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Men in Black II

Men in Black II • USA 2002


Handlung

Agent Jay ist gelangweilt. Seit sein Partner Kay in Pension gegangen ist, hat er sich zum befehlsgewohnten Elite-Agenten entwickelt. Sein neuer Partner allerdings ist ein ziemlicher Dämlack, mit dem man kaum reden kann. Eine richtige Herausforderung bietet sein Job auch nicht mehr.

Das ändert sich erst, als die Außerirdische Serleena auf die Erde kommt. Das medusenartige Geschöpf nimmt sich ein Dessous-Model als Vorbild für ihre äußere Erscheinung. Doch aus ihren Händen wachsen gefährliche Tentakel, wenn sie andere Nicht-Menschen auf der Erde nach dem »Licht von Zartha« befragt. Das teure Kleinod wurde einst von einer Alien-Prinzessin auf der Erde versteckt. Serleena will es haben und schreckt auch nicht davor zurück, die Men in Black zu terrorisieren, um es zu bekommen. Das Hauptquartier jener Behörde, die außerirdische Aktivitäten auf der Erde überwacht und vor allem geheim hält, gerät mit Mann und Maus in ihre Fänge. Allein Jay entkommt mittels einer überdimensionalen Klospülung. Die gefährlichen Gefangenen der MiB sollen die Erde geschenkt bekommen, wenn sie das »Licht« herbeischaffen können. Wo es sich befindet, weiß nur Kay. Der gibt jetzt zwar den Angestellten eines Postamts seltsam militärisch klingende Anweisungen, kann sich aber ansonsten nicht erinnern, jemals einen schwarzen Anzug getragen zu haben. Jay muss ihn mit der Unterstützung des als Hund getarnten Außerirdischen »Frank« erst auf die richtige Spur setzen. Und diese Spur führt beide zu der jungen Laura Vasquez, die Augenzeugin einer Gewalttat Serleenas geworden ist. In die Frau hat sich Jay schnell verliebt. Er ahnt jedoch nicht, dass sie vom Geheimnis um das Licht von Zartha viel stärker betroffen ist, als es zunächst den Anschein hat ...


Foto: Columbia TriStar

Kritik

Fortsetzungsfilme stehen im Ruf, stets schlechter zu sein als das Original. Sie sind es für gewöhnlich, wenn Autoren, Regisseure und Darsteller sich das Leben zu einfach machen. So auch bei diesem Werk. Nach dem Ende des ersten Teils muss Will Smith zwangsläufig den erfahrenen Profi und Tommy Lee Jones den ahnungslosen Pensionär geben. Über diese Konstellation hinaus gibt es kaum neue Ideen. Als Jay ist Smith anfangs gelangweilt und der Zuschauer ebenfalls. Vorbei die Zeiten, in denen er bei jeder neuen Situation den Unterkiefer auf den Bauchnabel fallen ließ. Sein Staunen und seine ungeheure Anpassungsfähigkeit gaben dem ersten Film noch Drive. Der von Jones gespielte Kay kann wegen seiner gewollten Amnesie erst spät mit abgebrühten Sprüchen aufwarten. Während also beide Hauptpersonen ihren Charakteren nicht gerecht werden, plätschert die Handlung am Publikum vorbei.

Als getarnte Außerirdische in Strapsen hat Lara Flynn Boyle sicherlich Schauwerte zu bieten. Was sie mit dem Hauptquartier veranstaltet, lässt den Zuschauer aber völlig kalt. Man sieht nicht, dass den Kollegen in Schwarz irgendetwas passiert. Das Quartier ist lediglich von Serleenas Tentakeln eingehüllt - ein ziemlich unspektakuläres Bild. Als Ober-MiB »Zed« bleibt Rip Torn zu komödiantisch, als dass man ihn bedauern könnte, wenn Serleena ihn am Wickel hat. Die Sträflinge, die die Erde terrorisieren sollen, wenn das Licht nicht auftaucht, sehen wie simple Ganoven aus, auch wenn einer von ihnen sich vervielfältigen kann.


Foto: Columbia TriStar

Aus Kays Gedächtnisverlust wird nicht genug komisches Potenzial herausgeholt. Sein Wiedereinstieg läuft zu reibungslos. Tommy Lee Jones kann sein eiskaltes Schweigen an einer Stelle des Films anwenden, um sich durchzusetzen. Auch dabei wird es ihm zu leicht gemacht. Der von der Fanpresse genauestens ausgespähte Auftritt von Michael Jackson ist albern und hätte genauso von einer Gummipuppe übernommen werden können – was zu befürchten war. Die Story um ein Kleinod, um das sich gekabbelt wird, ist nicht neu, und das bei Voraussetzungen, die ganz andere Plot-Ideen zulassen würden. Dass die Agenten Gedächtnisse löschen und anschließend ihre »Opfer« auf positives Denken programmieren, ist nicht neu. Das Getue um den schwarzen Dienstwagen ist nicht neu. Der kosmologische Gag am Ende ist nicht neu. Die einzig gute, frische Idee dieses Films hat etwas mit einem Schließfach zu tun und soll hier nicht verraten werden.

