Shrek - Der tollkühne HeldFür die Freaks brechen harte Zeiten im Märchenland an. Der Herrscher Lord Farquaad, selbst kleinwüchsig, aber um so geltungssüchtiger, beschließt ethnische Säuberungen und schiebt alle Fabelwesen in den ungemütlichen Sumpf ab. Dort jedoch haust Shrek, der »Ogre«, ein grünhäutiges, grobschlachtiges Monstrum, das einfach nur seine Ruhe vor dem Rest der Welt haben will. Insbesondere der schwatzhafte Esel geht ihm mächtig auf die Nerven und verletzt permanent sein Recht auf schlechte Laune. Doch das Vieh kann Shrek überzeugen, daß sie etwas gegen die Mißstände unternehmen müssen.
Das ungleiche Paar wird bei Lord Farquaad vorstellig, der sich einverstanden erklärt, das Abschiebungslager im Sumpf aufzulösen, wenn Shrek die schöne Prinzessin Fiona aus den Klauen eines furchterregenden Drachen befreit. Wenn er die Adelstochter heiratet, kann er sich endlich mit dem begehrten Titel eines Königs schmücken.
Ogre und Esel meistern die Prüfung und tricksen gemeinsam den Drachen aus, der sich übrigens als Drachin erweist. Doch während des Rückmarschs entwickeln sich recht verwickelte sympathische Bande zwischen Shrek und Fiona. Sie ist zunächst verdutzt, daß ihr Retter kein schöner Prinz ist, doch dann findet sie ihn gar nicht so übel - vor allem, nachdem sich ihr künftiger Gatte vorgestellt hat. Shrek dagegen, der ohnehin alles andere als ein Frauenheld ist, glaubt ihr natürlich nicht, daß sie keinen Anstoß an seinem Aussehen nimmt. Die überraschende Auflösung hängt mit einem ziemlich merkwürdigen Fluch zusammen. Jedenfalls gibt es am Ende eine ganz große Doppelhochzeit in der Kathedrale.

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Shrek ist bereits der fünfte vollständig computeranimierte Spielfilm und nach Antz (Antz USA 1998) das zweite Werk, das in Zusammenarbeit von PDI und DreamWorks entstand. Im Gegensatz zu den Konkurrenzproduktionen Toy Story, Das grosse Krabbeln und Toy Story 2, die von Disney und Pixar realisiert wurden, wenden sich Antz und Shrek keineswegs an ein kindliches Publikum. Nur erwachsene Zuschauer können die Feinheiten der Geschichte und die zahlreichen niveauvollen Anspielungen goutieren, mit denen die Godzilla-Autoren Ted Elliot und Terry Rossio erneut ihr parodistisches Talent bewiesen. Allerdings wird das Niveau immer wieder durch den gelegentlich zu Tage tretenden Fäkalhumor nach unten gedrückt.
Vor allem auf dem Gebiet der naturgetreuen Nachbildung menschlicher Figuren wurden mit Shrek große Fortschritte erzielt. Doch gleichzeitig offenbart dieser Film ein grundsätzliches Problem der Computeranimation, da realistische Menschen einfach nicht in eine ansonsten phantastische Welt zu passen scheinen. Zu diesem stilistischen Bruch wäre es nie gekommen, wenn man sich vorstellt, daß dieses Werk Zeichentrickfilm inszeniert worden wäre.
Shrek ist eine spaßige Märchenparodie und eine einzige Schlammschlacht gegen den großen Konkurrenten Disney. Ständig werden Klischees auf die Schippe genommen, wenn die Sieben Zwerge in Ketten abgeführt werden, Prinzessin Fiona in Matrix-Manier gegen Robin Hoods Männer fightet oder wenn jeder Versuch, ein fröhliches Lied anzustimmen, gnadenlos abgewürgt wird. Obendrein trägt der fiese Lord Farquaad unverkennbar die Züge des kleinwüchsigen Disney-Chefs Michael Eisner, mit dem sich Produzent Jeffrey Katzenberg (früher bei Disney, jetzt bei DreamWorks) einen erbitterten Rechtsstreit lieferte. Abgerundet wird das Ganze durch die respektlos komischen Dialoge, die gekonnt von Stars wie Mike Myers, Eddie Murphy und Cameron Diaz (in der deutschen Fassung Sascha Hehn, Randolf Kronberg und Esther Schweins) interpretiert werden.
Die eigentliche Stärke des Films liegt jedoch in der subversiven Botschaft, daß die Kategorien der Schönheit und Häßlichkeit immer nur relativ und äußerst subjektiv sind. Selbst eine Nervensäge wie der Esel mit dem dümmlichen Pferdegebiß findet schließlich seine ideale Partnerin.

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Shrek spielte in den USA schon nach zwei Wochen 111 Millionen Dollar ein und übertrumpfte damit sogar das Kriegsepos Pearl Harbor (Pearl Harbor USA 2001). Außerdem lief das Werk im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes - eine Ehre, die seit Jahrzehnten keinem Trickfilm mehr zuteil geworden war. Im Dezember 2001 soll die IMAX-Version von Shrek in den USA starten.
| deutscher Titel: | Shrek - Der tollkühne Held |
| Originaltitel: | Shrek |
| Land und Jahr: | USA 2001 |
| Technik: | Computeranimation |
| Regie: | Andrew Adamson Vicky Jenson |
| Drehbuch: | Ted Elliot Terry Rossio Jose Stillman Roger S. H. Schulman |
| Vorlage: | William Steig, Shrek (1990) |
| Schnitt: | Sim Evan-Jones |
| Effekte: | Raman Hui (Überwachung der Animation) Ken Bielenberg (Überwachung der visuellen Effekte) |
| Produktionsdesign: | James Hegedus |
| Musik: | John Powell Harry Gregson-Williams James McKee Smith Baha Man Smash Mouth Sugar Ray Lifehouse eels Rufus Wainright Self Leslie Carter Dana Glover Rupert Holmes Herb Alpert |
| Produktion: | Aaron Warner John H. Williams Jeffrey Katzenberg Penney Finkelman Cox (ausführend) Sandra Rabins (ausführend) |
| Uraufführung: | 22.4.2001 16.5.2001 (New York, Los Angeles) |
| US-Kinostart | 18.5.2001 |
| deutscher Kinostart: | 5.7.2001 (UIP) |
| Länge: | 90 min. |
| US-Sprecher | deutsche Sprecher | |
| Shrek: | Mike Myers | Sascha Hehn |
| Donkey/Esel: | Eddie Murphy | Randolf Kronberg |
| Prinzessin Fiona: | Cameron Diaz | Esther Schweins |
| Lord Farquaad: | John Lithgow | Rufus Beck |
| Captain: | Jim Cummings | Detlev Bierstedt |
| Spiegel: | Chris Miller | Dr. Michael Nowka |
| Pfefferkuchenmann: | Conrad Vernon | Santiago Ziesmer |
| Robin Hood: | Vincent Cassel | Michael Pan |
| Bischof: | Val Bettin | Hasso Zom |
| Thelonius: | Christopher Knights | Jürgen Mai |
| Pinocchio: | Cody Cameron | Gerald Schaale |
| Kleiner Bär: | Bobby Block | Mijail Vladimir Verona |
| Wolf: | Wolfgang Kühne |