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Invasion des Wahnsinns

Mel Brooks' Spaceballs

Spaceballs • USA 1986-87


»Once upon a time warp ...«

»Hey, Mel«, bellte Producer Marvin Davis im Kasino zu einem Nachbartisch, an welchem Brooks mit seinen Autoren speiste, »was wird dein nächster Film?«

»Planet Moron«, kam wie aus der Pistole geschossen die Antwort. Das heißt soviel wie Der schwachsinnige Planet.

Mitten in den Vorbereitungen kam ein Film mit dem Titel Morons from Outer Space heraus. So mußten sie einen neuen Titel suchen. Jemand schlug Screwball vor, weil es ja eine Screwball-Komödie sei. Brooks machte Spaceballs daraus.

Einen schlechten Film herunterzumachen sei witzlos und zu einfach, meinte Mel Brooks auf die Frage, warum er Star Wars als Zielscheibe seines einstmals so treffenden satirischen Spotts (Frühling für Hitler; Frankenstein Junior) wählte: »Man braucht ein Objekt, das man schätzt und das genug Qualitäten hat, um vor der Parodie zu bestehen. Und da geht nichts über das Universum. Fragen Sie, wen Sie wollen - von George Lucas bis Mister Spock. Jeder wird Ihnen sagen, der Weltraum ist das Größte, viel toller als jede Prärie.«

Zweifelhafter Höhepunkt dieser These ist Brooks' Auftritt als Yogurt, der kleinwüchsige Weise mit Spitzohren und Dackelfalten: »Jede Ähnlichkeit mit Filmen, in denen vier Reisende, Menschen und andere Wesen, einen hilfreichen weisen Mann aufsuchen, wären rein zufällig. Ich glaube, wir sollten einen entsprechenden Rolltitel vorsehen.« Dieser Yogurt vertraut das Geheimnis des »Saftes« (the Schwartz) dem Weltraum-Draufgänger Lone Starr an, der das Universum im Wohnmobil mit Hyper-Düsen unsicher macht - und auf geht's gegen Lord Helmchen, eine Bonsai-Ausgabe von Darth Vader, und seine Hintermänner von Spaceball, die den Sauerstoff vom Planeten Druidia absaugen wollen, weil ihre eigene Atmosphäre voll verseucht ist. Im Drehbuch mag sich das noch ganz lustig gelesen haben, auf der Leinwand ist es großer Schrott.

  • »Von Anfang an ist etwas schiefgelaufen mit dem Universum. Das mit dem Urknall zum Beispiel: Die Wissenschaft hat geirrt, nach genauem Studium der verfügbaren Science-fiction-Filme sind wir zu dem Schluß gekommen, daß damals das Universum vor Lachen geplatzt sein muß. Und noch immer treiben Bruchstücke dieses Witzes, gigantische Kalauer, interstellare Idioten und außerirdische Scherzvögel durch die unendlichen Weiten der Galaxis.
    Ein Fall für Mel Brooks, den größten Witzbold im uns bekannten Teil der Milchstraße. Der Mann bezeichnet sich als Filmregisseur, was ja eigentlich recht harmlos klingt - in Wirklichkeit aber ist Mel Brooks ein Grabschänder, ein Leichenfledderer von universalem Format: Liegt ein Kino-Genre in den letzten Zügen, hält es sich, ausgelaugt und altersschwach, noch in einigen abgelegenen Kinos, dann kommt Mel Brooks daher, verweigert den Gnadenschuß, kitzelt das Genre schön langsam und um so qualvoller zu Tode.« [Claudius Seidl, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG]
  • »Wo alle sich im Weltall tummeln und süßer die Kassen nie klingeln als beim Krieg der Sterne, kann Tausendsassa Mel Brooks natürlich nicht still auf seinen Lorbeeren sitzen. [...] Er serviert uns alles, was schon einmal dagewesen ist - nur immer noch eine Nummer schlechter, von erlesener Geschmacklosigkeit sozusagen. [...] Aber vermutlich bin ich einfach nicht das Zielpublikum, denn ich muß gestehen, daß sich die Kids um mich herum im Kino scheckiglachten ...« [Inge Bongers, VOLKSBLATT BERLIN]

Genau: Sein Zielpublikum seien Fünfzehnjährige, meinte Mel Brooks. Damit liegt er immer noch vier Jahre über dem Durchschnitt des legendären Slapstick-Fabrikanten Mack Sennett, der angab, nur für Elfjährige zu produzieren ...

• Rolf Giesen

Leser-Service:
DVD: Spaceballs
Lieferbare Titel von Mel Brooks
Das Buch zur Web-Site:
Rolf Giesen und Bernhard Kempen:
Invasion des Wahnsinns

Die schlechtesten Science-Fiction-Filme
 

Credits

Originaltitel: Spaceballs
deutscher Titel: Mel Brooks' Spaceballs
Land und Jahr: USA 1986-87
Regie: Mel Brooks
Drehbuch: Mel Brooks
Thomas Meehan
Ronny Graham
Kamera: Nick McLean
Musik: John Morris
Spezialeffekte: Apogee
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
United Artists
Brooksfilm
deutscher Kinostart: 29.10.1987 (UIP)
deutscher Videostart: 17.5.1988 (MGM/UA)
Länge: 96 Min.
Farbe
FSK 12 Jahre

Darsteller

Präsident Scroob/Yogurt: Mel Brooks
Waldi, ein Möter = Mensch und Köter = Barf: John Candy
Lord Helmchen = Dark Helmet: Rick Moranis
Lone Starr: Bill Pullman
Prinzessin Vespa: Daphne Zuniga
Dotti: Lorene Yarnell
König Roland: Dick Van Patten
Colonel Sandfurz: George Wyner
und Pizza the Hut
John Hurt
Albert Whitlock

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