Weil das britische Kindermädchen Crystina bei ihrem vorigen Arbeitgeber gefeuert wurde, schickt ihre Londoner Agentur sie nach Hawaii. Dort soll sie sich um den Hund Bernard eines abgehalfteten Rockstars kümmern. Durch ein Mißgeschick gerät sie in die Gesellschaft der Geschwister Richard, Bryan und Sara, die in ihren Weihnachtsferien eine vulkanische Höhle erkunden wollen. Bei einem Vulkanausbruch stürzen sie in die Tiefe und geraten in eine unterirdische Welt. Nachts träumt Richard von Zottelmonstern. Am nächsten Morgen stürzt Bryan in eine Fallgrube und landet bei der Schrottsammlerin Chance. Er befindet sich im Stadtstaat Atlantis im Mittelpunkt der Erde. Der Herrscher leugnet die Existenz einer Außenwelt, doch die böse Generälin Rykow mit Augenklappe will die Erdoberfläche mit Hilfe der Erfindung eines verrückten Professors erobern. Zu diesem Zweck stellt Rykow Kopien von Wanda Saknussemm her, der ersten Außenweltlerin, die Atlantis besucht hat. Crystina wird von ihr gefangengenommen und von Richard und Bryan befreit. Schließlich wird Tola zum neuen Herrscher gewählt, der zusammen mit seiner Braut Crystina friedliche Kontakte mit der Außenwelt aufnehmen will, während Chance nun bei Bryan auf Hawaii lebt.
Dieses dümmliche Machwerk ist die Fortsetzung des Films Alien from L. A. (USA 1987), der von Albert Pyun inszeniert und nie in Deutschland aufgeführt wurde. Dort war Wanda Saknussemm, ebenfalls gespielt von Kathy Ireland, auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater in eine unterirdische Welt geraten, wo man sie und den Archäologen für Spione hielt.
Obwohl der Titel und die Handlung vermuten lassen, daß diese Fernsehproduktion nach Jules Vernes Roman Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864) entstand, verzichtete man im Vorspann vorsichtshalber auf einen entsprechenden Hinweis. Nur noch die Grundidee und der Name Saknussemm erinnern an Jules Verne. Der Hund Bernard hat hier die Rolle der Ente Gertrud aus der Hollywood-Verfilmung Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (Journey to the Centre of the Earth USA 1959) übernommen. Ansonsten ist die Handlung ziemlich chaotisch und unlogisch, so wird die kleine Sara unterwegs einfach vergessen, und das unglaubwürdige »Happy End« kommt völlig unvorbereitet. Einigermaßen gelungen ist lediglich die visuelle Gestaltung der unterirdischen Welt und die recht punkigen Kostüme. Dieser Film ist die erste Regiearbeit von Rusty Lemorande, der vorher als Drehbuchautor und Produzent für den Trash-Experten Albert Pyun arbeitete und Francis Ford Coppolas 3D-Film Captain Eo (USA 1986) mit Michael Jackson produzierte.
| Originaltitel: | Journey to the Center of the Earth |
| deutsche Titel: | Die Reise zum Mittelpunkt der Erde |
| Land und Jahr: | USA 1989 |
| Regie: | Rusty Lemorande |
| Drehbuch: | Debra Ricci Regina Davis Kitty Chalmers Rusty Lemorande |
| Sehr frei nach: | Jules Verne: Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864) |
| Kamera: | Tom Fraser David Watkin |
| Schnitt: | Rozanne Zingdale Victor Livingston |
| Ausstattung: | Geoffrey Kirkland |
| Kostüme: | Brigitta Bjerke Betty Madden |
| Art Directors: | Marlene Prinsloo Jon Jon Lambon Craig Stern |
| Produktion: | Cannon/Golan-Globus (Gesellschaft) Adam Fields (ausführend) Avi Lerner (ausführend) Tom Udell (ausführend) Yoram Globus Menahem Golan |
| Deutsche Fernsehpremiere: | 22.11.1989 (RTL plus) |
| Länge: | 80 min. |
| Crystina: | Nicola Cowper |
| Richard: | Paul Carafotes |
| Bryan: | Ilan Mitchell-Smith |
| Nimrod: | Emo Philips |
| Sara: | Jaclyn Bernstein |
| Wanda Saknussemm: | Kathy Ireland |
| General Rykov/Shank: | Janet Du Plessis |
| Professor: | Lochner De Kock |
| Tola: | Jeff Weston |
| Crassus/Friseur: | Simon Poland |
| und: | Albert Maritz Sam Raimi Jeremy Crutchley Jaclyn-Rose Lester |