HandlungVon einer abgelegenen Insel werden die Heiligtümer gestohlen: zwei winzige Zwillinge, die als Hohepriesterinnen des ansässigen Eingeborenenstammes fungieren. Ein durch Atomtests ins Gigantische mutierte Ei, bisher in Stein eingeschlossen, bricht auf. Heraus schlüpft eine monströse Larve, von den Inselbewohnern als »Mosura« verehrt. Diese schwimmt nach Japan, um die Zwillinge zu retten. Dort angekommen, spinnt sie an einem Funkturm einen Kokon, um bald darauf ihre Metamorphose als Monstermotte zu beenden. Durch ihre riesige Flügelspannweite und den massigen Körperbau verwüstet sie reihenweise Städte und Landstriche, ehe sie mit den Zwillingen glücklich und zufrieden nach Hause zurückkehrt. |
|
![]() |
|
KritikNach dreijähriger Pause präsentierten die Leute von Toho dem Kinogänger den nächsten Unhold nach Godzilla, Rodan und Baran: die Riesenmotte Mosura (Mothra in der amerikanischen und deutschen Fassung), nach einer Story von Shinichiro Nakamura. Bereits an der Synopsis erkennt man, daß Mosura das erste freundliche Ungeheuer des Kaiju Eiga ist. Die durch sie verursachten Zerstörungen gehen eher auf ihre Größe und Unbeholfenheit zurück denn auf pure Lust an der Destruktion. Regisseur Inoshiro Honda und Trickspezialist Eiji Tsuburaya haben hiermit einen weiteren Schritt getan. Das Ungetüm erscheint nicht mehr als »böse«, sondern ist mit einer durchaus positiven Intention ausgestattet worden. Der Weg in kindlich-naive Sujets ist vorgezeichnet. Ein übriges tun die niedlichen Zwillings-Priesterinnen, im japanischen Original »Shobijin« genannt, was soviel wie »kleine schöne Frauen« bedeutet. Mosura stellt im übrigen einen der ganz wenigen Exponenten des japanischen Monsterfilms dar, in dem kein Schauspieler steckte (daneben noch Manda, die Seeschlange, einige Riesenheuschrecken, Spiga, die Riesenspinne, und ein monströser Oktopus). Der Körper wurde an unsichtbaren Fäden aufgehängt, was der Überzeugungskraft der Tricks nicht gerade dienlich war. Aber das tut dem Unterhaltungswert des Streifens keinen Abbruch, vielmehr galt von nun an die Devise: Spaß und Zerstörung. Außerdem wurde in Mothra bedroht die Welt erstmals auf einen mythologischen Ursprung des Monsters Bezug genommen, denn das Tier stammt von einer unbekannten Insel, wo es als Gott verehrt wird. Ansonsten gibt es im Kaiju Eiga - sicherlich im Hinblick auf den angepeilten Weltmarkt - kaum mythologische Ansätze. Sicher ist der Drache als religiöses Symbol der Dreh- und Angelpunkt der Filme, aber er wird fast ausschließlich als Verkörperung zeitspezifischer, aktueller Entwicklungen und Ängste präsentiert. Thomas Deist |
|
MedieninfoNachdem der Film in der westlichen Welt jahrzehntelang nur in der amerikanischen Version erhältlich war, wurde er 1994 - über 30 Jahre nach der japanischen Kinopremiere - erstmals in einer deutschen Fernsehfassung unter dem Titel Mothra bedroht die Welt gezeigt. Mosura alias Mothra (der Name ist vom englischen Wort moth = Motte abgeleitet) tauchte noch in fünf weiteren Godzilla-Filmen auf - in Godzilla und die Urweltraupen (Mosura tai Gojira J 1964), San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (J 1964), Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (Nankai no Daiketto J 1966), Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki J 1968) und schließlich in Godzilla - Kampf der Saurier-Mutanten (Gojira tai Mosura J 1992) aus der neuen Serie. Nach Godzillas Abgang wurde mit Mosura (J 1996) eine eigene Serie um die Monstermotte gestartet. |
| Originaltitel: | Mosura |
| deutscher Titel: | Mothra bedroht die Welt |
| US-Titel: | Mothra |
| Land und Jahr: | J 1961 |
| Technik: | Farbe, Stereo |
| Regie: | Inoshiro Honda |
| Drehbuch: | Shinichi Sekizawa Peter Fernandez (US-Fassung) |
| Vorlage: | Shinichiro Nakamura (Story) Takehiro Fukunaga (Story) Yoshie Hotta (Story) |
| Kamera: | Hajime Koizumi |
| Schnitt: | Kazuji Taira |
| Effekte: | Eiji Tsuburaya (Effektregie) Akira Watanabe (Spezialeffekte) Teisho Arikawa (Effektkamera) Kuichiro Kishida (Effektbeleuchtung) Hiroshi Mukoyama (Mattekünstler) |
| Musik: | Yuji Koseki |
| Ausstattung: | Takeo Kita Teruaki Abe |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Columbia |
| Uraufführung: | 30.7.1961 |
| deutsche Fernsehpremiere: | 13.2.1994 (Kabelkanal) |
| US-Kinostart: | 10.5.1962 |
| Länge: | 101 Minuten (japanische Originalfassung) 62 Minuten (japanische Neufassung) 88 Minuten (US-Fassung) 91 Minuten (neue US-Fassung) 86 Minuten (deutsche Fassung) |
| Tsinchan »Bulldog« Okuda: | Frankie Sakai |
| Dr. Chujo Nakazo: | Hiroshi Koizumi |
| Fotograf Michi Hanamura: | Kyoko Kagawa |
| Zwillingsschwestern/Shobijin: | Emi & Yumi Ito |
| Clark Nelson: | Jerry Itoh |
| Dr. Haradawa: | Ken Uehara |
| Doktor: | Akihiko Hirata |
| Hubschrauberpilot: | Kenji Sahara |
| Shiro Nakazo : | Akihiro Tayama |
| Kopf der Mosura-Larve: | Haruo Nakajima |
| Hals der Mosura-Larve: | Katsumi Tezuka |