I, RobotDer amerikanische Cop Del Spooner ist paranoid. Er schläft mit der Waffe in der Hand und hängt sie beim Duschen an die Vorhangstange. Er verfolgt einen armen, harmlosen Roboter wie einen Dieb, obwohl der nur mit einer Handtasche im Greifwerkzeug durch die Straße rennt, um seiner Besitzerin einen lebensnotwendigen Inhalator zu bringen. Seit einem Unfall misstraut Spooner den humanoiden Helfern. Dabei gibt es im Jahre 2035 nichts Friedlicheres als Roboter: Das oberste Gesetz der Robotik hindert sie daran, einem Menschen zu schaden oder durch Untätigkeit zuzulassen, dass ein Mensch Schaden nimmt.
Ausgerechnet Spooner lenkt eines Tages seinen kugelrädrigen Audi zum gewaltigen Hauptgebäude der Firma U.S.Robotics. Dr. Alfred Lanning, einer der Hauptentwickler der positronischen Robotergehirne, liegt tot im Foyer, und das in der Woche, in der die größte Roboterauslieferung der Geschichte geplant ist. Selbstmord, heisst es, doch dem Cop kommen Zweifel. Was folgt, ist eine typische Detektivstory, die Suche nach Hinweisen und Motiven, bei der die Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin und der ungewöhnlich emotionale Roboter Sonny ihn zunächst in die Irre zu führen scheinen. Doch als Roboter der neuen Generation NS-5 den Cop angreifen, klären sich recht schnell die Seiten. Spooner, Dr. Calvin und Sonny folgen Hinweisen, die der tote Dr. Lanning im Vertrauen auf Spooners Misstrauen gegen Roboter hinterlassen hat. Derweil nimmt die Auslieferung der NS-5 ihren Lauf. Und Spooner ahnt, dass damit eine Intrige gewaltigen Ausmaßes verbunden ist ...

Foto: 20th Century Fox
I, Robot bietet eine gekonnte Mischung aus einer SF-lastigen Kriminalgeschichte und einem Action-Thriller. Der Titel verleitet allerdings dazu, mehr aus Isaac Asimovs Storysammlung über Roboterpsychologie zu erwarten. In Wirklichkeit wurden kaum mehr als die Namen Dr. Lanning und Dr. Calvin (jedoch nicht deren Charakterisierungen) übernommen - außerdem die drei Gesetzte der Robotik, um die kein Autor mehr herumkommt, der humanoide Roboter thematisiert. Statt einer Umsetzung der Geschichten bietet der Film eine Melange von typischen Ideen und Details der SF, einschließlich des Computers als gutem Tyrannen, der die Menschheit vor sich selbst schützen will. Dass menschenähnliche Roboter diese Rolle übernehmen, ist übrigens nicht bei Asimov, sondern bei seinem Kollegen und Zeitgenossen Jack Williamson nachzulesen, in seiner Kurzgeschichte »With Folded Hands« aus dem Jahr 1947.
Der Film besticht eingefleischte SF-Fans sicher nicht durch ein Feuerwerk neuer Ideen. Er ist eher eine plausible Weiterentwicklung heutiger Trends und ein dichter, spannender Thriller mit einem guten Gefühl für den Wechsel zwischen Denkpause und Action. Die visuelle Umsetzung ist fast perfekt, nicht überladen, sondern in einigen für die Story wichtigen Punkten spektakulär. Die manchmal allzu glatte Computergrafik wird in Action-Szenen ohnehin durch videoclipartig schnelle Schnitttechnik überspielt, ist jedoch längst nicht so überladen und erschlagend wie zum Beispiel in Van Helsing. Sehr gelungen ist die Gestaltung der NS-5-Roboter, eindeutig Maschinen und doch in ihren Andeutungen von Emotionen so effektiv, dass sie zum Teil die Darsteller an die Wand spielen. Allerdings erinnern sie frappierend an die zärtlichen Roboter aus Björks Video »All Is Love«.
Wohltuenderweise beschränkt sich die Attitüde des mahnend erhobenen Zeigefingers gegen »Ungetüme erschaffende Menschen« auf ein erträgliches Maß. Es wird nicht eine ganze technische Entwicklung an den Pranger gestellt. Ebenso wohltuend ist, dass einmal keine Liebesgeschichte auf die Storyline gepfropft wurde, ebenso wenig wie etwa die heuchlerisch-triefende Emotionalität des Roboterkindes in A. I. - Künstliche Intelligenz.
Alles in allem ist der Film zwar kein Meilenstein der SF wie das Buch von Isaac Asimov, aber ein hervorragendes Stück Unterhaltung für jedermann.
Britta Burmesters

| Originaltitel: | I, Robot |
| deutscher Titel: | I, Robot |
| Land und Jahr: | USA 2004 |
| Regie: | Alex Proyas |
| Buch: | Jeff Vintar Akiva Goldsman |
| Story: | Jeff Vintar Inspiriert von Isaac Asimov |
| Kamera: | Simon Duggan |
| Schnitt: | Richard Learoyd Armen Minasian William Hoy |
| Musik: | Marco Beltrami |
| Produktionsdesign: | Patrick Tatopoulos |
| Kostüme: | Elizabeth Keogh Palmer |
| Effekte: | John Nelson |
| Produktion: | Laurence Mark John Davis Topher Dow Wyck Godfrey John Kilkenny (Associate Producer) |
| Ko-Produktion: | Steven R. Mcglothen |
| Ausführende Produzenten: | Will Smith James Lassiter Michel Shane Anthony Romano |
| deutscher Kinostart: | 5.8.2004 (Centfox) |
| Länge: | 114 min. |
| FSK: | ab 12 Jahre |
| Del Spooner: | Will Smith |
| Susan Calvin: | Bridget Moynahan |
| Sonny: | Alan Tudyk |
| Dr. Alfred Lanning: | James Cromwell |
| Lawrence Robertson: | Bruce Greenwood |
| Granny: | Adrian L. Ricard |
| Lt. John Bergin: | Chi McBride |
| Baldez: | Jerry Wasserman |
| V.I.K.I.: | Fiona Hogan |
| Chin: | Peter Shinkoda Terry Chen |
| NS4 & NS5 Robots: | David Haysom Scott Heindl |
| und: | Sharon Wilkins Craig March Kyanna Cox Darren Moore Aaron Douglas Shayla Dyson Bobby L. Stewart Nicola Crosbie Emily Tennant Shia LaBeouf Michael St. John Smith Travis Webster Roger Haskett Tiffany Knight Angela Moore Ryan Zwick Essra Vischon Kenyan Lewis Aaron Joseph Simon R Baker Marrett Green |