HandlungEin junger Comiczeichner soll für das »Kinderland«, der Idee einiger Herren zur Völkerverständigung, den Godzillaturm entwerfen. Der Schlaukopf kommt aber dem Braten bald auf die Schliche. Hinter der guten Absicht steckt Ruchbares: Die lieben Männer sind Außerirdische, deren Planet aufgrund einer ökologischen Katastrophe unbewohnbar geworden ist. Von jenem Kinderland aus wollen sie die Welteroberung starten. Da sich die ansonsten in Gestalt von übergroßen Küchenschaben (!) existierenden Aliens enttarnt fühlen, schicken sie ihre Weltraummonster Ghidorah und Gigan auf die Erde. Aber zum Glück kommen Godzilla und sein Freund Anguirus dem völlig überforderten Militär zur Hilfe. Nachdem beide zunächst tüchtig Prügel einstecken, pusten sie die Invasoren samt Ungeheuern in den Orkus und kehren auf die Monsterinsel zurück.
Regisseur Jun Fukuda geht in seinem dritten Godzilla-Streifen ganz auf »Nummer sicher«. Um nicht wieder in fruchtlose Experimente zu verfallen, kehrte auch Shinichi Sekizawa zurück, um das Drehbuch zu schreiben. Der Film besteht denn auch zum überwiegenden Teil aus von S. Nakano perfekt inszenierten Monsterkämpfen (die leider mit diversen Schnipseln aus San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (J 1964) und Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki J 1968) angereichert wurden). Selbst für schon betagte Godzilla-Fans war es eine wahre Pracht, die besten Destruktionen seit Jahren zu sehen. Frankensteins Höllenbrut ist pure Unterhaltung ohne jeden pädagogischen oder belehrenden Anspruch, ganz auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet. Gewisse Reminiszenzen an die Vorgänger - vor allem Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (Gojira tai Hedora J 1971) - gibt es aber trotzdem, insbesondere einen dicklichen Hippie, der jedoch ärgerlicherweise völlig fehl am Platze ist, und die Umweltverschmutzung, die nunmehr bereits galaktische Ausmaße angenommen hat. Hier hat Fukuda ein verblüffendes Stilmittel gewählt: Die Szenen, die die Zerstörung des fernen Planeten demonstrieren sollen, zeigen allesamt das verdreckte und übervölkerte Tokio. Neben Godzilla und Ghidorah (alias Kingugidora) treten noch Anguirus als neuer Freund Godzillas und Gigan auf. Der Igeldrache Anguirus (früher: Angurus, später: Angiras) gab seinen Einstand bereits 1955 als Bösewicht in Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu J 1955), wohingegen Gigan (alias Gaigan) ein interessanter Neuling ist. Mit einem riesigen Zyklopenauge und einer Säge im Bauch erkennt man in ihm bereits auf den ersten Blick ein echtes Weltraummonster. Außerdem war die Monsterinsel Ogusawara inzwischen zum festen Bestandteil des Kaiju Eiga geworden und diente nach Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki J 1968) und Oru Kaiju Daishingeki (J 1969) erneut als Heimat der Ungeheuer.
Thomas Deist
| Originaltitel: | Gojira tai Gaigan |
| Alternativtitel: | Chikyu Kogeki Meirei Gojira tai Gaigan |
| Übersetzung: | »Befehl zum Angriff auf die Erde Godzilla gegen Gigan« |
| deutscher Titel: | Frankensteins Höllenbrut |
| US-Titel: | Godzilla on Monster Island Godzilla vs. Gigan (Video) |
| Land und Jahr: | J 1972 |
| Technik: | Farbe, Breitwand |
| Regie: | Jun Fukuda |
| Drehbuch: | Shinichi Sekizawa |
| Vorlage: | Takeshi Kimura, »Gojira tai Uchu Kaiju« (Story) |
| Kamera: | Kiyoshi Hasegawa |
| Schnitt: | Yoshio Tamura |
| Effekte: | Teruyoshi Nakano (Effektregie) Sokei Tomioka (Effektkamera) |
| Musik: | Akira Ifukube Kunio Miyauchi (Songs) Jun Fukuda (Songtexte) Shinichi Sekizawa (Songtexte) Susumu Ishikawa (Gesang) |
| Ausstattung: | Yoshifumi Honda |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Cinema Shares International |
| Uraufführung: | 12.3.1972 |
| deutscher Kinostart: | 11.1.1973 |
| US-Kinostart: | August 1977 |
| Länge: | 89 Minuten (japanische Fassung) 80 Minuten (deutsche Fassung) 89 Minuten (US-Fassung) |
| FSK: | ab 12 Jahre |
| Gengo Kotaka: | Hiroshi Ishikawa |
| Machiko Shima: | Tomoko Umeda |
| Tomoko Tomoe: | Yuriko Hishimi |
| Seisaku Takasugi: | Minoru Takashima |
| Takeshi Shima: | Kunio Murai |
| Godzilla: | Haruo Nakajima |
| Ghidorah: | Kanta Ina |
| Angiras: | Koetsu Omiya |
| Gigan: | Kengo Nakayama (= Kenpachiro Satsuma) |