Love in the Light of Music
| Das einst mächtige Volk von Herzog Osso lebt tief unter der Erde, wo ihm ein riesiger Kristall Licht und Lebensenergie spendet. Doch nun droht der Kristall zu erlöschen. Er kann nur durch Musik wieder zum Leuchten gebracht werden. Osso, der bereits zu einer Statue versteinert ist und nur noch gelegentlich als Schatten auftreten kann, und seine Frau Hera beauftragen den Hofnarren Balthasar, einen neuen Musiker von der Erdoberfläche zu holen. Beim Vorspielen in einem New Yorker Theater hört er den Violinisten Rumo, der eine mitgebrachte Kristallprobe mühelos zum Strahlen bringt. Balthasar lockt Rumo mit einem Bild der schönen Prinzessin Mira in unterirdische Reich, das der Musiker mit neuem Leben erfüllen kann, doch der Herzog will keine Liebe zwischen dem Musiker und seiner Tochter dulden. Während Herzogin, Hofnarr und Hofbeamte nach einer Lösung des Dilemmas suchen, schwankt Rumo zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Am Ende zerbricht die Statue des Herzogs, und der Kristall öffnet sich zu den Klängen von Rumos Meisterwerk, worauf das Volk wieder an die Oberfläche zurückkehrt. Nur Hera und Balthasar müssen zurückbleiben. | ![]() |
![]() Foto: YELLO Music & Motion Pictures |
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| Der Schweizer Tausendsassa Dieter Meier ist einer der ganz Großen im
Pop-Geschäft, seit er in den achtziger Jahren mit der Band Yello Hits wie »I Love You«
oder »Vicious Games« produzierte und damit zu einem Vorläufer der Techno-Bewegung
wurde. Der Sänger und Happening-Künstler, der bereits des öfteren im Kino auftrat,
setzte mit Lightmaker als Regisseur und Schauspieler eine Idee um, an der er seit
1988 feilte und die ursprünglich als Yello-Bühnenshow geplant war. Der Film entstand in
Polen und den USA mit polnischen und amerikanischen Schauspielern. Meier schrieb sich die
Rolle des Balthasar auf den Leib, während er für den Part des Königs Osso den über
siebzigjährigen Rod Steiger gewinnen konnte. Gedreht wurde der Film auf Zelluloid, und
sämtliche Tricks wurden in klassischen Techniken ohne digitale Effekte von Meier
höchstpersönlich realisiert - zum Beispiel Ossos »Schatten«, eine kurze, aber
eindrucksvolle Zeichentricksequenz, die auf ein wehendes Tuch projiziert wird. Lightmaker ist ein poppig inszeniertes modernes Fantasy-Märchen, ein Musikclip in Spielfilmlänge, mit schnellen Schnitten, skurrilen Gestalten in phantasievollen Kostümen und schrägen Einstellungen in sämtlichen Farbschattierungen von schwarzweiß bis knallbunt. Der Film lebt von schroffen Kontrasten - zwischen moderner Gegenwart und feudaler Unterwelt, zwischen klassisch komponierter Musik und typischen Yello-Songs - die Dieter Meier jedoch mühelos zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen läßt. Der Film setzt keine stilistischen Maßstäbe, dazu sind die Bilder trotz des avantgardistischen Touchs zu konventionell und zu sehr der Ästhetik der achtziger Jahre verhaftet. Doch genau das macht ihn wiederum zeitlos und vor allem genießbar, weil er die Zuschauer weder langweilt noch überfordert - der künstlicherische Anspruch ist wohldosiert und damit massentauglich. Man mag kritisieren, daß sich manche Sequenzen etwas zu häufig wiederholen, doch andererseits macht genau das den Reiz guter Popmusik und guter Musikclips aus. Anderthalb Stunden MTV enthalten deutlich mehr Redundanz als dieser Film. Lightmaker wurde am 9.2.2001 im Rahmen der 51. Internationalen Filmfestspiele Berlin in Anwesenheit von Dieter Meier und den Hauptdarstellern uraufgeführt. |
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| Originaltitel: | Lightmaker |
| Land und Jahr: | USA/Polen/Schweiz 2001 |
| Regie: | Dieter Meier |
| Buch: | Rozanne Charboneau Larry Arrick |
| Idee: | Dieter Meier |
| Kamera: | Przemyslaw Skwirczynski |
| Schnitt: | Adam Bernardi |
| Musik: | Christopher Beck Yello Boris Blanc (Songs) |
| Ausstattung: | Ines Boesch |
| Effekte: | Dieter Meier |
| Kostüme: | Jolanta Grzenda |
| Produktion: | Yello Music & Motion Pictures Datasound AG, Zürich (Co-Produktion) Edward Oleschak Dieter Meier Malgorzata Potocka (ausführend) Andrzej Gutowski (ausführend) Martin Kloiber (Co-Produzent) Peter Vitzthum (Co-Produzent) |
| Uraufführung: | 9.2.2001 (51. Internationale Filmfestspiele Berlin) |
| Länge: | 78 Minuten |
| Rumo Ranieri: | Zbigniew Zamachowski |
| Osso: | Rod Steiger |
| Mira: | Cornelia Grolimund |
| Balthasar: | Dieter Meier |
| Hera: | Malgorzata Potocka |
| Basta Bastiani: | Johnny Melville |
| Max: | Ferdinand Pregartner |
| Gustav: | Jerzy Zelnik |
| Astrologe: | Marzena Krol |
| Herrin des Lichts: | Monika Bolibrzuch |
| Elisabeth: | Danuta Balicka |
| Henry: | Igor Kujawski |
| Sonor Solonel: | Wojciech Ziemianski |
| Massimo Adagio: | Andrzej Mrozek |
| Prof. Klang: | Tadeusz Szymkow |
| Heras Mutter: | Chryzanta Dziemianowicz |
| Zwieback: | Bruno OYa |
| Minister des Lichts: | Andrzej Kowalik |
| Minister des Schattens: | Zdzislaw Kuzniar |
| Schattenmacher: | Stanislaw Melski Henryk Niebudek Renata Palys Elzbieta Popiercarz Krzysztof Palys Milogost Reczek Wanda Sikora Anna Sinko |