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Paycheck - Die Abrechnung

Paycheck • USA 2003


Handlung

Der Ingenieur Michael Jennings gehört zu den besten seiner Zunft. Die technischen Projekte, die ihm anvertraut werden, müssen streng geheim bleiben. Von Jennings Seite aus steht dem nichts entgegen. Er willigt ein, nach jedem Job sein Gedächtnis löschen lassen. Diese Unannehmlichkeit wird ihm mit kapitalen Prämienschecks versüßt.

Nach einem dreijährigen Projekt wundert sich Jennings sehr, als er statt eines Aktienpakets einen Umschlag mit 19 scheinbar bedeutungslosen Gegenständen erhält. Noch mehr staunt der Gedächtnislose, als er erfährt, dass er diese Art der »Vergütung« selbst so vorgesehen hat. Während das FBI und sein bisheriger Arbeitgeber ihn jagen, erweisen sich die Kleinodien aus dem Briefumschlag immer wieder als Retter in der Not. Eine harmlose Büroklammer taugt dazu, ein Relais kurz zu schließen und einen Zug zu stoppen, der Jennings zu überrollen droht. Ein Feuerzeug und ein Deospray dienen als Flammenwerfer und damit als Waffe gegen Angreifer - usw. Eine erste Spur führt zu Rachel Porter. Jennings hatte diese Labornachbarin unmittelbar vor Beginn des Projekts kennen gelernt. Mit ihr will er vor dem Geheimnis flüchten, über das er selbst nichts mehr weiß. Die von ihm hinterlassenen Hinweise lassen aber keinen Zweifel daran, dass er zum Tatort seines letzten Meisterstücks zurück muss. Was er dort in die Welt gesetzt hat, ist ein wahr gewordener Menschheitstraum, der zum Alptraum zu werden droht ...


Foto: UIP

Kritik 1

»Paycheck« ist eine der frühesten Kurzgeschichten aus der Feder Philip K. Dicks. Nachdem Blade Runner eine vielschichtige und mehrdeutige Verfilmung eines Dick-Romans geworden ist und Total Recall ein eher konventionelles Action-Märchen, hat Hollywood mit Paycheck und Minority Report nun einen geradlinigen Weg eingeschlagen. Beide Filme setzen die Stories des Altmeisters als innovative, kompakte und eher alltagsnahe Ideen-SF um, fernab von galaktischen Science-Fantasy-Zyklen. Beide nutzen den grundlegenden Konflikt für Drama und Action-Elemente, die durch die Handlung gerechtfertigt werden. Minority Report genießt gegenüber John Woos Film einen Vorteil: Die Grundidee ist dort von Anfang an bekannt und kann über den ganzen Handlungsverlauf hinweg ausgelotet werden. In Paycheck dagegen stößt Jennings erst nach und nach auf die Zusammenhänge. Solange er im Dunkeln tappt, muss der Film weniger faszinierend sein als sein Vorgänger aus dem Hause Stephen Spielberg. Trotzdem kann Paycheck den Zuschauer schließlich für sich gewinnen -- mit einer Grundidee, die weitaus radikaler ist als die Gedächtnis-Löschung.

Ben Affleck muss in diesem Film nicht viel tun, um als harmloser und gejagter Zivilist zu überzeugen. Uma Thurman spielt erfolgreich gegen ihr Vamp-Image an. Aaron Eckhart gibt als Jennings' Auftraggeber einen schön smarten Fiesling ab. Einzig Paul Giamati fällt als unterwürfiger und überflüssiger Freund des Helden deutlich ab. Die Action ist packend, aber nicht zu vordergründig. Alles in allem ist dieser Film unterhaltsam und spielt dabei mit einer ernst zu nehmenden und faszinierenden SF-Idee. Das Genre kann mehr solcher Verfilmungen vertragen.

Arno BehrendALIEN CONTACT

Kritik 2

Ben Afflek, dessen schauspielerische Ausdruckskraft wieder einmal der von Barbies Ken entspricht, ist die perfekte Besetzung für den emotionslosen, gut gekleideten Wissenschaftler. Uma Thurman spielt die Wissenschaftlerin Rachel Porter. Und wie alle besonders klugen Frauen in Hollywoodfilmen ist auch sie besonders schlecht frisiert, schließlich kann Frau nicht beides sein: intelligent und stilsicher.

Mit der Kurzgeschichte von Philip K. Dick hat »Die Abrechnung« dann auch herzlich wenig zu tun. Regisseur John Woo nahm den Stoff und ließ ihn mit einigem vermeintlich coolen, futuristischen Schnickschnack aufmotzen, schließlich soll der Zuschauer denken, dass er einen Science-Fiction-Film sieht. Doch eigentlich sitzt man in einem typischen John-Woo-Film. Und die Science in dieser Fiction war vielleicht in den Fünfziger Jahren - dem Entstehungsjahr der literarischen Vorlage - angesagt und futuristisch. Im Geist hakt man dann auch die bekannten Stilmittel des Regisseurs ab: schicke Sonnenbrille, heißes Motorrad, Held vor Flammenwand und weiße Taube. Klingt das bekannt? Genau, so bereits gesehen u.a. in Face/Off und Mission Impossible 2. Aber nur für den »Aha-Effekt« zwei Stunden im Kino sitzen und eine reichlich unlogische Story mit einem ausdruckslosen Hauptdarsteller anzusehen ... Bleibt also nur noch die Hoffnung, dass irgendwann die Gedächtnislöschung Realität wird. Das wäre dann wirklich cool.

Myra ÇakanALIEN CONTACT

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Credits

Originaltitel: Paycheck
deutscher Titel: Paycheck - Die Abrechnung
Land und Jahr: USA 2003
Regie: John Woo
Buch: Dean Georgaris
Vorlage: Philip K. Dick
Kamera: Jeffrey L. Kimball
Schnitt: Kevin Stitt
Christopher Rouse
Musik: John Powell
Produktionsdesign: William Sandell
Effekte: Gregory L. McMurry
Kostüme: Erica Edell Phillips
Produktion: John Davis
Michael Hackett
John Woo
Terence Chang
Stratton Leopold
(ausführend)
David Solomon (ausführend)
Caroline Macaulay (Co-Produktion)
Arthur Anderson (Co-Produktion)
Deutsche Bearbeitung: Berliner Synchron Wenzel Lüdecke
Fritz-Joachim Böhm
(Übersetzung)
Sven-Jürgen Hasper (Text und Regie)
deutscher Kinostart: 22.1.2004 (UIP)
Länge: 115 min.
FSK ab 12 Jahre

Darsteller

Synchron
Michael Jennings: Ben Affleck Peter Flechtner
Rethrick: Aaron Eckart Thomas Vogt
Rachel Porter: Uma Thurman Petra Barthel
Shorty: Paul Giamatti Stefan Krause
Wolfe: Colm Feore Udo Schenk
Agent Dodge: Joe Morton Torsten Michaelis
Agent Klein: Michael C. Hall Dennis Schmidt-Foß
Generalstaatsanwalt Brown: Peter Friedman Bernd Rumpf
Rita Dunne: Kathryn Morris Katharina Koschny
Maya-Rachel: Ivana Milicevic Silvia Mißbach
Stevens: Christopher Kennedy Sven Hasper
Agent Fuman: Fulvio Cecere Frank Otto Schenk
Agent Mitchell: John Cassini Gerald Schaale
Jude: Callum Keith Rennie
Jane: Michelle Harrison
Sara Rethrick: Claudette Mink
Straßenkind: Ryan Zwick

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