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Hulk

The Hulk • USA 2003


Handlung

Das Adoptivkind Bruce Banner weiß nichts von seinen wahren Eltern. Als brillanter Wissenschaftler in der medizinischen Forschung macht er sich über seine Herkunft kaum noch Gedanken. Diese Sorglosigkeit ist ein Fehler. Ein Selbstversuch mit Nanosonden und Gammabestrahlung löst in Banners Körper eine Entwicklung aus, die mit früheren Gen-Experimenten seines ebenfalls forschenden Erzeugers zu tun hat. Der Kindsvater David Banner hat sich nach Verbüßung einer 30-jährigen Haftstrafe an Bruce' Arbeitsplatz eingeschlichen, um sein eigenes Werk zu würdigen.

Dazu ist bald Gelegenheit. Ein Wutanfall lässt Sohnemann Bruce zu einem giftgrünen Superwesen mit unglaublich starken Muskeln mutieren. Es stellt sich heraus, dass der Vater von Banners Kollegin und Freundin Betty, General Ross, das militärische Forschungsprojekt leitet, für das Banners Vater einst Genmanipulationen an sich selber vornahm - ehe er Bruce zeugte. Jetzt setzt sich der Offizier auf die Spur des Ungetüms. Banner sr. lässt derweil genmanipulierte Hunde auf Betty los, weil er glaubt, dass sie für ihren Vater arbeitet und Bruce sich von ihm trennen will. In seiner neuen Erscheinungsform als Hulk kann Bruce jedoch die vierbeinigen Monstren aufhalten und seine Freundin retten.

Trotz bester Absichten dankt sie es ihm schlecht. Betty sorgt dafür, dass Bruce von General Ross gefangen genommen und in ein unterirdisches Labor in der Wüste gebracht werden kann. Dort wird ihm, anders, als Betty dachte, natürlich keine Hilfe zuteil. Als Hulk muss er um sein Leben laufen, hochgerüstete Verfolger abschütteln und einem unvermutet vertrauten Gegner entgegentreten. Sein leiblicher Vater hat ein düsteres Geheimnis und fordert ihn zum letzten Showdown ...


Foto: UIP

Kritik

Man wagt es kaum, den Hulk als »Helden« zu bezeichnen. Schon in den Comics war er eher eine tragische Figur, immer wieder überwältigt von der Wut, die sein Anderssein begründet und zur Faszination dieser Figur gehört. Wer wäre nicht gerne fähig, alles kurz und klein zu schlagen, wenn er in Wut gerät? Der Zorn aber lässt den Hulk in den Comics öfter vom geraden Weg abkommen. Er ist kein ewig edler Recke à la Superman. Durch ihn wurden die Superhelden-Heftchen vielschichtiger und weniger langweilig.

Im Film wird die Tragik der Figur angemessen berücksichtigt. Eric Bana kann als Bruce Banner schöne große, verstörte Augen machen, wenn er sich fragt, was er in den Stunden des Zorns wohl alles angerichtet hat. So primitiv die Figur an sich erscheint, so vielschichtig und ernst zu nehmend erscheinen die normalen Personen des Films. Bruce Banner und Betty Ross stellen sich als Opfer einer Feindschaft zwischen ihren Vätern heraus, von deren Bekanntschaft sie nicht einmal wussten. Dieses irgendwo zwischen Romeo und Julia, King Kong und Die Schöne und das Biest angesiedelte Drama führt zu wunderbar dramatischen und sogar poetischen Situationen - etwa wenn Betty den gerade abgeregten und rückverwandelten Bruce in die Arme schließt, während die Waffen etlicher misstrauischer Soldaten auf das völlig wehrlose Paar gerichtet sind.

Auch das Ende hält den Vergleich mit klassischen Stoffen aus. Es gleicht einem Titanenkampf, in dem der Gegner des Hulk in seiner Gestalt zu keinem Zeitpunkt völlig klar zu erkennen ist. Der Vater-Sohn-Konflikt, vor dessen Hintergrund sich der Kampf abspielt, bezieht seine Glaubwürdigkeit aus dem hervorragenden Spiel Nick Noltes, der sich in seinem Part richtig austoben kann.

Leider können die Spezialeffekte mit Drehbuch, Inszenierung und Spiel nicht mithalten. Man muss sich fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, den Hulk wieder von einem maskierten Darsteller verkörpern zu lassen, wie in der Fernsehserie aus den 80er Jahren (Der damalige Hulk-Darsteller Lou Ferrigno hat einen Cameo-Auftritt als Wachmann). »Der hat ja ein Pfannkuchen-Gesicht« war ein spontaner Kommentar aus dem Kinopublikum. Echt aussehen wird eine solche Figur wohl erst in ein paar Jahren, wenn die CGI-Technik weitere Fortschritte gemacht hat. Vom Besuch des Films braucht man sich aber durch diesen Schönheitsfehler nicht abhalten zu lassen.

Arno BehrendALIEN CONTACT

Siehe auch
The Hulk (Vivendi Interactive • 2003) [Computerspiel]
Computeranimation
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Credits

Originaltitel:The Hulk
deutscher Titel:Hulk
Land und Jahr:USA 2003
Regie:Ang Lee
Buch:James Schamus
John Turman
Michael France
Story:James Schamus
Kamera:Frederick Elmes
Schnitt:Tim Squyres
Musik:Danny Elfman
Produktionsdesign:Rick Heinrichs
Visual Effects Supervisor:Dennis Muren
Animation Supervisor:Colin Brady
Visual Effects Producer:Tom Peitzman
Kostüme:Marit Allen
Produktion:James Schamus
Gale Anne Hurd
Avi Arad
Larry Franco
Ausführende Produzenten:Stan Lee
Kevin Feige
Deutsche Bearbeitung:Berliner Synchron
Übersetzung:Fritz-Joachim Böhm
Dialogbuch und -regie:Tobias Meister
deutscher Kinostart:3.7.2003 (UIP)
Länge:138 Minuten
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Bruce Banner:Eric Bana (Benjamin Völz*)
Betty Ross:Jennifer Connelly (Andrea Solter*)
General Ross:Sam Elliott (Reiner Schöne*)
Glenn Talbot:Josh Lucas (Bernd Vollbrecht*)
David Banner:Nick Nolte (Thomas Danneberg*
Junger David Banner:Paul Kersey
Edith Banner:Cara Buono (Ulrike Stürzbecher*)
Junger Ross:Todd Tesen
Harper:Kevin Rankin (Bernhard Völger*)
Mrs. Krenzler:Celja Weston (Joseline Gassen*)
Bruce Banner als Teenager:Mike (Erwin Nicolas Artajo*)
Sicherheitswachen:Lou Ferrigno
Stan Lee
Regi Davis
Craig Damon
*) dt. Synchron
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