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Fluch der Karibik
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M

Deutschland 1931


Handlung

Ein Kindermörder geht um. Die Polizei unter Leitung von Inspektor Lohmann versucht verzweifelt, seiner habhaft zu werden und setzt alle verfügbaren kriminaltechnischen Möglichkeiten ein. Dauernde Razzien verunsichern aber auch die Berufsverbrecher-Organisation, so daß der »Schränker«, einer der führenden Ganoven der Stadt, beschließt, die Vereinigungen der Unterwelt einzusetzen, um den Mörder unschädlich zu machen. Während die Polizei den Täter identifizieren kann, erhält das Verbrechersyndikat einen heißen Tip: Ein blinder Bettler hat den Mörder erkannt, der Täter sei mit einem großen »M« aus Kreide gekennzeichnet. Wenig später wird er gestellt und vor ein Unterwelt Tribunal gestellt, vor dem er sich zu rechtfertigen versucht. »Du hast da was von Recht gesprochen,« herrscht ihn der Schränker an, »Dir soll dein Recht werden! Hier sitzen lauter Sachverständige in Rechtsfragen -- von sechs Wochen Tegel bis fünfzehn Jahre Brandenburg. Sie werden schon dafür sorgen, daß dir dein Recht wird; bekommst sogar einen Verteidiger -- geht alles nach Recht und Ordnung.« Gegen Ende des »Prozesses« versuchen ihn die Unterweltler zu lynchen. Da trifft die Polizei ein.

Ronald M. Hahn/Volker Jansen © 1985/89
Lexikon des Horrorfilms

Meinungen

Ludwig Gesek. Gestalter der Filmkunst:
»Hier ist Film in seiner reinsten Prägung. Das Thema ist dem Alltag genommen, eine damals aktuelle Kriminalaffäre, die Geschichte des Düsseldorfer Lustmörders Haarmann bildet den Stoff. Aber der Film steigert das Thema zu einer aufwühlenden Atmosphäre des Grauens. Der Zuschauer spürt, wie das Entsetzen über die einzelnen Mordtaten über die ganze Stadt kriecht. Zwei ganz kurze, nur aus dem Bildschnitt verständliche Szenen schildern die Mordtaten. Der Zuschauer sieht Peter Lorre, der den Mörder verkörpert, durch die Stadt gehen, einen harmlosen Bürger, bis auf die Augenblicke, wo er, einen leisen Pfiff ausstoßend, vom Mordtrieb überkommen wird und sich an sein Opfer heftet. Er erlebt, wie dieser Mensch gejagt wird, vom Fahndungsapparat der Polizei -- oft in exakten Reportagen eingefügt -- und schließlich auch von der gesamten Verbrecherwelt der Stadt, die sich durch die aufgestachelte Aktivität der Polizei schwer bedroht fühlt. Ein blinder Bettler findet zuerst die Spur des Mörders, er hört einen leisen Pfiff, den er ausstößt, wenn ihn sein Trieb überkommt. Das nervenaufwühlende Grauen in diesem Film ist immer verbunden mit der Spannung der Verfolgung, die durch die Gleichzeitigkeit der Aktionen der Polizei und der Jagden der Verbrecherwelt keinen Stillstand zuläßt. Alles ist einem unaufhaltsamen, zum Ziele drängenden Rhythmus untergeordnet.«
Fritz Lang in Film Woche 21/1931:
»Selbstverständlich bedingt die künstlerische Reproduktion eines solchen Mordfalles nicht nur die Gedrängtheit der Ereignisse, sondern auch das Herausschälen von typischen Dingen und die Typisierung des Mörders. Darum soll der Film stellenweise wie ein wandernder Scheinwerfer wirken, der das am deutlichsten zeigt, worauf er im Augenblick seinen Lichtkegel gerichtet hält: die Grotesken des von der Mordpsychose befallenen Publikums auf der einen Seite und die grauenhafte Einfalt, mit der ein unbekannter Mörder durch ein paar Süßigkeiten, einen Apfel, ein Spielzeug, jedem Kind auf der Straße, das sich außerhalb des Schutzes von Familie und Behörde befindet, zum Verhängnis werden kann.«
Hörzu:
»Mit seinem ersten Tonfilm schuf Fritz Lang einen Meilenstein der Kinogeschichte - meisterhaft nicht nur in ästhetischer Gestaltung, sondern auch in der Dramaturgie.«
Leser-Service:
DVD: M
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Fritz Lang

Credits

Originaltitel: M
Alternativtitel: M - Eine Stadt sucht einen Mörder
M. - Mörder unter uns
Land und Jahr: Deutschland 1931
Technik: s/w • Mono
Regie: Fritz Lang
Buch: Thea von Harbou
Paul Falkenberg
Adolf Jansen
Karl Vash
Horst von Harbou
Emil Hasler
Fritz Lang
Gustav Rathje
Karl Vollbrecht
Fritz Arno Wagner
Kamera: Fritz Arno Wagner
Schnitt: Paul Falkenberg
Musik: Edvard Grieg
Bauten: Emil Hasler
Karl Vollbrecht
Produktion: Seymour Nebenzal
Länge: 117 Minuten
108 Minuten
(Wiederaufführung)
FSK ab 16 Jahre

Darsteller

Franz Becker: Peter Lorre
Insp. Lohmann: Otto Wernicke
Frau Beckmann: Ellen Widmann
Elsi: Inge Landgut
Schränker: Gustaf Gründgens
Groeber: Theodor Loos
Einbrecher: Fritz Gnass
Kartenhai: Fritz Odemar
Taschendieb: Paul Kemp
Trickbetrüger: Theo Lingen
Polizeichef: Ernst Stahl-Nachbaur
Minister: Franz Stein
Blinder: Georg John

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