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Stargate

Stargate • USA 1994


Es bringt sie eine Million Lichtjahre von Zuhause weg. Aber kommen sie jemals wieder zurück?

Handlung

Im Jahr 1928 findet ein Archäologe in der Nähe der Pyramiden von Gizeh einen Steinring mit unbekannten Hieroglyphen. Doch ein Stück tiefer wird die eigentliche Überraschung ausgegraben, ein fast zehn Meter durchmessender Ring aus Metall. 65 Jahre später tritt Catherine Langford (Viveca Lindfors), die Tochter des Archäologen, an den jungen Ägyptologen Daniel Jackson (James Spader) heran, der sich durch seine ungewöhnlichen Theorien über Alt-Ägypten bei seinen Kollegen unbeliebt gemacht hat. Daniel ist ihre letzteHoffnung bei der Entschlüsselung der Zeichen auf dem Metallring, der jahrzehntelang von der Regierung unter Verschluß gehalten wurde. Als Daniel kurz vor der Lösung steht, übernimmt Colonel Jack O'Neill (Kurt Russell) die militärische Kontrolle über das Projekt. Denn im Labor wurde bereits ermittelt, daß der Metallring ein uralter HiTech-Transmitter ist - nur die Justierung machte bislang noch Probleme, die jedoch mit Daniels Hilfe schnell gelöst werden.

Angeführt von O'Neill treten Daniel und ein Trupp Soldaten durch das Tor und landen auf dem Planeten Abydos, der mehrere Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Dort stoßen sie auf eine gigantische Pyramide, eine uralte Kultur, die vor Jahrtausenden von Ägypten dorthin verpflanzt wurde, und den despotischen Gott Ra (Jaye Davidson), der ihre Rückkehr zur Erde verhindern will ...

Kritik

Stargate ist ein ungemein spannendes und mitreißendes Science-Fiction-Abenteuer, das einen Höhepunkt in der Filmkarriere des deutschen Regisseurs Roland Emmerich darstellt. Auf den ersten Blick scheint Emmerich ähnlich wie schon in Das Arche Noah Prinzip (D 1983), Joey (D 1985), Moon 44 (D 1989) und Universal Soldier (Universal Soldier • USA 1992) wieder nur Versatzstücke zusammengerührt zu haben - im Grunde ist Stargate eine Mischung von Motiven aus Indiana Jones, Krieg der Sterne, Der Wüstenplanet und Erich von Däniken. Doch diesmal hat Emmerich nicht nur kopiert und kombiniert, sondern es ist ihm gelungen, eine funktionierende Einheit zu schaffen, die in dieser Form etwas völlig Neuartiges darstellt. Die geradezu klassische Abenteuer- und Entdecker-Geschichte zieht den Zuschauer magisch in ihren Bann und macht Lust auf eine Fortsetzung.

Die Faszination des Films beruht zu einem großen Anteil auf seiner Stimmigkeit. Das beginnt bereits mit der Entzifferung der Hieroglyphen, deren Schwierigkeiten halbwegs realistisch und gleichzeitig nachvollziehbar dargestellt werden. Gelohnt hat sich auch die Verwendung des altägyptischen Dialekts, der auf dem Planeten Abydos gesprochen wird, statt die »Außerirdischen«, wie in Hollywood üblich, mehr oder weniger fließendes Amerikanisch reden zu lassen. Diese Sprache wurde übrigens vom Archäologen Stuart Tyson entwickelt.

Ein weiterer Pluspunkt ist das hervorragende Produktionsdesign von Holger Gross. Der fremde Planet - der immerhin von Erdenmenschen bewohnt ist - hat gleichzeitig etwas Fremdartiges und Vertrautes. Dasselbe gilt für die Supertechnik des Gottes Ra, die im altägyptischen Stil gehalten ist, ohne unfunktionell oder gar lächerlich zu wirken. Ein Lob muß an dieser Stelle auch einmal den Tontechnikern ausgesprochen werden. Der satte Sound, mit dem die Arbeitsgeräusche des Alien-Raumschiffs unterlegt sind, ist wirklich ein Hörgenuß.


Foto: BMG

Produktion

Die Idee zu diesem Film kam dem Regisseur schon vor mehr als zehn Jahren während seiner Zeit auf der Filmhochschule. 1979 schrieb er ein Outline unter dem Titel »Necropole«, doch das endgültige Drehbuch verfaßte er gemeinsam mit Dean Devlin, einem Schauspieler, der bereits in Moon 44 eine kleine Rolle hatte und dann in die Firma »Centropolis« einstieg. Stargate sollte eigentlich schon zwei Jahre früher gedreht werden, mußte aber zunächst gekippt werden, weil Terminator 2 - Tag der Abrechnung (Terminator 2 - Judggment Day • USA 1990) die finanziellen Reserven von Carolco erschöpft hatte. Erst als Emmerich mit Universal Soldier ein Vielfaches der Produktionskosten einspielte, konnte er endlich sein Lieblingsprojekt realisieren.

