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Star Trek X - Nemesis

Star Trek X - Nemesis • USA 2002


Handlung

Die Enterprise soll die Flitterwöchner Riker und Troi nach Betazed bringen, als die Sensoren positronische Signale auffangen. Sie ähneln denen aus Datas Gehirn. Und richtig, auf dem fraglichen Planeten werden alle Einzelteile eines Körpers gefunden, der mit dem Datas weitgehend identisch ist - ein Prototyp. Der wieder zusammengesetzte B4 (= »before«) bringt die Enterprise-Crew auf die Spur eines romulanischen Offiziers, der auf Romulus gerade gewaltsam die Macht ergriffen hat.

Nicht nur, dass dieser Shinzon vom der unterprivilegierten Kolonie Remus stammt - er ist außerdem ein geklonter Mensch. Captain Picard erfährt, dass Shinzon vom romulanischen Geheimdienst aus seiner DNS erschaffen worden ist, um ihn zu ersetzen und so die Sternenflotte zu infiltrieren. Der Plan wurde jedoch fallen gelassen. Jetzt muss Shinzon an Picards Original-DNS herankommen. Nur sie kann verhindern, dass ein künstlich beschleunigter Alterungsprozess, durch den Shinzon Picards biologisches Alter erreichen sollte, aufgehalten wird.

Gleichzeitig hat sich Shinzon in den Kopf gesetzt, die Menschheit mit einer neuen Superwaffe auszulöschen. Picard appelliert ein sein jüngeres Ich, vom dem er glaubt, dass er dieselben menschenfreundlichen Eigenschaften entwickeln kann wie er selbst. Doch es nützt nichts. Shinzon, der glaubt, dass er jeden Schritt seines genetisch identischen Gegners vorausahnen kann, muss im Kampf gestellt werden. Damit dieser Kampf gewonnen werden kann, opfert ein langjähriges Mitglied der Crew sein Leben ...


Foto: UIP

Kritik

Drehbuchautor John Logan (Gladiator) hat die Konfrontation zwischen Picard und seinem sinistren Doppelgänger, seiner Nemesis, als mythisch angehauchtes Spektakel angelegt. Im Zuge dessen hat er die Figur des Shinzon überfrachtet. Die Geschichte vom Klon, der erst spionieren soll und dann abgeschoben wird, ist ja noch recht originell und durchaus vorstellbar. Dass er wie Spartacus an der Spitze eines remanischen Sklavenheeres tritt und schließlich die Macht ergreift, mag noch angehen. Dass sein erster Offizier über besondere telepathische Fähigkeiten verfügt, damit Troi auch was zu tun hat, ist schon leicht übertrieben. Unklar bleibt, warum einige Romulaner sich ihm überhaupt anschließen und bei der Ermordung ihres eigenen Parlaments behilflich sind. Wie er auf seinem Sklavenplaneten an eine neue Wunderwaffe gekommen sein will, wird nicht erklärt. Schließlich bleibt völlig schleierhaft, was er eigentlich gegen die Menschen hat. Erst haucht er bei Trois Anblick, dass er noch nie eine menschliche Frau gesehen hat und ob er ihr Haar berühren darf. Als Nächstes will er alle Menschen, also auch alle Frauen töten! Bei seiner Biografie sollten die Menschen für ihn interessant sein, während sein Hass den Romulanern gelten sollte, die ihn als Kind fallen gelassen und ihn unter unmenschlichen Bedingungen in ein Lager weggeschlossen haben. So ergibt die Handlung leider keinen Sinn.


Foto: UIP

Picards moralische Schwierigkeiten beim Kampf gegen sein eigenes jüngeres Ich werden vom gewohnt brillanten Patrick Stewart perfekt transportiert. Für eine TNG-Doppelfolge im Fernsehen hätten sie gereicht. Dass ein Doppelgänger von Data auftaucht, verdoppelt nur unnötig den hauptsächlichen Handlungsstrang, ohne etwas Neues hinzuzufügen. Im Zusammenhang mit B4 fällt nicht einmal der Name »Lore«, als wäre die Besatzung nicht bereits in der Fernsehserie auf einen Doppelgänger Datas gestoßen. Solche Inkonsistenzen zur Serie gibt es noch häufiger. Zum Beispiel hatte Picard in der Serie nach einem Holodeck-Abenteuer seinen Kollegen geschildert, wie es ist, in einem Auto zu fahren. Ein derartiges Gerät wäre den Menschen des 24. Jahrhunderts demnach fremd. In diesem Film dagegen gehört ein vierrädriger Geländewagen zur Ausstattung eines Shuttles.

Nach dem Tod eines Crewmitglieds wird ein Hintertürchen offen gelassen, das den Fans und der Stammbesetzung die vollen Konsequenzen eines so schmerzvollen Ereignisses erspart. Überhaupt ist der Schluss wenig überzeugend und ausufernd. Dem Film fehlt es insgesamt an Tempo. Auch wenn es noch schlechtere Star-Trek-Kinofilme gibt, hätte man sich für die Reihe einen gelungeneren Abschluss gewünscht. Eine Wiederbelebung ist jetzt nur möglich, wenn die ausgetretenen Pfade verlassen werden, zum Beispiel durch ein Abenteuer, das Personen aus TNG, DS9 und Voyager einbezieht, wie es nach einer Befragung von den Fans gewünscht wird.

Arno BehrendALIEN CONTACT

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Credits

Originaltitel: Star Trek X - Nemesis
deutscher Titel: Star Trek X - Nemesis
Land und Jahr: USA 2002
Regie: Stuart Baird
Buch: John Logan
Story: Rick Berman
Kamera: Jeffrey L. Kimball
Schnitt: Dallas Puett
Musik: Jerry Goldsmith
Produktionsdesign: Herman Zimmerman
Effekte: Terry Frazee
Mark Forker
Kostüme: Bob Ringwood
Make-up: Michael Westmore
Produktion: Rick Berman
Co-Produktion: Peter Lauritson
Ausführender Produzent: Marty Hornstein
Deutsche Bearbeitung: Berliner Synchron Wenzel Lüdecke
Fritz-Joachim Böhm
(Übersetzung)
Lutz Riedel (Text und Regie)
deutscher Kinostart: 16.1.2003 (UIP)
Länge: 110 min.
FSK ab 12 Jahre

Darsteller

dt. Synchron
Captain Jean-Luc Picard: Patrick Stewart Rolf Schult
Shinzon: Tom Hardy Torsten Michaelis
Commander William Riker: Jonathan Frakes Thomas Vogt
Lieutenant Commander Data/B-4: Brent Spiner Michael Pan
Commander Deanna Troy: Marina Sirtis Evy Kryll
Commander Donatra: Dina Meyer Andrea Solter
Vizekönig: Ron Perlman Karl Schulz
Lieutenant Commander Geordi La Forge: LeVar Burton Bernd Vollbrecht
Dr. Beverly Crusher: Gates McFadden Rita Engelmann
Lieutenant Commander Worf: Michael Dorn Raimund Krone
Admiral Kathryn Janeway: Kate Mulgrew Gertie Honeck
Praetor: ... Joachim Kerzel
Computer: ... Dirk Müller

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