Die Fortsetzung von Men in Black hat es versäumt, die Zuschauer mit einer neuen Handlungsidee oder wirklich weiterentwickelten Figuren zu fesseln. Möglicherweise ist der Film zu stark vom Ausstieg Linda Fiorentinos betroffen. Als Jays neue Partnerin im Dienst hätte sie die Dialoge haben können, die nun der scheinbare Hund »Frank« übernehmen musste. Die von Rosario Dawson gespielte Figur hätte ihr einen schönen Eifersuchtsgrund liefern können. Diese junge dunkelhäutige Schauspielerin ist die einzige Entdeckung des Films. Mit ihren Jennifer-Beals-Augen hätte sie Chancen, bald an die Stelle von Halle Berry zu treten. Was die Agenten Jay und Kay angeht, bleibt nur zu hoffen, dass sie eine spannendere Mission erfüllen werden, sollten sie sich endlich zu alter Form berappeln und eine Chance für ein weiteres Abenteuer bekommen.

Arno BehrendALIEN CONTACT

Siehe auch
Offizielle Web-Site
Interview mit Will Smith und Tommy Lee Jones [BERLINER MORGENPOST]
Leser-Service
Men in Black 2 - Roman zum Film
Men in Black 2 - Soundtrack
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Men in Black
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Will Smith

Credits

Originaltitel: Men in Black II
Deutscher Titel: Men in Black II
Land und Jahr: USA • 2002
Regie: Barry Sonnenfeld
Buch: Robert Gordon
Barry Fanaro
Vorlage: Nach dem Malibu Comic von Lowell Cunningham
Kamera: Greg Gardiner
Schnitt: Steven Weisberg
Richard Pearson
Musik: Danny Elfman
Ausstattung: Bo Welch
Kostüme: Mary E. Vogt
Alien Make-Up Effekte: Rick Baker
Visuelle Effekte: John Berton
Besetzung: Ronna Kress
Produktion: Walter F. Parkes
Laurie MacDonald
Ausführende Produzenten: Steven Spielberg
Co-Produzent: Graham Place
Deutsche Bearbeitung: Ppa Film
Dialogbuch/-regie: Pierre Peter-Arnolds
Deutschland-Premiere: 11.7.2002 (Berlin)
deutscher Kinostart: 18.7.2002 (Columbia TriStar)
Länge: 88 min.
FSK: ab 12 Jahre

Darsteller

Synchron
Jay: Will Smith Ronald Nitschke
Kay: Tommy Lee Jones Jan Odle
Zed: Rip Torn Lambert Hamel
Serleena: Lara Flynn Boyle Franziska Pigulla
Scrad/Charlie: Johnny Knoxville Christian Tramitz
Laura Vasquez: Rosario Dawson Sandra Schwittau
Jeebs: Tony Shalhoub Kai Taschner
Agent Tee: Patrick Warburton Thomas Albus
Ben: Jack Kehler
Newton: David Cross Claus Brockmeyer
Hailey: Colombe Jacobsen Veronica Neugebauer
Motorman: Peter Spellos
Mann mit Hund: Michael Rivkin
Creepy: Michael Bailey Smith
Agent M: Michael Jackson
Agent Gee: Sid Garza-Hillman
Agent C: Tom Whitenight
Bird Guy Alien/Post-Alien: Jeremy Howard
Bird Lady Alien: Mary Stein
Split Alien Guy: John Berton
Eye Guy: William E. Jackson
Geblitzdingste Mutter: Stephanie Kemp
Geblitzdingster Vater: Barry Sonnenfeld
Geblitzdingste Tochter: Victoria Jones
Corn Face: Michael Garvey
Pineal Eye: Kevin Grevioux
Mosh Tendrils: Derek Mears
Dog Poop: Sonny Tipton
Stimme von Frank dem Mops: Tim Blaney Michael Habeck
Puppen-Sprecher
Sleeble: Greg Ballora Titus Simon
Gleeble: Carl J. Johnson Ekkehardt Belle
Neeble: Thom Fountain P. Peter-Arnolds
Mannix: Brad Abrell Axel Malzacher
Gordy: Richard Pearson

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