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Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens

Lara Croft Tomb Raider The Cradle of Life • USA 2003


Handlung

Als ein Erdbeben vor der griechischen Küste den Meeresboden neu sortiert, finden sich sofort Archäologen ein, unter ihnen die gut ausgerüstete Lara Croft, um mögliche Schätze zu bergen. In einem versunkenen Tempel, der einst Alexander dem Großen gewidmet war, entdeckt Lara Croft eine mysteriöse glühende Kugel. Überraschend werden sie und ihr Team von einer chinesischen Verbrecherorganisation angegriffen, die ihnen das Artefakt abjagt. Diese Kugel ist der Schlüssel zur »Wiege des Lebens«, einem Versteck, in dem die legendäre Büchse der Pandora ruht. Diese soll schon Alexanders Heerscharen vernichtet haben und kann jederzeit wieder unfassbare Zerstörungskräfte entfalten, sollte sie geöffnet werden.

Die Chinesen wollen die Kugel an den skrupellosen Dr. Jonathan Reiss verschachern, ehemals Nobelpreisträger, inzwischen erprobter Bio-Terrorist. Um das Schlimmste zu verhindern, muss Lara Croft ihnen zuvorkommen - und sei es, weil die englische Queen sie ausdrücklich darum ersucht. Leider braucht sie dazu die Unterstützung von Terry Sheridan, einem Ex-Soldaten und Ex-Liebhaber, der zu einem unnachgiebigen Söldner wurde und nun im Gefängnis sitzt ...


Foto: Concorde

Kritik

Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens basiert genauso wie der erste Teil Lara Croft: Tomb Raider von 2001 auf dem gleichnamigen Videogame. Herausgekommen ist ein durchschnittlicher Action-Streifen, der die vom Medienhype gepushten hohen Erwartungen nicht erfüllen kann. Die Story ist schnell verstanden, die Effekte sind nicht neu, die Bösen sind böse und haben wie immer eine ungemein schlechte Treffsicherheit. Es gibt genügend Action, Stunts, exotische Locations und eine schöne Heldin, die kräftig austeilt. Tatsächlich verläuft die Story im Ansatz sehr ähnlich wie bei Jäger des verlorenen Schatzes, allerdings mit absurden und hübschen technischen Spielereien wie bei James Bond.

Nachdem Ms. Croft eine Mitfahrgelegenheit bei einem Hai erbittet, im Damensattel reitend eine Art Moorhuhn-Schießen auf ihrem Landsitz veranstaltet, einen Stealth-Bomber in China herunterkrachen lässt, einen effizienten Abgang von einem Hongkonger Wolkenkratzer bewerkstelligt sowie mit den obligatorischen afrikanischen Einheimischen schnellen Handel schließt - Sequenzen, die bereits im Trailer zu sehen sind - ist das Ende ein wenig schwach. Einige der Actionszenen machen Spaß, andere sind etwas leb- und zwecklos geraten.

Das hartnäckig kursierende Gerücht, dass die Fortsetzung anders als der zu Unrecht geschmähte erste Teil besser sei, bleibt unverständlich. Die Story ist sehr ähnlich. Die spektakulären Szenen des Vorläufers (der mehrarmige Roboter-Sparringpartner, die Bungee-Gymnastik) konnten nicht überboten werden. Der erste Film von Simon West war vielleicht abgehackter, aber auch charmanter. Der jetzige unter Jan de Bont hat weniger Charme und Spaß zu bieten. Vorbei sind die humorigen Schrullen und die bissigen Dialoge.

Die besten Filmmomente sind die, die dem allerersten Spiel sehr ähnlich sind, wenn Lara mit athletischen Bewegungen Wände und Statuen erklettert. Ohne Zweifel ist Angelina Jolie als Lara Croft wieder das Highlight des Films. Sie ist schlau, autonom und hart im Nehmen. Sie sieht ordentlich scharf aus in ihren Klamotten - schade nur, dass sie ihre Hot Pants nicht mehr dabei hat. Jedoch ist sie ein wenig sadistischer geworden und hat plötzlich Freude am Töten. Die charmante Gentlewoman mit Pfiff droht zur Killer-Biene zu mutieren.

Der neue Ex-Lover und das Beziehungsgebrazzel sind schlichtweg überflüssig. Der Bösewicht wirkt schwach und bleibt kaum im Gedächtnis. Ein starker Handlanger an seiner Seite hätte dies ausgleichen können. Til Schweiger, der diese Rolle übernommen hat, wurde nicht genügend genutzt. Er wirkt lächerlich, wie Arnold Schwarzenegger in seinen frühen Tagen. Das sympathische Team, bestehend aus Butler und Computer-Nerd, ist wieder dabei und kriegt ein bisschen zu tun, aber auch hier wurde Potenzial verschenkt.

Dass es sich nur mehr um Standardware handelt, ist schon am Detail erkennbar: Der großartig coole Techno-Soundtrack des ersten Films ist einem gleichförmigen, gewöhnlichen Score von der Stange gewichen.

Der Film beschert zwei angenehme unterhaltsame Stunden, mehr aber auch nicht. Kein Grund, sofort ins Kino zu stürzen.

• Margo Jane Warnken

Siehe auch
Offizielle Site
Tomb Raider IV - Die letzte Offenbarung (Eidos) [Computerspiele]
Tomb Raider V- Die Chroniken (Eidos) [Computerspiele]
Leser-Service
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Tomb Raider
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Lara Croft

Credits

Originaltitel:Lara Croft Tomb Raider The Cradle of Life
Deutscher Titel:Lara Croft Tomb Raider
Die Wiege des Lebens
Land und Jahr:USA 2003
Regie:Jan de Bont
Buch:Dean Georgaris
Story:Steven E. De Souza
James V. Hart
Kamera:David Tattersall
Schnitt:Michael Kahn
Musik:Alan Silvestri
Produktionsdesign:Kirk M. Petruccelli
Stunt-Koordinator:Simon Crane
Regie 2. Set:Simon Crane
Kostüme:Lindy Hemming
Produktion:Lawrence Gordon
Lloyd Levin
Ausführende Produzenten:Jeremy Heath-Smith
Ko-Produktion:Louis A. Stroller
deutscher Kinostart:14.8.2003 (Concorde)
Länge:117 Minuten
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Lara Croft:Angelina Jolie
Terry Sheridan:Gerard Butler
Bryce:Noah Taylor
Dr. Jonathan Reiss:Ciarán Hinds
Kosa:Djimon Hounsou
Sean:Til Schweiger
Hillary:Christopher Barrie
Chen Lo:Simon Yam
Xien:Terence Yin
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