San Daikaiju Chikyu Saidai no KessenEine Prinzessin, die später gekidnappt wird, sagt schreckliches Unheil voraus. Und tatsächlich - bald erscheint ein Meteor am Himmel, aus dem der dreiköpfige Drache Ghidorah erwächst. Damit nicht genug, zur selben Zeit erwachen Godzilla und Rodan aus ihrem Tiefschlaf und fahren sich sogleich gegenseitig an die Kehle. Die beiden Mini-Zwillings-Priesterinnen wissen Abhilfe. Sie beschwören ihren Gott Mothra (der sich wieder in Raupenform befindet), vermittelnd einzugreifen. So begibt sich der monströse Seidenspinner nach Japan. Aber seine Konversation mit Godzilla und Rodan bleibt erfolglos. Mothra stellt Ghidorah auf dem Fudschijama, bezieht aber ordentlich Prügel. Der Drache scheint in seiner maßlosen Zerstörungswut unaufhaltsam. Im letzten Moment besinnen sich Rodan und Godzilla ihrer neuen Rollen und sorgen in einer gigantischen Auseinandersetzung dafür, daß Ghidorah geschlagen ins All flüchtet. In einer Nebenhandlung wird auch die Prinzessin wieder befreit.
San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (J 1964) (US-Titel: Ghidrah, the Three-Headed Monster) vollzog die letzte mögliche Wende im Kaiju Eiga. Man mag es kaum glauben, aber zehn Jahre nach seinem Debüt hat sich Godzilla von der Plage Japans zum Retter der Menschheit und Freund aller Kinder gewandelt und die Produktionsfirma Toho der neuen Kinogeneration endgültig Tribut gezollt. Und um die Wandlung Godzillas halbwegs glaubwürdig erscheinen zu lassen, hat Drehbuchautor Sekizawa ihm das fieseste Monster gegenübergestellt, das der Kaiju Eiga je hervorbrachte. Ghidorah (dessen Name an die mythische Seeschlange Hydra erinnern soll) ist die phantasievollste Kreation von Eiji Tsuburaya, eine echte Weltraumbestie, durch und durch böse. Er besitzt drei (ferngesteuerte) Köpfe, die an den mythischen asiatischen Drachen erinnern, riesige Flügel und verschießt Laserstrahlen aus den Mäulern. Während Ghidorah aufgrund seines Äußeren von Anfang an dazu verdammt war, bis in alle Ewigkeit den Bösewicht zu spielen, wurde Godzillas Outfit von nun an stufenweise geändert. Seine engen Augenschlitze verschwanden allmählich, er bekam richtige Kulleraugen; der spitze, monströse Kopf erhielt Rundungen, um den Saurier insgesamt freundlicher erscheinen zu lassen. Schließlich wich auch das tiefe Anthrazit seiner Schuppenhaut einem undefinierbaren Grün.
Es ist eine wahre Schande, daß dieser Film (unverständlicherweise) nie in Deutschland gelaufen ist, denn von den Effekten und der Ausstattung her stellt er viele seiner Vorgänger und Nachfolger in den Schatten. Die 85 Minuten Laufzeit bieten äußerst phantasievoll inszenierte Balgereien zuhauf. Einen netten (und kostengünstigen) Einfall stellt auch jene Zeichentricksequenz dar, die Ghidorahs »Geburt« beschreibt, wenn er nämlich aus einem gezeichneten Kometen urplötzlich ins Bild springt. Besonders im Gedächtnis bleiben zwei Szenen, in der sich die drei Erd-Monster in »Monstersprache« unterhalten, und der große Entscheidungskampf, bei dem Godzilla Ghidorah am Schwanz festhält und Rodan Mothra auf den Rücken nimmt, auf daß diese den Drachen im Sturzflug einspinnen kann (wie es Godzilla weiland in Godzilla und die Urweltraupen (Mosura tai Gojira J 1964) bereits widerfahren ist). Die Entwicklung des Kaiju Eiga hat ihren Zenit erreicht, denn von nun an waren die Filme nur noch eines: Unterhaltung pur!
Thomas Deist
1998 soll der Streifen erstmals in einer deutschen Version gezeigt werden, die auf der Originalfassung beruht und nicht auf der amerikanischen Fassung, die völlig umgeschnitten und zudem um acht Minuten gekürzt wurde.
| Originaltitel: | San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen |
| Übersetzung: | »Drei große Monster - die größte Entscheidungsschlacht der Erde« |
| deutscher Titel: | - - - |
| US-Titel: : | Ghidrah, the Three-Headed Monster |
| Land und Jahr: | J 1964 |
| Technik: | Farbe, Breitwand, Mono |
| Regie: | Inoshiro Honda |
| Drehbuch: | Shinichi Sekizawa |
| Kamera: | Hajime Koizumi |
| Schnitt: | Ryohei Fujii |
| Effekte: | Eiji Tsuburaya (Spezialeffekte) Akira Watanabe (Spezialeffekte) Sokei Tomioka (Spezialeffekte) Yukio Manoda (Spezialeffekte) Hiroshi Mukoyama (optische Effekte) Kuichiro Kishida (Effektbeleuchtung) |
| Musik: | Akira Ifukube |
| Ausstattung: | Takeo Kita |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka |
| Uraufführung: | 20.12.1964 |
| Wiederaufführung: | 12.12.1971 |
| deutscher Kinostart: | - - - |
| US-Kinostart: | 13.9.1965 |
| Länge: | 93 Minuten (japanische Fassung) 85 Minuten (US-Fassung) |
| Shindo: | Yosuke Natsuki |
| Naoko Shindo: | Yuriko Hoshi |
| Professor Miura: | Hiroshi Koizumi |
| Dr. Tsukamoto: | Takashi Shimura |
| Zwillingspriesterinnen: | Emi & Yumi Ito |
| Prinzessin Salno: | Akiko Wakabayashi |
| Malness: | Hisaya Ito |
| Detektiv Okita: | Akihiko Hirata |
| Editor in Chief Kanamaki: | Kenji Sahara |
| Godzilla: | Haruo Nakayima |
| Ghidorah: | Shoichi Hirose |