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Shrek - Der tollkühne Held

Shrek • USA 2001


Handlung

Für die Freaks brechen harte Zeiten im Märchenland an. Der Herrscher Lord Farquaad, selbst kleinwüchsig, aber um so geltungssüchtiger, beschließt ethnische Säuberungen und schiebt alle Fabelwesen in den ungemütlichen Sumpf ab. Dort jedoch haust  Shrek, der »Ogre«, ein grünhäutiges, grobschlachtiges Monstrum, das einfach nur seine Ruhe vor dem Rest der Welt haben will. Insbesondere der schwatzhafte Esel geht ihm mächtig auf die Nerven und verletzt permanent sein Recht auf schlechte Laune. Doch das Vieh kann Shrek überzeugen, daß sie etwas gegen die Mißstände unternehmen müssen.

Das ungleiche Paar wird bei Lord Farquaad vorstellig, der sich einverstanden erklärt, das Abschiebungslager im Sumpf aufzulösen, wenn Shrek die schöne Prinzessin Fiona aus den Klauen eines furchterregenden Drachen befreit. Wenn er die Adelstochter heiratet, kann er sich endlich mit dem begehrten Titel eines Königs schmücken.

Ogre und Esel meistern die Prüfung und tricksen gemeinsam den Drachen aus, der sich übrigens als Drachin erweist. Doch während des Rückmarschs entwickeln sich recht verwickelte sympathische Bande zwischen Shrek und Fiona. Sie ist zunächst verdutzt, daß ihr Retter kein schöner Prinz ist, doch dann findet sie ihn gar nicht so übel - vor allem, nachdem sich ihr künftiger Gatte vorgestellt hat. Shrek dagegen, der ohnehin alles andere als ein Frauenheld ist, glaubt ihr natürlich nicht, daß sie keinen Anstoß an seinem Aussehen nimmt. Die überraschende Auflösung hängt mit einem ziemlich merkwürdigen Fluch zusammen. Jedenfalls gibt es am Ende eine ganz große Doppelhochzeit in der Kathedrale.


Foto: UIP

Kritik

Shrek ist bereits der fünfte vollständig computeranimierte Spielfilm und nach Antz (Antz • USA 1998) das zweite Werk, das in Zusammenarbeit von PDI und DreamWorks entstand. Im Gegensatz zu den Konkurrenzproduktionen Toy Story, Das grosse Krabbeln und Toy Story 2, die von Disney und Pixar realisiert wurden, wenden sich Antz und Shrek keineswegs an ein kindliches Publikum. Nur erwachsene Zuschauer können die Feinheiten der Geschichte und die zahlreichen niveauvollen Anspielungen goutieren, mit denen die Godzilla-Autoren Ted Elliot und Terry Rossio erneut ihr parodistisches Talent bewiesen. Allerdings wird das Niveau immer wieder durch den gelegentlich zu Tage tretenden Fäkalhumor nach unten gedrückt.

Vor allem auf dem Gebiet der naturgetreuen Nachbildung menschlicher Figuren wurden mit Shrek große Fortschritte erzielt. Doch gleichzeitig offenbart dieser Film ein grundsätzliches Problem der Computeranimation, da realistische Menschen einfach nicht in eine ansonsten phantastische Welt zu passen scheinen. Zu diesem stilistischen Bruch wäre es nie gekommen, wenn man sich vorstellt, daß dieses Werk Zeichentrickfilm inszeniert worden wäre.

Shrek ist eine spaßige Märchenparodie und eine einzige Schlammschlacht gegen den großen Konkurrenten Disney. Ständig werden Klischees auf die Schippe genommen, wenn die Sieben Zwerge in Ketten abgeführt werden, Prinzessin Fiona in Matrix-Manier gegen Robin Hoods Männer fightet oder wenn jeder Versuch, ein fröhliches Lied anzustimmen, gnadenlos abgewürgt wird. Obendrein trägt der fiese Lord Farquaad unverkennbar die Züge des kleinwüchsigen Disney-Chefs Michael Eisner, mit dem sich Produzent Jeffrey Katzenberg (früher bei Disney, jetzt bei DreamWorks) einen erbitterten Rechtsstreit lieferte. Abgerundet wird das Ganze durch die respektlos komischen Dialoge, die gekonnt von Stars wie Mike Myers, Eddie Murphy und Cameron Diaz (in der deutschen Fassung Sascha Hehn, Randolf Kronberg und Esther Schweins) interpretiert werden.

Die eigentliche Stärke des Films liegt jedoch in der subversiven Botschaft, daß die Kategorien der Schönheit und Häßlichkeit immer nur relativ und äußerst subjektiv sind. Selbst eine Nervensäge wie der Esel mit dem dümmlichen Pferdegebiß findet schließlich seine ideale Partnerin.


Foto: UIP

Medieninfo

Shrek spielte in den USA schon nach zwei Wochen 111 Millionen Dollar ein und übertrumpfte damit sogar das Kriegsepos Pearl Harbor (Pearl Harbor • USA 2001). Außerdem lief das Werk im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes - eine Ehre, die seit Jahrzehnten keinem Trickfilm mehr zuteil geworden war. Im Dezember 2001 soll die IMAX-Version von Shrek in den USA starten.

Bernhard Kempen

Siehe auch
Computeranimation
Offizielle Website
Leser-Service
DVD: Shrek - Der tollkühne Held
VHS: Shrek - Der tollkühne Held
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Shrek

Credits

deutscher Titel: Shrek - Der tollkühne Held
Originaltitel: Shrek
Land und Jahr: USA 2001
Technik: Computeranimation
Regie: Andrew Adamson
Vicky Jenson
Drehbuch: Ted Elliot
Terry Rossio
Jose Stillman
Roger S. H. Schulman
Vorlage: William Steig, Shrek (1990)
Schnitt: Sim Evan-Jones
Effekte: Raman Hui (Überwachung der Animation)
Ken Bielenberg
(Überwachung der visuellen Effekte)
Produktionsdesign: James Hegedus
Musik: John Powell
Harry Gregson-Williams
James McKee Smith
Baha Man
Smash Mouth
Sugar Ray
Lifehouse
eels
Rufus
Wainright
Self
Leslie Carter
Dana Glover
Rupert Holmes
Herb Alpert
Produktion: Aaron Warner
John H. Williams
Jeffrey Katzenberg
Penney Finkelman Cox
(ausführend)
Sandra Rabins (ausführend)
Uraufführung: 22.4.2001
16.5.2001
(New York, Los Angeles)
US-Kinostart 18.5.2001
deutscher Kinostart: 5.7.2001 (UIP)
Länge: 90 min.

Sprecher

US-Sprecher deutsche Sprecher
Shrek: Mike Myers Sascha Hehn
Donkey/Esel: Eddie Murphy Randolf Kronberg
Prinzessin Fiona: Cameron Diaz Esther Schweins
Lord Farquaad: John Lithgow Rufus Beck
Captain: Jim Cummings Detlev Bierstedt
Spiegel: Chris Miller Dr. Michael Nowka
Pfefferkuchenmann: Conrad Vernon Santiago Ziesmer
Robin Hood: Vincent Cassel Michael Pan
Bischof: Val Bettin Hasso Zom
Thelonius: Christopher Knights Jürgen Mai
Pinocchio: Cody Cameron Gerald Schaale
Kleiner Bär: Bobby Block Mijail Vladimir Verona
Wolf: Wolfgang Kühne

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