn er seine Welpenaugen sprechen lässt. Christopher Walken ist wieder ganz anders, als man es erwartet, und dabei immer genau so, wie es die Rolle letztlich erfordert. Nicole Kidman kann ihr Spiel am vielseitigsten entfalten - von der toughen Medienfrau über das bemühte Heimchen bis hin zur hübschen Maske bedient sie sich sicher ihres Repertoires. Eine Neuentdeckung ist Roger Bart, der einen hinreißenden Vorzeigeschwulen gibt, dem sämtliche Sympathien vom Fleck weg sicher sind.

Das ist der Schlüssel dieses Filmes: Sympathie. Denn anders als der Vorgänger ist er nicht als angstbesetzter Horrorstreifen konzipiert. Diesmal kommen die Frauen von Stepford im Gewand einer Hochglanzkomödie daher, die streckenweise Screwballcomedy at its best bietet - sei es die Aerobicstunde im Coctailkleid, sei es der Lesezirkel, in dem es nicht um Literatur, sondern um Dekorationsvorschläge im Goldschnitt geht. Die Frauen werden in der Darstellung zu hübschen Hüllen degradiert, die ihren Männern jeden Wunsch erfüllen - noch dazu am helllichten Tag -, während die Männer von Machtphantasien getriebene Waschlappen sind. Der Film arbeitet mit gängigen Klischees, die Geschichte selbst bietet kaum überraschende Wendungen. Man kann sich entspannt der Milieustudie widmen und die überzeichneten Situationen goutieren - in dem Wissen, dass heute einiges anders ist.

In diesem Film nimmt sich die Emanzipation, deren Folgen 1970 noch gefürchtet waren, selbst auf die Schippe, und man kann sich fragen, warum gerade wir Frauen herzlich darüber lachen können. Vielleicht liegt es einfach daran, dass wir heute in einer Zeit leben, in der wir nicht mehr ständig die Ellenbogen einsetzen müssen. Natürlich könnte man nach dem Genuss dieses im besten Sinne harmlosen Streifens wieder ins Debattieren geraten, aber mit genug Gelassenheit und Distanz kann man mit dem Gefühl nach Hause gehen, einfach gut unterhalten worden zu sein. Denn letztlich wird sich die Geschlechterfrage nicht in einem verbitterten Grabenkrieg lösen lassen, sondern nur in einem entspannten Umgang mit uns selbst. Das Remake von Die Frauen von Stepford ist ein Schritt in diese Richtung.

• Gabriele Reinecke

Siehe auch
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Credits

Originaltitel:The Stepford Wives
deutscher Titel:Die Frauen von Stepford
Land und Jahr:USA 2004
Regie:Frank Oz
Buch:Paul Rudnick
Kamera:Rob Hahn
Schnitt:Jay Rabinowitz
Musik:David Arnold
Randall Poster
Produktionsdesign:Jackson De Govia
Effekte:Scott Souter
Frank Petzold
Kostüme:Ann Roth
Produktion:Scott Rudin
Donald De Line
Edgar J. Scherick
Gabriel Grunfeld
Ausführende Produzenten:Ron Bozman
Keri Lyn Selig
Co-Produktion:Leslie Converse
deutsche Bearbeitung:Markus Jütte (Übersetzung)
Cornelia Meinhardt
(Text und Regie)
deutscher Kinostart:15.7.2004 (UIP)
Länge:93 min.
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Joanna Eberhart:Nicole Kidman (Petra Barthel*)
Walter Eberhart:Matthew Broderick (Uwe Büschken*)
Bobbie Markowitz:Bette Midler (Joseline Gassen*)
Roger Bannister:Roger Bart (Oliver Feld*)
Claire Wellington:Glenn Close (Kerstin Sanders-Dornseif*)
Mike Wellington:Christopher Walken (Bodo Wolf*)
Davie Markowitz:Jon Lovitz (Frank-Otto Schenk*)
Jerry Harmon:David Marshall Grant (Thomas Nero Wolff*)
Helen:Mary Beth Peil (Regine Albrecht*)
Sarah Sunderson:Faith Hill
Herb Sunderson:Matt Malloy
*) dt. Synchron
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