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Frankensteins Höllenbrut

Gojira tai Gaigan • J 1972


Handlung

Ein junger Comiczeichner soll für das »Kinderland«, der Idee einiger Herren zur Völkerverständigung, den Godzillaturm entwerfen. Der Schlaukopf kommt aber dem Braten bald auf die Schliche. Hinter der guten Absicht steckt Ruchbares: Die lieben Männer sind Außerirdische, deren Planet aufgrund einer ökologischen Katastrophe unbewohnbar geworden ist. Von jenem Kinderland aus wollen sie die Welteroberung starten. Da sich die ansonsten in Gestalt von übergroßen Küchenschaben (!) existierenden Aliens enttarnt fühlen, schicken sie ihre Weltraummonster Ghidorah und Gigan auf die Erde. Aber zum Glück kommen Godzilla und sein Freund Anguirus dem völlig überforderten Militär zur Hilfe. Nachdem beide zunächst tüchtig Prügel einstecken, pusten sie die Invasoren samt Ungeheuern in den Orkus und kehren auf die Monsterinsel zurück.

Kritik

Regisseur Jun Fukuda geht in seinem dritten Godzilla-Streifen ganz auf »Nummer sicher«. Um nicht wieder in fruchtlose Experimente zu verfallen, kehrte auch Shinichi Sekizawa zurück, um das Drehbuch zu schreiben. Der Film besteht denn auch zum überwiegenden Teil aus von S. Nakano perfekt inszenierten Monsterkämpfen (die leider mit diversen Schnipseln aus San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (J 1964) und Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki • J 1968) angereichert wurden). Selbst für schon betagte Godzilla-Fans war es eine wahre Pracht, die besten Destruktionen seit Jahren zu sehen. Frankensteins Höllenbrut ist pure Unterhaltung ohne jeden pädagogischen oder belehrenden Anspruch, ganz auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet. Gewisse Reminiszenzen an die Vorgänger - vor allem Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (Gojira tai Hedora • J 1971) - gibt es aber trotzdem, insbesondere einen dicklichen Hippie, der jedoch ärgerlicherweise völlig fehl am Platze ist, und die Umweltverschmutzung, die nunmehr bereits galaktische Ausmaße angenommen hat. Hier hat Fukuda ein verblüffendes Stilmittel gewählt: Die Szenen, die die Zerstörung des fernen Planeten demonstrieren sollen, zeigen allesamt das verdreckte und übervölkerte Tokio. Neben Godzilla und Ghidorah (alias Kingugidora) treten noch Anguirus als neuer Freund Godzillas und Gigan auf. Der Igeldrache Anguirus (früher: Angurus, später: Angiras) gab seinen Einstand bereits 1955 als Bösewicht in Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu • J 1955), wohingegen Gigan (alias Gaigan) ein interessanter Neuling ist. Mit einem riesigen Zyklopenauge und einer Säge im Bauch erkennt man in ihm bereits auf den ersten Blick ein echtes Weltraummonster. Außerdem war die Monsterinsel Ogusawara inzwischen zum festen Bestandteil des Kaiju Eiga geworden und diente nach Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki • J 1968) und Oru Kaiju Daishingeki (J 1969) erneut als Heimat der Ungeheuer.

• Thomas Deist

Siehe auch
Film-Index • Godzilla
Der erste Godzilla-Zyklus
Der zweite Godzilla-Zyklus
Kaiju Eiga - Der japanische Monsterfilm
Japanische Titel und Namen
Gummidrachen im Spielzeugland - Sinn und Unsinn der japanischen Monsterfilme
Film-Index • Dinosaurier • Prähistorik
DinoMedia • Dinosaurier in Literatur, Film und anderen Medien
Prehistoric News • Magazin für prähistorische Motive in den Medien
Leser-Service
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Lieferbare Titel mit dem Stichwort Dinosaurier

Credits

Originaltitel:Gojira tai Gaigan
Alternativtitel:Chikyu Kogeki Meirei
Gojira tai Gaigan
Übersetzung:»Befehl zum Angriff auf die Erde
Godzilla gegen Gigan«
deutscher Titel:Frankensteins Höllenbrut
US-Titel:Godzilla on Monster Island
Godzilla vs. Gigan
(Video)
Land und Jahr:J 1972
Technik:Farbe, Breitwand
Regie:Jun Fukuda
Drehbuch:Shinichi Sekizawa
Vorlage:Takeshi Kimura, »Gojira tai Uchu Kaiju« (Story)
Kamera:Kiyoshi Hasegawa
Schnitt:Yoshio Tamura
Effekte:Teruyoshi Nakano (Effektregie)
Sokei Tomioka
(Effektkamera)
Musik:Akira Ifukube
Kunio Miyauchi
(Songs)
Jun Fukuda
(Songtexte)
Shinichi Sekizawa
(Songtexte)
Susumu Ishikawa
(Gesang)
Ausstattung:Yoshifumi Honda
Produktion:Toho
Tomoyuki Tanaka
Cinema Shares International
Uraufführung:12.3.1972
deutscher Kinostart:11.1.1973
US-Kinostart:August 1977
Länge:89 Minuten (japanische Fassung)
80 Minuten
(deutsche Fassung)
89 Minuten
(US-Fassung)
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Gengo Kotaka:Hiroshi Ishikawa
Machiko Shima:Tomoko Umeda
Tomoko Tomoe:Yuriko Hishimi
Seisaku Takasugi:Minoru Takashima
Takeshi Shima:Kunio Murai
Godzilla:Haruo Nakajima
Ghidorah:Kanta Ina
Angiras:Koetsu Omiya
Gigan:Kengo Nakayama (= Kenpachiro Satsuma)
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