Last Action Hero
Last Action Hero USA 1993
Der 11-jährige New Yorker Danny
hat den Actionhelden Jack Slater zu seinem unangefochtenen Liebling erkoren. Danny kennt
alle Slater-Filme in- und auswendig, und er kann jeden einzelnen Dialog mitsprechen. Vom
alten Filmvorführer seines Stammkinos erhält er eines Tages eine magische Eintrittskarte
- und findet sich plötzlich inmitten des neuesten, actionstrotzenden Jack-Slater-Films
wieder. Während Slater dem Ober-Gangster Vivaldi auf der Spur ist, versucht Danny
vergeblich, seinem Idol klarzumachen, dass er sich in einem Film und nicht in der
Wirklichkeit befindet. Erst als Vivaldis Hitman Benedict in den Besitz des magischen
Tickets gelangt und in die Realität wechselt, erkennt Slater, dass er nur eine Filmfigur
ist. Ihm und Danny bleibt nichts anderes übrig, als Benedict zu folgen. Im realen New
York muss Slater feststellen, dass er nicht mehr unverwundbar und auf die Hilfe Dannys
angewiesen ist. Bösewicht Benedict hingegen findet New York phantastisch! Hier kann man
wegen ein paar Schuhen umgebracht werden und keiner nimmt davon Notiz. Um Slater zu
töten, holt er nun alle möglichen Film-Schurken in die reale Welt...
Ein fulminanter
Actionfilm mit zahlreichen Gags und Verweisen, Anspielungen und verschobenen
Realitätsebenen. Witzig, intelligent und selbstironisch gelingt es Action-Spezialist John
McTiernan, eine rabenschwarze, fast etwas bösartige Action-Variante von Woody Allens Purple
Rose Of Cairo zu inszenieren, die die Genre-Welt völlig auf den Kopf stellt. Wie
schon bei seinen anderen Action-Bravourstücken lässt es McTiernan auch hier richtig
krachen und liefert ein rasantes Spektakel an Stunts und pyrotechnischen Spezialeffekten.
Zusammengehalten wird dieses jedoch von einem einfallsreichen und cleveren Spiel mit den
Gegensätzen von Fiktion und Wirklichkeit. Film und Realität prallen hier unverhofft
aufeinander und bescheren beiden Seiten eine Art Kulturschock. So muss Leinwandcop Jack
Slater, zum Beispiel, erst schmerzlich erfahren, wie weh es tut, mit der Faust eine
Scheibe einzuschlagen. Ganz nebenbei demontiert Schwarzenegger -der hier auch als
Executive Producer fungiert - seinen eigenen Mythos, gerade indem er ihn von der Leinwand
in die Wirklichkeit holt und auf diese Weise ironisiert. In den USA gefloppt, auf der
übrigen Welt - besonders in Europa - ein Riesenerfolg, fand Last Action Hero
auch bei der Filmkritik großen Anklang. Allenthalben bewundert wurde Arnies Mut, sich
selbst auf den Arm zu nehmen. Und für Filmfans bietet dieses pralle, mutige und
überraschende Stück Kino eine ganze Reihe von Anspielungen: etwa jene bereits legendäre
Szene, in der er als Hamlet auftritt und - im Gegensatz zum Prinzen von Dänemark- nicht
lange zaudert und ruft: »Not to be!«. Dass allerlei Film-Monster mit
Wiedererkennungswert durch New York laufen - etwa der Tod aus Bergmans Das siebente
Siegel - und daneben etliche Hollywood-Stars mit Cameo-Auftritten mitwirken (darunter
auch der »echte« Schwarzenegger selbst!) setzt der Ironie die Krone auf. Na denn: Hasta
la vista, Baby!
Quelle: Sat.1
Meinungen
- NEUE KRONENZEITUNG
- »Der beste Schwarzenegger, den es je gab. Selbstironisch, witzig und ein sympathisches
bisschen sentimental«
- EPD FILM
- »Intelligentes, durchaus phantasiebegabtes Spiel mit den Mythen der 'Popular
Culture'... Mit so viel Einfallsreichtum hat sich lange kein Hollywood-Film mehr zwischen
alle Stühle gesetzt«
- SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
- »Last Action Hero tastet spielend die Grenzen und Geheimnisse des Kinos ab.
Dies ist ein Film zum Staunen über das Staunen. Das Action-Kino kann danach eigentlich
nicht mehr das gleiche sein«
- STUTTGARTER ZEITUNG
- »...auf eine freilich ziemlich brachiale Weise intelligent, ja fast sophisticated...«
- KÖLNER STADT-ANZEIGER
- »Schwarzenegger betreibt einen Balanceakt zwischen Idolisierung und Persiflierung,
eingebettet ins augenzwinkernde Spiel mit Illusion und Wirklichkeit«
- FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
- »Eine schwindelerregende Achterbahnfahrt durch die Filmgeschichte... Schier unglaublich
witzig... Alles in allem eine Ode auf die Kunst des richtigen Timings«
Regie: John McTiernan | Buch:
Shane Black, David Arnott | Kamera: Dean Semler | Schnitt: John Wright | Musik: Michael
Kamen
Darsteller: Arnold
Schwarzenegger (Jack Slater) | Austin O'Brien (Danny) | Anthony Quinn (Vivaldi) | F.
Murray Abraham (John Practice) | Charles Dance (Benedict) | Mercedes Ruehl (Mom) | Sharon Stone
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