Ein Raumschiff fliegt im All durch einen geheimnisvollen »blauen Dunst«, der offensichtlich außerirdische Lebensformen in Gestalt großer Amöben beheimatet. Jene haben nichts besseres zu tun, als sich in die Rakete einzunisten, die alsbald - raten Sie mal wo? - auf einer Insel abstürzt. Diese wird sodann von einer illustren Schar Menschen besucht, die dort ein Touristenzentrum errichten wollen. In der Zwischenzeit schlüpfen die Amöben in die Körper harmloser Meeresbewohner. Dadurch werden ein Oktopus, eine Schildkröte und eine Krabbe zu riesigen Monstren. Nachdem das bekannte Zerstörungswerk getan ist, fahren sich die Ungetüme gegenseitig an die Gurgel und werden von einem - raten Sie bitte noch einmal! - ausbrechenden Vulkan erledigt.
Monster des Grauens greifen an (Kessen Nankai no Daikaiju J 1970) war Inoshiro Hondas vorletzter Beitrag zum japanischen Monsterfilm. Dieser Film zeigt anschaulich, was aus dem Kaiju Eiga geworden war. Die ewigen Schlachten diverser Monstren hatten ihren Reiz größtenteils verloren. Und deshalb versuchte die Toho auch, wie bereits einige Male zuvor, durch die Alien-Thematik dem Ganzen eine neue Seite abzugewinnen. Aber das war längst eine ausgelaugte Sache. Man suchte einen zeitgemäßen Aufhänger und fand ihn einfach nicht. Da half es auch wenig, Godzilla in den Wartestand zu schicken und drei neue Ungetüme auf die Kinogänger loszulassen. Darüber hinaus war kurz vor Drehbeginn der Trickexperte Eiji Tsuburaya im gesegneten Alter von 69 Jahren gestorben. So mußten seine "Erben" Teisho Arikawa (der schon an Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (Gojira no Musoko J 1967) und Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki J 1968) mitgearbeitet hatte) und Yoichi Manoda ans Netz. Was herauskam, liegt weit unter dem Durchschnitt, lediglich der Riesenoktopus Gezora darf als gelungen bezeichnet werden. Wie bereits in den Vorläufern wurde kaum noch Wert auf ausgefeilte Modellarbeit gelegt, ein Umstand, der den Film noch langweiliger machte. Und weil eh nicht mehr viel Interessantes zu sehen war, erwies sich die Kameraarbeit obendrein als hausbacken.
Thomas Deist
Die Riesenschildkröte Kameba darf übrigens als Anspielung auf den Daiei-Konkurrenten Gamera verstanden werden, zumal beide auf das japanische Wort kame für »Schildkröte« zurückgehen. Daß der Name Ganime ebenfalls sehr ähnlich klingt, ist bestimmt kein Zufall, auch wenn er von kani = »Krabbe« abgeleitet ist.
| Originaltitel: | Kessen Nankai no Daikaiju |
| Alternativtitel: | Gezora Ganime Kameba: Kessen Nankai no daikaijû |
| Übersetzung: | »Kampf der großen Monster in der Südsee« |
| deutscher Titel: | Monster des Grauens greifen an |
| US-Titel: | Yog, Monster from Space |
| Land und Jahr: | J 1970 |
| Technik: | Farbe |
| Regie: | Inoshiro Honda |
| Drehbuch: | Ei Ogawa |
| Kamera: | Taiichi Kankura |
| Schnitt: | Masahisa Himi |
| Effekte: | Teisho Arikawa (Effektregie) Teruyoshi Nakano (Effektregieassistenz) Yasuyuki Inoue (Miniaturen) Yoichi Manoda (Effektkamera) Yoshiyuki Tokumasa (Effektkamera) Sadamasa Nishimoto (Toneffekte) |
| Musik: | Akira Ifukube |
| Ausstattung: | Takeo Kita |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Fumio Tanaka Samuel Z. Arkoff (US-Fassung) Salvatore Billitteri (US-Fassung) |
| Uraufführung: | 1.8.1970 |
| deutscher Kinostart: | 27.10.1972 |
| Länge: | ?? Minuten (japanische Fassung) 84 Minuten (US-Fassung) 83 Minuten (deutsche Fassung) |
| | FSK ab 12 Jahre |
| Taro Kudo: | Akira Kubo |
| Ayako Hoshino: | Atsuko Takahashi |
| Saki: | Yukiko Kobayashi |
| Makoto Obata: | Kenji Sahara |
| Dr. Kyoichi Mida: | Yoshio Tsuchiya |
| Werbechef: | Yu Fujiki |
| Rico: | Noritake Saito |
| Ricos Freundin: | Yukihiko Gondo |
| Häuptling Ombo: | Tetsu Nakamura |
| Inselbewohner: | Shigeo Kato |
| Yokoyama: | Chotaro Togin |
| Sakura: | Wataru Omae |
| Redakteur: | Sachio Sakai |
| Stewardeß: | Yuko Sugihara |
| Gezora: | Haruo Nakajima |