Bei einem Budget von 55 Millionen Dollar spielte Stargate in der ersten Woche in den USA 16,6 Millionen Dollar ein. Das ist zwar kein Weltrekord, aber immer noch das bisher beste Einspielergebnis für einen im Oktober gestarteten Film, wie der Filmverleih ausdrücklich betonte. Bereits im Januar 1995 hatte sich diese Summe auf 70 Millionen Dollar erhöht, womit sich Stargate längst in der Gewinnzone befand.

Bernhard Kempen

Medieninfo

Zu Stargate gibt es ein umfangreiches Merchandisingprogramm, unter anderem ein Stargate-Feuerzeug, eine Hörspielfassung und natürlich diverse Computerspiele. Zum Filmstart erschien im Bastei-Verlag außerdem die Romanfassung von Dean Devlin und Roland Emmerich - übrigens ohne Filmfotos. Übersetzt wurde sie von Martin Eisele, der die Novelizations zu Das Arche Noah Prinzip und Joey noch selber schreiben durfte, was sich letztlich jedoch sehr positiv auf die Lesbarkeit der deutschen Fassung auswirkte. Die Videofassung gibt es auch im Package mit einer Shape-CD in Form einer Pyramide, auf der sich allerdings nur der Titel »Stargate Ouverture« befindet. Der komplette Soundtrack ist bereits zum Filmstart veröffentlicht worden.

Inzwischen sind bei Bastei-Lübbe zwei Fortsetzungsromane von Bill McCay erschienen. In den USA lief 1997 die Fernsehserie Stargate SG-1 an, in der mit Hilfe des Transmitters immer neue Welten erkundet werden.

Die Idee, das Außerirdische Einfluß auf die Entwicklung Ägyptens genommen haben, wurde ebenfalls von Luc Besson in seinem Film Das fünfte Element (Le Cinquiéme Element • F 1997) verwendet.

Novelization:
Dean Devlin und Roland Emmerich, Stargate, übersetzt von Martin Eisele (Bergisch Gladbach: Bastei, 1994)
Soundtrack:
Stargate (Milan, 1995)
Video:
Stargate (BMG Video, 1996)
Fortsetzungen (Roman):
Bill McCay: Stargate 2 - Das Erbe des Sonnengottes (Stargate Rebellion, 1995)
Bill McCay: Stargate - Die Vergeltung (Stargate Retaliation, 1996)
Bill McCay: Stargate Retribution (1997)
Fortsetzung (TV-Serie):
Stargate SG-1 (USA, 1995-)
Siehe auch:
Interview mit Roland Emmerich zu seinem Film Stargate
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Credits

deutscher Titel: Stargate
Originaltitel: Stargate
Land und Jahr: USA 1994
Technik: Farbe • DTS/Dolby
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Dean Devlin
Roland Emmerich
Kamera: Karl Walter Lindenlaub
Schnitt: Derek Brechin
Michael J. Duthie
Effekte: Jeffrey Kalmus (Modelle)
Jeffrey A. Okun
(Überwachung)
Martin Simon
Serge Sretschinsky
Patrick Tatopoulos
Jeff Verdick
Kit West
(Überwachung)
Musik: David Arnold
Ausstattung: Holger Gross
Produktion: Carolco Pictures
Centropolis Film Productions
Journal Film
Dean Devlin
Oliver Eberle
Ute Emmerich
(Co-Produzent)
Mario Kassar
(ausführend)
Joel B. Michaels
Peter Winther
Uraufführung: 1994
deutscher Kinostart: 9.3.1995 (Scotia)
deutscher Videostart: 1.4.1996 (BMG)
TV-Ausstrahlung: 14.9.1996 (premiere)
Länge: 121 min.
FSK ab 6 Jahre

Darsteller

Colonel Jonathan »Jack« O'Neil: Kurt Russell
Dr. Daniel Jackson: James Spader
Ra: Jaye Davidson
Catherine: Viveca Lindfors
Skaara: Alexis Cruz
Sha'uri: Mili Avital
General West: Leon Rippy
Lt. Col. Adam Kawalsky: John Diehl
Anubis: Carlos Lauchu
Horus: Djimon
Kasuf: Erick Avari
Lieutenant Feretti: French Stewart
Nabeh: Gianin Loffler
Lieutenant Freeman: Christopher John Fields
Lieutenant Brown: Derek Webster
Lieutenant Reilly: Jack Moore
Lieutenant Porro: Steve Giannelli
Assistant Lieutenant: David Pressman
Offizier: Scott Smith
Sarah O'Neil: Cecil Hoffman
Barbara Shore: Rae Allen
Gary Meyers: Richard Kind
Mitch: John Storey
Jenny: Lee Taylor-Allan
Techniker: George Gray
Junge Catherine: Kelly Vint
Professor Langford: Erik Holland
Taylor: Nick Wilder
Arabischer Dolmetcher: Sayed Badreya
Horus: Michael Concepcion
Jerry Gilmore
Michel Jean-Phillipe
Dialy N'Daiye
Professoren: Gladys Holland
Roger Til
Kenneth Danziger
Christopher West
Gesellschafter: Robert Ackerman
Maskierer Ra: Kieron Lee
Mastadge: Frank Welker
Junger Ra: Dax Biagas

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