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Hauptmann Florian von der Mühle

DDR 1968


Handlung

Florian kämpfte im Krieg als Freischarhauptmann einer Bauernschwadron gegen Napoleon. Doch statt ihm zu danken verlangt der Staat Steuern, die er weder willens noch imstande ist zu zahlen. Außerdem wurde seine Mühle im Kampf zerstört und sparen konnte er auch nichts.

Doch das stört den Staat nicht, stattdessen droht er mit Schuldhaft. Der in seiner Ehre gekränkte Florian jagt den Pfänder zum Teufel und zieht nach Wien, wo der Kongreß tagt und tanzt, um sein Recht einzufordern.

»Unterwegs begegnet ihm Josephine Duchessa von Guastalla, eine ebenso streitlustige wie gut gebaute junge Dame, die ebenfalls in die Hauptstadt unterwegs ist, um ihr Recht einzufordern: Ihr Mann war im Krieg gefallen; und Kaiser Franz II. von Österreich hatte nichts eiligeres zu tun, als dessen Ländereien an seine eigene Tochter, Napoleons Frau Marie Luise zu vermachen - zum Dank dafür, dass sie nicht zu ihrem Gatten zurückkehrt. Die Duchessa trägt, so munkelt man, Sprengstoff an ihrem Herzen: Unter dem Mieder verberge sie einen Brief des auf Elba festsitzenden Napoleon, der Marie Luise auffordert, zu ihm zu kommen. Florian kennt zwar diese verwickelten Zusammenhänge nicht, rettet die Schöne aber vor Straßenräubern (die in Wirklichkeit den Brief wollen) und verspricht ihr, auch sonst zu Diensten zu stehen.«
[Manfred Krug in: Die großen Kinofilme, Parthas Verlag Berlin, 1997] Bestellen

Florian gelangt in ein Wien, daß von vor Spitzeln, Schleimern und Intriganten wimmelt. Die Bürokratie unterbindet jedes aufmucken, der Geheimdienst bespitzelt alles und jeden. Mit Säbeln und Torten schlägt sich Florian durch diesen Sumpf und macht der Stadt mittels einem Feuerwerk weis, daß Napoleon vor den Toren steht. Geschockt zahlt der Polizeidirektor die von Florian geforderte Summe und er kann die Duchessa zum Altar führen.

Meinungen

FRANKFURTER RUNDSCHAU, 7.12.1968
»Biedermeier auf Weltniveau - Der erste 70mm-Spielfilm der DEFA • 1931 ließ die UFA den Kongress tanzen, jetzt tut's die DEFA. Verwechslungsjagden, Verfolgungsjagden und Gefechte, Tortenschlacht und Cremespritze, so wird demonstriert wie man techn. Weltniveau und Biedermeier vereinen kann, man darf auf volle Kassen und Exporterfolge hoffen.«
BERLINER ZEITUNG, 4.12.1968
»Hauptmann Florian im Glück • Helden haben stets die widersinnigsten Abenteuer zu bestehen, Eleganz und Virtusität und publikumswirksame Stupidität. Eine auf äußere Attraktivität bedachte abenteuerliche Filmkomödie, dessen schwerfällige 70mm Kamera man sich beweglicher wünscht. Der Film nimmt sich nicht ernst in seiner angenehmen Humorigkeit. Die Musik Karl-Ernst Sasses wie eine große romantische Oper.«
NEUES DEUTSCHLAND, 10.12.1968
»Willkommen neue Dimension • Bevor sich eine Technik perfektioniert, erprobt sie sich in einer heiteren Variante, einem Mantel- und Degen-Stück, versehen mit Attributen des filmischen Lustspiels, der Burleske. Große Leinwand, großes Ensemble, doch ein Spaß mit wenig tieferer Bedeutung. So besitzen wir Atem für die Zukunft des Kinofilms. Was die techn. Möglichkeiten und den künstlerischen Einsatz angeht, stehen wir noch am Anfang.«
DIE WOCHENPOST
über Manfred Krug: »Unser Krug ist besser als der Marais oder der Barry. Zugegeben: die Genannten haben Eleganz. Krug hat mehr: Geist und Witz und die bezaubernde Fähigkeit, sich selbst beim Spaß zuzusehen.«
Siehe auch
DEFA-Stiftung
Leser-Service
DVD: Hauptmann Florian von der Mühle
VHS: Hauptmann Florian von der Mühle
Lieferbare Titel mit dem Stichwort DEFA

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Credits

Titel:Hauptmann Florian von der Mühle
Land und Jahr:DDR 1968
Technik:Farbe • 70 mm
Regie:Werner W. Wallroth
Buch:Werner W. Wallroth
Vorlage:Nach Motiven der Erzählung
Die Winternachtsabenteuervon Joachim Kupsch
Kamera:Eberhard Borkmann
Hans-Jürgen Kruse
Szenenbild:Joachim Otto
Musik:Karl-Ernst Sasse
Produktion:DEFA
Uraufführung:22.11.1968 (Kino DDR)
Fernsehpremiere:4.9.1972 (DFF 2)
Länge:135 Minuten

Darsteller

Hauptmann Florian:Manfred Krug
Duchessa:Regina Beyer
Amadeus:Rolf Herricht
Fanny:Jutta Klöppel
und:Doris Abeßer
Gisela Bestehorn
Eberhard Cohrs
Rolf Hoppe
Heide Kipp
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